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Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

336 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1905.

zu Hamburg, wo das Maximum der Temperatur 28.6° und das Minimum 2.4°-,
die geringste noch 21.07 zu Swinemünde, wo Maximum und Minimum der
Temperatur 26.27 bzw. 5.2° betrugen.
Sommertage, an denen die höchste Temperatur 25’ erreichte, waren
nur vereinzelt zu verzeichnen.
Frosttage kamen nicht mehr vor; die gefürchteten Nachtfröste traten
in diesem Monat nicht mehr ein.
Die Monatsmengen der Niederschläge waren im Mai überall sehr gering.
Den höchsten Wert erreichte Neufahrwasser mit 45 mm infolge eines sehr
ergiebigen Niederschlages von 24 mm am 20. des Monats, Die niedrigsten
Werte sind 3 mm (Cuxhaven) und 4 mm (Karolinensiel) von der Nordseeküste,
wo im Durchschnhitt die Regenmengen 10 bis 15 mm betrugen, wogegen die
Ostseeküste durchschnittlich 20 bis 30 mm aufzuweisen hat. Die regenreichsten
Tage waren der 1. bis 3, an der ganzen Küste, der 7. bis 10. und 20, bis 22,
vorwiegend an der Ostseeküste, Die letzte Pentade des Monats zeichnet sich
durch allgemeine Trockenheit aus, ebenso die Tage vom 14. bis 17.
Sehr ergiebiger, in 24 Stunden 20.0 mm überschreitender Regenfall
wurde nur zu Neufahrwasser am 20. beobachtet.
(Gjewitter traten am 1, 2, 3. und 4. sowie am 19., 26. und 27. vereinzelt
auf, Über größeren Gebieten wurden Gewitter beobachtet am 31. an der
Nordsee- und der westlichen Ostseeküste, außerdem am 7. und 8. an der
Ostseeküste.
Als heitere Tage, an denen die nach der Skala 0 bis 10 geschätzte
Bewölkung im arithmetischen Mittel aus den drei Terminbeobachtungen
kleiner als 2 war, sind über größeren Gebieten der 5., 15., 16., 17., 28., 29.
und 30. an der ganzen Küste, der 27. und 31. an der Ostseeküste zu verzeichnen.

In den ersten Tagen des Monats lag die Küste im Bereich einer im
Norden vorbeiziehenden Depression, unter deren Einfluß infolge der südlichen
Luftströmung die Temperatur an der ganzen Küste zu hoch war. Am 5.
und 6. breitet sich eine Depression vom Mittelmeer nordwärts aus gegen ein
über Südschweden und der Nordsee lagerndes Hochdruckgebiet und tritt
am 7. mit einer über dem norwegischen Meere liegenden Depression in Verbindung,
 so daß sich eine’ Furche niedrigen Drucks zwischen einem über
England und einem zweiten über Rußland liegenden Hochdruckgebiete herstellt.
 ‚In den folgenden Tagen breitet sich das westliche Hochdruckgebiet
etwas ostwärts aus und vereinigt sich mit dem östlichen. Im Norden und
Süden des so gebildeten Rückens hohen Drucks liegen Depressionen, die
yegeneinander ziehend die Verbindung der beiden Hochdrnckgebiete am 13.
unterbrechen, um dann dem nordostwärts von England her vordringenden
westlichen Hochdruckgebiet zu weichen, Infolge der während dieser Zeit
vorherrschenden nördlichen Luftströmung sank die Temperatur unter den
Normalwert. Das Hochdruckgebiet bleibt jetzt im Norden liegen; während
ganz Deutschland dem Einfluß einer südlichen Depression untersteht, die mit
mehr östlicher Luftströmung die Temperatur ziemlich nahe dem Normalwert
hält, Am 20. liegt eine Depression über Ostdeutschland, unter deren Einfluß
die Winde nach Norden drehen und starke Abkühlung bringen.
Vom 283. ab verlagert sich das Hochdruckgebiet im Nordwesten nach
Süden, einer im Norden erscheinenden Depression weichend, um dann erst
östwärts, dann nordostwärts fortschreitend, ganz Mitteleuropa zu beherrschen.
Bei der Lage des Kernes des höchsten Luftdrucks über Deutschland traten
an der Küste bei südlicher Luftströmung heitere Tage und starke Erwärmung
ein, die am 31. ihren Höhepunkt erreichten.

Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn
Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei
Berlin SW, Kochstraße 68— 71
            
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