Kleinere Mitteilungen.
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In Helville fand man mit dem Astrolabium an einem Abend in einer
Stunde (18 Sterne) ein von dem mit dem Meridiankreise an 5 Abenden (61 Sterne)
gewonnenen nur um 0.1” abweichendes Resultat.
In Antsirana (Diego Suarez-Bucht) fand man mit dem Astrolabium an
vier Abenden (90 Sterne) .die Breite des Meridianpfeilers zu 12° 16’ 20.8” S,
während Fav6 an vier Abenden (59 Sterne) mit dem Meridiankreise die Breite
zu 12° 16’19.6” S und Mion an drei Abenden (17 Sterne) die Breite zu
12° 16’ 23.4” S fand. Das letzte Resultat ist mindestens 2.6” fehlerhaft.
Die graphische Darstellung der in Montsouris im Jahre 1902 gemachten
Beobachtungen ergab einen durchschnittlichen Fehler in der Länge von 0.75”,
der also kaum größer ist als der Breitenfehler, Wd.
8, Zertrümmerung einer Drachenwinde durch den Druck des Drachen-
drahtes. Am 10. Dezember v. J. ist auf der Drachenstation der Seewarte zu
Hamburg—6Groß-Borstel beim Einholen der Drachen die Trommel der Motor-
winde unter. dem Druck des Drachendrahtes durch einen ringförmigen Riß
zerspalten. Die rechte Backe und ein 4 bis 5 cm breiter Ring der Trommel
sind dabei, indem sich der Riß bis auf 4 cm erweiterte, gegen die Friktions-
scheibe, die den Antrieb vom Motor übernimmt, gedrückt und auch diese ist
an mehreren Stellen geborsten. Die Trommelwand ist an der Bruchstelle
26 mm stark und weist einen fehlerlosen Guß auf.
Seit 10h 24min, wo das Einholen begann, waren zuerst 3500 m Draht
mit langsamem Gang nnd dann 1500 m mit mittlerem Gang eingeholt worden,
als der Bruch mit lautem Knall eintrat. Dies geschah um 12%; die Spannung
im Draht war bereits von 85 kg auf 55 kg gefallen; zur Zeit des Unfalls be-
fanden. sich 8150 m Draht auf der Trommel, was bei den Dimensionen der-
selben 6100 Windungen entspricht; von diesen waren die untersten 680 Windungen
noch nicht in Gebrauch gewesen und nur mit einer Spannung von 5 bis 10 kg
aufgewickelt, die übrigen rund 5400 Windungen standen unter einer Spannung
von durchschnittlich 70 kg; 3150 m Draht und.4 Drachen waren noch in der
Luft. Am vorhergehenden Tage hatte ein Aufstieg bis zu 4500 m Höhe statt-
gefunden mit einer nicht einmal ganz so großen Leinenlänge. Allein während
am 9; die Verhältnisse außerordentlich günstig lagen, wurden am 10. die
Drachen in der Schicht zwischen 100 und 700 m über dem Boden so schwer
mit Glatteis belegt, daß der oberste keine größere Höhe als 3080 m erreichte
und daß sie, trotz schwächeren Windes, infolge des ungünstigen Winkels zum
Horizont stärker zogen‘). Dieses erweist sich aus dem starken Eisansatz der
Drachen nach ihrer Landung und aus den Aufzeichnungen des Meteorographs,
Da an der Bruchstelle der äußere Durchmesser der Trommel 382 mm,
der innere 330 mm, die Wanddicke 26 mm betrug, so war. die Bruchfläche
26 X 382 4330 X mx = fast 30000 qamm. Da die Kraft, der die Trommel nach-
gegeben hat, offenbar in der Richtung parallel zu ihrer Längsachse gewirkt
hat und die Backe nebst Rand vom Rest der Trommel abgerissen hat, so war
nur die, im Verhältnis zu seiner »rückwirkenden« oder Druckfestigkeit geringe
«absolute« oder Zerreißfestigkeit des Gußeisens zu überwinden, ‚Immerhin
beträgt dieselbe 11 bis 13 kg per qmm, die dem Bruch widerstehende Kraft
also 330000 bis 390000 kg. Daß diese enorme Kraft durch die im einzelnen
geringe, aber sich summierende Spannung der 6100 Drahtwindungen über-
wunden werden konnte, erklärt sich dadurch, daß Ringe der oberen Lagen
sich keilförmig zwischen diejenigen der darunter
liegenden Lagen hineinschieben, wie nebenstehende
Figur dies zeigt. Die drei Kreise stellen in ver-
größertem Maßstabe Querschnitte von drei Drähten
dar (der wirkliche Durchmesser des Drahtes ist
nur 0.7 bis 0.9 mm). Um zu verhindern, daß der
obere mit einer Kraft p hinuntergedrückte Draht die beiden unteren als Keil zur
Seite schiebt, sind die Kräfte q und q’ erforderlich, deren jede größer als p
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1) Schwerere Drachen erreichen ihre vertikale Gleichgewichtslage bei einem größeren Winkel
zwischen Drachen und Horizont, stehen also unter stärkerem Winddruck als leichte in demselben Winde.