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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

386 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1905, 
30.7, der höchsten von Neufahrwasser, und 4,5, der niedrigsten von Rügen- 
waldermünde, also um 26,2”, während am gleichen Ort die kleinste Schwankung 
18.3° in Kiel und die größte 24.,5° in Neufahrwasser betrug, 
Die monatlichen Niederschlagsmengen schwankten zwischen 84 und 20 mm 
an der deutschen Küste. Die größten Werte erreichten Hela, Aarösund und 
Wyck a, Föhr mit 84, 82 und 82 mm, die niedrigsten Darsserort und Friedrichs- 
ort mit je 20 mm. -— Sehr erhebliche, in 24 Stunden 20.0 mm übersteigende 
Niederschläge traten auf in Norddeich (21,6 am 5.), Büsum (27,0 am 26.), 
Hamburg (20.9 am 24.), Süderhöft (37.9 am 26.), Wyck a. Föhr (26.0 am 3, 
21.0 am 4.), Aarösund (22,4 am 4.), Greifswalder Oie (25.2 am 26.), Neufahrwasser 
(21.2 am 16.), Hela (38.2 am 16.). Den höchsten Betrag innerhalb 24 Stunden 
erreichte somit Hela mit 38 mm, 
Als heitere Tage, an denen die Bewölkung im arithmetischen Mittel aus 
den dreimal täglichen Beobachtungen nach der Skala 0 bis 10 kleiner als 2 
waren, sind über größerem Gebiete der 10,., 11., 12, an der ganzen deutschen 
Küste, der 9. und 20. an der Ostseeküste zu verzeichnen, 
Nebel trat nur vereinzelt auf, 
Gewitter wurden in großer Ausdehnung beobachtet am 5,, 6., 25., 26, 
27., 28. an der ganzen deutschen Küste, am 4,, 15,, 16., 20. an der Nordseeküste 
und am 17, und 18, an der Ostseeküste, außerdem vereinzelt noch an mehreren 
Tayen. 
Wetterlage. In den ersten Tagen des Juni liegt ein Hochdruckgebiet 
im Südwesten, Tiefdruck im Norden Europas. Die Witterung ist bei schwachen 
westlichen Winden meist trübe und warm. Am 4. weicht das Hochdruckgebiet 
einem von der Biskaya-See kommenden Tief, während über England ein neues 
Hochdruckgebiet heranrückt, Vom 7. an tritt die Küste in den Bereich dieses 
Hochdruckgebiets, wodurch bei mehr östlichen Winden das Wetter aufklart 
und die Temperatur sinkt. Am 15. erscheint im Westen ein neues "ief, 
während das Hochdruckgebiet nun den ganzen Norden Europas überlagert. 
Gleichzeitig bildet sich über Spanien ein zweites Hochdruckgebiet, unter dessen 
Einfluß vom 19. ab die Winde an der Küste nach Südwesten drehen und mit 
größerer Wärme mehr Trübung und Feuchtigkeit bringen, Vom 22, an rückt 
das bisher im Südwesten gelegene Hochdruckgebiet nach Norden vor, wodurch 
am 23. und 24, an der Küste bei nördlichen Winden die Temperatur sinkt, um 
jedoch sofort wieder zu steigen bei weiterer Drehung der Winde nach Osten, 
da das Hochdruckgebiet jetzt wieder den Norden bedeckt gegenüber einem 
Tief über dem Mittelmeer, Gegen Schluß des Monats erscheint im Nordwesten 
wieder ein neues Minimum, unter dessen Einfluß die Küste bei südwestlichen 
Winden Trübung und hohe Temperaturen hat, bis sie am 30. in den Bereich 
eines von Südwest herankommenden zweiten Minimums tritt, das bei nord- 
östlichen Winden wieder aufklarendes Wetter brinet. 
(Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn 
Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei 
Berlin SW, Kochstraße 68--71
	        
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