Maurer, H.: Über Auflösung von Poldreiecks-Aufgaben durch Diagramme usw. 363
tierte, d ausgezogene Kurve — auf (das zu benutzende Blatt des Atlas ergibt
ein Blick auf das Diagramm) und lese die rechtwinkligen Koordinaten des
Punktes S: x und y ab, und zwar x < 90°, wenn t << 90°, x > 90°, wenn t — 90°,
Man bildet x, = x + 90 — g und liest am Punkt S, (y/x,), wo statt x, even-
tuell x, == x, — 180 zu setzen ist, Az und h ab — Az als punktierfe, h als
ausgezogene Kurve —. h ist immer <90° und negativ, wenn x, > 180 aus-
fiel. Az ist — 90°, wenn x, 90° ist. Das Azimut ist von Süd ausgerechnet,
wenn 6 Nord ist, von Nord ausgerechnet, wenn ö Süd ist.
Der Übergang: von dem Atlasblatt, auf dem S liegt, zu demjenigen, auf
dem S, liegt, gelingt ohne Benutzung des Diagramms; die römische Nummer
des neuen Blattes ist dieselbe wie vorher und die arabische ist die auf x, oder
(180 — x) bzw. x,’ folgende durch 5 teilbare Zahl.
Beispiel I: 9 = 60° N, 6 — 20°N, t = 50°, g positiv, da mit 6 gleichnamig. |
(SS) $= 20°, t=50° auf Blatt VIL30 gibt y== 46, x == 29,5; x, = 29,5° +90 — 60 = 59,5°
(Si) x = Kr X; == 59.5 auf Blatt VIL60 gibt h = 36.5°, Az = 64°, von Süd gerechnet, weil 6
ord 1SEl.
Beispiel II: y = 30° N, ö = 20°8, t = 60°, g negativ, da mit $ ungleichnamig.
(S) = 20°, t= 60° auf Blatt VIIL40 gibt y== 54.5°, x= 36; x, = 36° + 90-430 = 156°
(SS) = 545, x, = 156 auf Blatt VIIL25 gibt h = 13.5°, Az = 123°, von Nord gezählt, weil ö
Süd ist.
Beispiel IL: = 40° 8, ö°= 30°8, t = 130°. @ positiv.
(S) 6=30°, t = 130° auf Blatt VII45 gibt y = 41.5°, x = 138°; x, = 138° + 90 — 40
= 188°, x, = 58° .
(Si) y= 415°, x, = 8° auf Blatt VIL10 gibt h = — 6°, Az = 138°, weil x, > 90, und zwar
von Nord gezählt, da 6 Süd ist.
Beispiel IV: = 40° N, ö = 40° N, tt = 110. sitiv.
P PO
(8) d= 40°, t = 110° auf Blatt VIIL70 gibt y = 46°, x = 112°; x, = 112° + 90 — 40
= 1629
(Si) y= 46°, x, = 162° auf Blatt VII20° gibt h = 12,5°, Az == 132.5°, von Süd gezählt,
wei] 5 Nord ist.
Nautisch bedeutet die hier gelöste Aufgabe: Gegeben Ausgangspunkt
Z (#) und Ziel S (6, t), gesucht Kurs im Ausgangspunkt (Az) und Distanz
(90 —h). Wird h<0, wie im Beispiel III, so wird die Distanz >90. Denkt
man sich Ausgangspunkt und Ziel vertauscht, läßt also im Vorausgegangenen
@ und d die Rollen wechseln (Fig. 3), so wird statt Az der Winkel o erhalten,
d, i. der Kurs im Endpunkt oder, astronomisch gesprochen, das Supplement
des‘ parallaktischen Winkels, Soll der größte Kreis von Z (Breite &°) .nach
einem Punkt B gesegelt werden, so gibt die geradlinige Verbindung der
beiden Punkte in einer gnomonischen Karte das Bild des größten Kreises, aus
dem die geographischen Koordinaten d (Breite) und tt (Längenunterschied
gegen Z) für jeden Punkt S der Bahn entnommen werden können, Den Kurs
in jedem Bahnpunkt gibt die gnomonische Karte aber nicht.. Ihn liefert aber
die hier angegebene Methode der Bestimmung von go für jedes Wertepaar
(ö, t) und die Ausgangsbreite @. Jedes der vorstehenden 4 Beispiele kann
auch als Muster für diese Aufgabe gelten; man braucht nur die Bezeich-
nungen für w und ö zu vertauschen und 7 für Az zu setzen.
Aufgabe 2. Je einen Zwischenpunkt des größten Kreises ZS findet man,
indem man an einem Punkte der nach Aufgabe 1 gefundenen punktierten
Azimutkurve die Koordinaten yı xa abliest und xy = Xz — (90 — &) berechnet;
dann laufen durch den Punkt mit den Koordinaten yı xy zwei Kurven ö und t,
deren Werte die geographischen Koordinaten eines Zwischenpunktes . sind
(Atlas). Will man dabei zu einem vorgegebenen Wert t bzw. ö das zugehörige
ö bzw. t finden, so muß man (auf dem Diagramm) mit dem Endpunkt B einer
geradlinigen Strecke BC von der Länge (90 —g#), die der x-Achse stets
parallel bleibt, auf der Kurve des gegebenen Wertes t bzw. d entlang fahren,
bis der andere Endpunkt C auf die nach Aufgabe 1 gefundene Az-Kurve
trifft. . Dann läuft bei dieser Lage. der Strecke BC durch den Punkt B die
gesuchte Kurve 6 bzw. t. Im Atlas kann das Resultat- nachgeprüft werden.