Wettbewerb-Prüfung von Marine-Chronometern im Winter 1904—1905. 347
Bei sämtlichen Chronometern war die Bedingung, daß die Reinigung
innerhalb eines Jahres vor .der Einlieferung ausgeführt sein müsse, nach
Aussage der Uhrmacher erfüllt; auch waren von letzteren genaue Angaben
bezüglich des Ursprungs und des Baues der Instrumente sowie in einzelnen
Fällen erläuternde Zeichnungen beigefügt worden,
Die Chronometer von L. Jensen und A, Kittel sind mit Wippenhemmung
(Hebelgang) versehen; die übrigen Instrumente besitzen die bekannte Hemmung
von Earnshaw (siehe »Lehrbuch der Navigation«, II, Seite 244, Fig. 141).
Was die Temperatur-Kompensation betrifft, so sind die Chranometer W.Bröcking
1901, 1904, 1906, 1907, 1908, L. Jensen 8, 9, 10 und 11 mit einer einfachen
Kompensationsunruhe aus Stahl und Messing versehen, dagegen sind in den
Chronometern von F. Dencker, in den Instrumenten von A, Lange & Söhne
sowie in den Chronometern W. Bröcking 1900, 1902, 1903, 1905, 1913,
E. Kulms 48 und F, Lidecke 273 Nickelstahlunruhen verwendet worden,
Alle übrigen Chronometer haben eine Hilfskompensation, Am häufigsten
wurde die. neuere von Kullberg angegebene Hilfskompensation für Kälte
(siehe »Lehrbuch der Navigation«, II, Seite 265, Fig. 154) benutzt, nämlich
bei sämtlichen Chronometern von H. Diedrich, W.G. Ehrlich, Th. Knoblich,
A. Mager, F. Schlesicky und A, Schuchmann sowie bei den Instrumenten
L. Jensen 6, F. Lidecke 264, 269, 271. Die Chronometer L. Kurtz 94 und
F. Lidecke 277, 278 sind mit der älteren Hilfskompensation für Kälte von
Kullberg (siehe »Lehrbuch der Navigation«, II, Seite 264, Fig, 153) versehen,
Bei den Chronometern von A. Kittel sind Hilfskompensationen eigener Er-
findung benutzt worden; der Fabrikant bezeichnet die betreffenden Kon-
struktionen als »Rückwirkende Hilfskompensation« (Nr. 256), als »Speichen-
Kompensation« (Nr. 254) und als »Zusatz-Kompensation« (Nr. 265, 266). . Bei
der letztgenannten Hilfskompensation sind auf den Gewichten der Unruhe
kleine bimetallische Reifen von der Form einfacher Unruhen angebracht;
durch Drehen dieser Reifen kann bei der Feinstellung der Betrag der sekun-
dären Kompensation verändert werden, .
Die Chronometer von Th. Knoblich, A. Mager, F. Schlesicky sowie
die Instrumente W. Bröcking 1901, 1904, 1906, 1907, 1908, L.Jensen 8, 9,
10, 11 und F, Lidecke 273 sind mit einer Palladiumspirale versehen; die
sämtlichen übrigen Spiralen sind aus Stahl angefertigt.
Als »Chronometer deutscher Arbeit« mit der Anwartschaft auf Prämi-
ijerung waren die folgenden 32 Instrumente eingeliefert worden:
1. W. Bröcking Nr. 1900 17. A. Kittel Nr. 256
> 1901 18. 265
1902 19, 266
1908 “no, 20
1904 en
1905
1906
1907
1908
1918
..
=
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4,
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m.
.
.
1
13,
14.
15.
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L. Jensen
F. Lidecke
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269
271
« 9278
A. Schuchmann « 2
%
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ey az
A. Kittel
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Es ist hierbei zu bemerken, daß bei der diesjährigen Prüfung ausnahms-
weise die Benutzung von im Auslande angefertigten Palladiumspiralen, Nickel-
stahlunruhen, Ketten und Zugfedern bei den mit Anwartschaft auf Prämiierung
eingelieferten Instrumenten gestattet war, wenn im übrigen die Chronometer
als Instrumente deutscher Arbeit bezeichnet werden konnten.