accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Kleinere Mitteilungen. 
8321 
stammende Musa sinensis, welche nur 2 bis 3 m Höhe erreicht und über deren 
Bestände hinweg die Luftströmungen so ungehindert die Station treffen, daß 
deren Richtung, auch bei leisester Stärke, schon am Erdboden feststellbar ist, 
Nach Norden ist in weitem Winkel der Meereshorizont völlig frei. Nach Süden 
zu steigt das Terrain anfangs in sehr kleinem Winkel, später an dem sogen, 
Monte verde!) stärker zu der Cumbre oder Cordillera an, die sich, jedoch in 
bedeutendem Abstand von der Station (etwa 10 km), von SW nach NO streichend, 
zu beiläufig 2000 m Höhe erhebt. Nach Osten und Westen wird das Tal von Orotava, 
auch Taowo-Mulde genannt, von etwa: 300 m hohen Steilfällen in einem Ab- 
stande von etwa 10 km von einander begrenzt. Die Station liegt nicht genau 
in der Mitte des Orotavatales, sondern näher der östlichen Halde, der »ladera 
de Santa Ursula«, jedoch immer noch mehrere Kilometer von’ ihr entfernt, 
Die Instrumente zur Messung der Temperatur und der Feuchtigkeit der 
Luft sind in einem vom Luftzuge jederzeit durchstrichenen gut konstruierten 
Jalousiehäuschen von etwa 1 m im Quadrat Grundfläche mit spitzem Dache unter- 
gebracht, das durch den Schatten einiger hochstämmigen Baumkronen (Ficus 
nitida, Schinus molle und Araucaria excelsa) fast vollständig vor den Wirkungen 
direkter Sonnenbestrahlung geschützt ist, Der Boden unterhalb des Häuschens 
ist mit einer grasähnlichen, handhohen, kleinen Pflanze (Convallaria japonica) 
so dicht bepflanzt, daß es wie auf einem dunkelgrünen Teppich steht, der die 
Bodenstrahlung herabmindert, Innerhalb des Häuschens sind die Instrumente 
noch durch starke Zinkbleche gegen Bodenstrahlung und etwaige herab- 
fallende Regentropfen geschützt. Die Terminablesungen geschehen um 7 Uhr 
morgens, 2 Uhr nachmittags und um 9 Uhr abends. Die korrekte Anzeigung 
der Luftwärme im Häuschen ist durch außerhalb wiederholt vorgenommene 
Parallelmessung mittels Schleuderthermometer verglichen und als erwiesen 
zu betrachten, . Dr. Oscar Burchard, 
2. Zyklon bei Mauritius am 20. bis 23. Januar 1905. Nach einer 
Mitteilung des Direktors des meteorologischen Observatoriums zu Mauritius 
bewegte sich ein Zyklon von kleinem Durchmesser in den Tagen vom 20, 
bis 23. Januar 1905 von 15° S-Br., 69° O-Lg. bis 23° S-Br., 58° O-Lg.; derselbe 
ging in einer Entfernung von etwa 50 engl. Meilen östlich von Mauritius 
vorüber. Die Fortpflanzungsgeschwindigkeit dieser Erscheinung vergrößerte 
sich von 14,5 km in der Stunde am 20. zu der bislang noch nicht beobachteten 
Geschwindigkeit von 34km in der Stunde am 23. Auf dem Mauritius- 
Observatorium fiel das Barometer von 752.7 mm am 22. auf 741.0 mm am’ 23. 
und die am Dines-Anemometer registrierte stündliche Windgeschwindigkeit 
steigerte sich am 23. von 4m p. Sekunde um 0% V. auf 15'/, m p. Sekunde 
um 4h 30min, Die größte in den Böen registrierte Windgeschwindigkeit betrug 
241/, m p. Sekunde am 23. um 4b 25min, Der, Niederschlag am 23. hatte bei 
einer Dauer von 8?/, Stunden eine Höhe von 57.2 mm. ; 
3. Milchfarbiges Wasser. Der II. Offizier E. Schwendig vom Dampfer 
>»Emma Luyken«, Kapt. Martens, berichtet, daß am 7. September 1904 an der 
Südküste Javas auf einer Reise von Surabaya nach Tjilatjap abends von 81/,h 
bis 11% und von 8.4° S-Br,, 111.3° O-Lg. bis 8.4° S-Br., 111.0° O-Lg. milch- 
farbiges Wasser beobachtet wurde, »Um 81h N bemerkten wir ein stetiges 
Zunehmen in der Helligkeit des Meerwassers über den ganzen Horizont, so 
intensiv, als wenn die See aus weißer, milchartiger Flüssigkeit bestände. 
Außerdem waren die Kämme der Wellen, besonders der Bugwellen, schneeweiß, 
nicht etwa erleuchtet durch einzelne größere Infusorien, welche in allen Meeren 
zuweilen beinahe wie mattes Licht, wie das elektrischer Glühbirnen, strahlen, 
sondern die ganze Fläche der Schaumkronen war grell weiß gefärbt. Am 
südlichen Horizont hob sich der dunkle Himmel scharf vom hellen Wasser 
ab, während im Norden. die Steilküste Javas tiefschwarz so nahe zu sein schien, 
daß bis 1% nachts ein halber Strich abgehalten wurde. .Es herrschte mäßiger 
SO-Wind bei ruhiger See, jedoch eine ziemlich hohe südliche. Dünung. Die 
Nacht war dunkel und sternklar. Um 11% nachts verschwand die Erscheinung, 
1) So genannt, weil dicht mit Erica-Buschwald bestanden. ; 
Ann. a. Hradr etc 1905. Heft VIT.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.