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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1905. 
ordentliche Zunahme des nördlichen Gegenstromes. Zwischen 50° und 40° Leg. 
wehen auf dem Dampferweg NW-Stürme, zwischen 30° und dem Kanal frische 
bis steife O-Winde, 
Verschwinden und Wiedererscheinen des Golfstromes. 
Der besseren Übersicht wegen folgen hier die Gegenden, in denen die 
Ostversetzungen im Hauptstromstrich zuerst aufgehört haben nnd die Gegenden 
des Wiederauftretens. 
Tafel 9. 
Oster CHZE der großen Wiederauftreten, 
Jstversetzungen. 
Länge. Breite, Länge, Breite. 
W x W N 
10, bis 11. Mai. 53° 40” } —° 
as 12, bis 16. 65 37—39 45— 46 41—43 
II. 17. bis 21. 63 39 30-— 44 41—45 
[V. 22. bis 26. 35 39 — 
V. 27. bis 31. « 53 40 — 
VL 1. bis 5. Juni 49 41 — _ 
VIL. 6. his 10. 0 30 »3— 485 30—41 
Wenn die Beobachtungen auch nicht zahlreich und nicht scharf genug 
sind, um den einzelnen Grad zu verbürgen, so ist doch wohl als sicher an- 
zunehmen, daß 
1. in den Tagen vom 22, Mai bis zum 5, Juni der Hauptstromstrich 
viel weiter nach Osten reichte als vor- oder nachher, und daß 
2, während derselben Zeit ein Wiederauftreten des Stromstriches weiter 
im Osten nicht stattfand, wohl aber vor- und nachher, als der Hauptstrom- 
strich schon 8” bis 10“ weiter westlich aufhörte. Dies Zusammentreffen ist 
zu auffallend, als daß man es dem reinen Zufall zuschreiben könnte, Ver- 
schwindet also der Hauptstrom früher als gewöhnlich von der Oberfläche, 
so taucht er später weiter im Osten noch einmal auf, 
Ferner läßt ein Vergleich der einzelnen Zeiträume miteinander in Ab- 
ständen von 5, 10 und 15 Tagen erkennen, daß die Geschwindigkeit des Golf- 
stromes in derselben Gegend oft stark geschwankt hat. Auch wenn man be- 
rücksichtigt, daß der Ort der Versetzung naturgemäß einigermaßen unsicher 
ist, ebenso wie der Betrag, wenn man nur einmal in 24 Stunden die Versetzung 
bestimmt, so ist die Zahl der Fälle, wo Abweichungen in der Geschwindigkeit 
an derselben Stelle zu verschiedenen Zeiten festgestellt wurden, doch zu groß, 
um über die große Veränderlichkeit der Stromgeschwindigkeit auch im Golf- 
stromgebiet einen Zweifel aufkommen zu lassen. 
Gesamtbild aller starken Versetzungen (Fig. VIII, Tafel 9). Ein Gesamt- 
bild der starken Versetzungen für den ganzen Zeitraum vom 10. Mai bis zum 
10. Juni 1904 bietet Fig. VIII, Tafel 9; auf ihr sind, abweichend von den 
Fig. I bis VII, Tafel 9, nur diejenigen Versetzungen eingetragen, die bei 
Richtungen nach dem östlichen Halbkreise 30 Sm, bei Richtungen nach dem 
westlichen Halbkreise 20 Sm und darüber betrugen. Es zeigt sich aus dieser 
Figur, daß die starken Versetzungen — 40 Sm und mehr — in 65° Lg. auf- 
hören; von da bis 58!/,” Lg. kommen höchstens Beträge von 30 Sm vor, weiter 
hin von 58*/,” Lg. bis 58° Lg. treffen wir dann noch einmal hohe Beträge bis zu 
66 und 69 Sm. Bas Spiel der Abnahme und Zunahme tritt also im ganzen 
Zeitraum in ähnlicher Weise hervor, wie in den einzelnen Abschnitten von 
fünf Tagen. 
Zunahme oder Abnahme der mittleren Geschwindigkeit in 1904? Um fest- 
zustellen, ob und wo innerhalb der untersuchten Periode der Golfstrom eine 
Beschleunigung oder Verlangsamung gezeigt habe, wurde der Atlas »Monthly 
Current Charts for the Atlantic Ocean«, herausgegeben in 1897 vom hydro- 
graphischen und meteorologischen Amt in London, zu Rate gezogen. Er be- 
ruht auf einer sehr großen Zahl von Beobachtungen, die bis 1830 zurückreichen. 
Die Junikarte dieses Atlas, die auch für Mai gilt, wurde zugrunde gelegt; 
auf ihr ist -— wie in dem ganzen Atlas — die Größe der mittleren Versetzung 
durch die Länge der Pfeile angegeben, aber außerdem ist in Zahlen der größte 
und kleinste Betrag der Versetzung für 24 Stunden in Seemeilen angegeben,
	        
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