Wettbewerb-Prüfung von Marine-Chronometern im Winter 1904—1905.
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Klasse A II III IV
A+2B+C 2,50sek 5.005ek 6.505ek 10.005ek
B 0,755ek 1.205ek 1.605ek 2,505ek
C 0.0105sek 0.01 58°k 0.0255°k 0.0505ek
Diese Größen A, B und C werden berechnet aus den mittleren täglichen
Gängen, welche während der einzelnen Dekaden beobachtet worden sind. —
Zur Bestimmung der Größe A werden die bei gleichen Temperaturen erhaltenen
Gänge paarweise zu einem Mittelwerte vereinigt; es wird dann die größte
vorgekommene Differenz dieser Mittelwerte gleich A gesetzt. -— Bezeichnet
ferner B’ die größte Differenz der täglichen Gänge von zwei aufeinander
folgenden Dekaden, © die Differenz der Temperatur während dieser beiden
Zeitabschnitte und T die Differenz der höchsten und niedrigsten während der
Prüfung überhaupt vorgekommenen Dekaden-Temperatur, so ist
— B'’ %
B = B'— m A
In dieser Formel sind die algebraischen Vorzeichen von B’ und A zu
berücksichtigen. — Endlich erhält man den Wert der täglichen Beschleunigung
C des täglichen Ganges, indem man die Differenz der Gänge bildet, welche
während zweier zur Mitte der Untersuchungszeit symmetrisch gelegener
Dekaden beobachtet worden sind, und alsdann diese Differenz durch die
Anzahl der zwischen der Mitte beider Dekaden liegenden Tage dividiert.
Nachdem man in dieser Weise die tägliche Beschleunigung aus den beiden
äußersten Dekadenpaaren der Prüfung berechnet hat, ist der Mittelwert beider
Bestimmungen gleich C zu setzen. >
Innerhalb der einzelnen Klassen werden die Chronometer nach dem
Wert der Summe A +2 B+-C geordnet, wobei die Vorzeichen der Summanden
nicht zu berücksichtigen sind.« N
Aus der nachfolgenden tabellarischen Übersicht ergibt sich, daß sich
die konkurrierenden Chronometer prozentisch in folgender Weise auf die
einzelnen Klassen verteilen:
Klasse I II IN IV vV))
56% 25% 12% 6% 1%
Unmittelbar nach Schluß der Prüfung wurden die Chronometer wie in
den früheren Jahren durch die an der Prüfung beteiligten Chronometer-
macher
E. Bröcking in Hamburg,
F. Dencker in Hamburg,
A. Kittel in Altona und
A, Meier (in Firma Th. Knoblich) in Hamburg
im Beisein des Direktors und der Beamten der Abteilung IV der Deutschen
Seewarte einer Untersuchung auf ihren gegenwärtigen Zustand ınterzogen.
Auf Bitte der Deutschen Seewarte nahm außerdem Herr Chronometer-
macher E. Sackmann sen. in Altona an dieser Besichtigung teil. Es wurden
weder an den Unruhen noch an den Spiralen der Chronometer KRostspuren
gefunden, deren Entstehung auf die Zeit oder auf den Modus der Prüfung
zurückgeführt werden konnte, Bei einigen Instrumenten zeigte sich eine
geringe Farbenveränderung des ÖOls am Sekundenradzapfen, und zwar war
statt der rein gelben Farbe bei einigen Uhren ein Stich ins Bräunliche, bei
anderen ein Stich ins Grünliche bemerkbar. Derartige Farbenveränderungen
pflegen, wie die Sachverständigen ausdrücklich betonten, auch unter normalen
Verhältnissen im Laufe der Zeit stets einzutreten,
Um das Gesamtergebnis der soeben beendigten Prüfung beurteilen und
mit den Leistungen während früherer Jahre vergleichen zu können, ist in
der folgenden Übersicht die prozentische Verteilung der Chronometer auf
die einzelnen Klassen gegeben.
‘) Der Kürze wegen sind, wie in den früheren ‚Jahren, diejenigen Chronometer als zur
Klasse V gehörig bezeichnet worden, welche die für die Klasse IV festgesetzten Höchstbeträge der
(tütezahlen‘ überschritten haben.