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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1905.
Auch in der Projektion auf einen Kegel, dessen Achse durch M geht,
wird ox, der Abstand des Bildpunktes Sy, von der Kegelspitze, eine Funktion
von ©, der dem Winkel @ entsprechende Winkel x zwischen der kegel-
erzeugenden durch Sr und dem geradlinigen Aquatorbild in der Kegel-
projektion ist aber nicht gleich w, sondern = S oder — w Sin &, Wo « der
halbe Kegelöffnungswinkel ist. Die Bestimmungsgleichungen werden also nun:
(3) Ik (9x) = cos d -sint \ cot nwk = cot ö. cost
Eine nicht notwendige, bei den meisten gebräuchlichen Kegelprojektionen
aber erfüllte Zusatzbedingung ist die, daß der Berührungskreis des betreffenden
Kegels mit der Kugel sein eigenes Bild sein soll. Es entspricht dies der
Forderung, daß für den Wert cos g = cos ösint =sin@ 9x = Cot « werden soll,
also fx (cot a) ==sin« oder fx (in?_—1) =2.
Nach den Gleichungen (1) und (3) ist das Bild jedes Kugelkreises:
(9==constans) ein Kreis: (0, =const), und das Bild jedes größten Kugelkreises durch
M: (@® = constans) eine Gerade: (wx == constans), deren Winkel mit dem Äquator-
bild wx = S ist. Speziell wird auch der Kreis t=0, auf dem Pol und Zenit
liegen, in der Kegelkarte ein Kreis fx (9x) == 0; der Bogenabstand aber zwischen
Pol und Zenit, der auf der Kugel (Z—g) beträgt, ist in der Kegelprojektion
- (3 — gl). In einer solchen Kegelprojektion wird das Netzbild der Meridiane
und Breitekreise, deren Gleichungen in Polarkoordinaten man durch Elimination,
einmal von d, das andere Mal von t aus den Gleichungen (3) erhält, immer
aus sehr komplizierten Kurven bestehen, Auch alle Kegelprojektionen, die
man aus ebenen Azimutalprojektionen ableiten kann, indem man gx als irgend
eine Funktion von oe festsetzt (z. B. 9x = oe) und jedem Winkel w. der ebenen
Karte den Winkel D in der Kegelkarte zuweist, liefern viel zu komplizierte
Kurvennetze, als daß solche Azimuttafeln brauchbar sein könnten. Zudem
muß unser Ablesungsprinzip, das nun eine Drehung um die oft gar nicht
zugängliche Spitze des abgewickelten Kegels verlangt, und zwar um einen
Winkel, der zu (90—g@)” nur proportional ist, als unpraktisch ver-
zvorfen werden. .
IV. Wahre Zylinderprojektionen.
Bei diesen kann man sich die Kegelspitze in unendliche Ferne gerückt
denken, und an Stelle der Drehung um die Kegelspitze tritt nun eine Parallel-
verschiebung, die sehr bequem auszuführen ist. Auch zeigt es sich, daß das
Fig. 6. Netzbild der Längen- und Breitenkreise in einer
Projektion auf einen die Kugel in einem Meridian
berührenden Zylinder nicht allzu schwer zu
konstruieren ist. Das Bild des Meridians OP,
indem der Zylinder die Kugel berührt und auf
dem das Zenit Z anzunehmen ist (Fig. 6), wird
eine Gerade mit homogener Teilung x, wenn
der Kugelradius = 1 und x die Breite des
Punktes X ist. Die größten Kreise durch den
Äquatorpunkt M wie MS werden einander
parallele, zur Geraden OP senkrechte Geraden,
deren Einteilung durch die Höhenkreise des
Punktes M, wie SH, die als Parallelen zu OP erscheinen, von der Art der
gewählten Zylinderprojektion abhängt. Der Abstand Y des Bildes von S von
der Geraden OP ist eine festzusetzende Funktion des Bogens y = XS.
Y=f(y). Von der Breite d und Länge t des Punktes S hängen die recht-
winkligen Koordinaten x Y des Bildpunktes von S durch die Beziehungen ab:
Y=f(y) ; siny==cosd-sint ; sinx=sind.secr ,
und nach ihnen kann leicht der Bildpunkt (x, Y) jedes Punktes (0, t) bestimmt
werden. Im einfachsten Fall ist Y=y, der Bogen XS wird im Bild in un-