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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Der Golfstrom vom 10. Mai bis zum 15. Juni 1904, 
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Versetzung im Norden tritt weiter im Süden. eine ganz auffallende Abnahme 
der großen Ostversetzungen auf; sie zeigt sich darin, daß. nur in diesem Zeit- 
raum vom 6. bis 10. Juni die Ostversetzungen hier bis auf 30 Sm zurückgehen, 
was in keinem der anderen Zeitabschnitte vorkommt. 
Die nächstgrößten Werte, weiter im Süden, sind ‚also nur :30 Sm, alle 
mit Richtungen zwischen ONO und OSO. Diese Versetzungen liegen zwischen 
37° und 39’4° Br., 70° und 60° Lg. Dann kommen 7 Längengrade mit Strom- 
stillen bis 53° Lg. Hier beginnt zwischen 39° und 41*/,° Br. wieder eine all- 
gemeine Ostbewegung — 7 Versetzungen von wenigstens 20 Sm nach Osten — 
die in 48!/,° Lg. ihr Ende findet, Bis 40° Lg. herrschen dann unübersicht- 
liche Verhältnisse, von da bis zum Kanal. fast Stromstille. — Es liegt nahe, 
ehe wir die Stromverhältnisse im ganzen überblicken, zunächst noch einen 
Blick auf die 
Winde 
der gleichen Periode zu werfen, Da es nicht tunlich war, diese Windverhält- 
nisse auf besonderer Tafel der Arbeit beizufügen, so möge der Leser auf 
die »internationalen Dekadenberichte« der Deutschen Seewarte für Mai und 
Juni 1904 hingewiesen sein, Auch sind die nachfolgenden Bemerkungen 
an sich schon an der Hand der Tafel 9 verständlich, — Zu Fig. I. Tafel 9. 
10. u. 11. Mai 1904: Westwinde vor dem Kanal und die östlichen Versetzungen 
daselbst entsprechen sich. Steife und stürmische NW-Winde zwischen 55° und 
35° Lg. fallen besonders auf; die Zahl der entsprechenden Versetzungen ist 
hier allerdings gering, doch entspricht die größte diesen Winden, — Zu 
Fig. IX. Tafel 9. 12. bis 16. Mai: Für die Gegenströmung im Süden der Haupt- 
strömung. zwischen 62° bis 72° Lg. sind keine entsprechenden Winde beob- 
achtet, weder in diesem, noch im vorhergehenden Zeitabschnitt. Auch für 
das Wiederauftauchen des Hauptstromes in 47° Lg. in diesen 5 Tagen bietet 
der Wind keine Anhaltspunkte, Solche finden sich erst weiter Östlich von 
25° bis. 10° Lg. bei SW-Winden und NO-Versetzungen, — Zu Fig. III. Tafel 9. 
17. bis 21. Mai: Von der Floridastraße bis da, wo der Golfstrom sich östlich 
wendet, herrschen südliche und westliche Winde; in 28° Br. wird in diesem 
Zeitraum die stärkste Versetzung von 86 Sm beobachtet. Eine ganze Anzahl 
von Nordversetzungen zwischen 60° und 50° Lg. steht in deutlichem Zusammen- 
hang mit den hier wehenden, teilweise stürmischen südlichen Winden, Für 
die östlichen Versetzungen zwischen 49° und 42° Lg. sind steife bis stürmische 
Südwestwinde jedenfalls mit verantwortlich. Die SO-Versetzungen in 38° Br. 
sind nach den Windkarten offenbar reine Windtriften. — Zu Fig. IV. Tafel 9. 
22. bis 26. Mai: Westlich von 58° Lg. herrschen meist leichte östliche und 
nördliche Winde, östlich von 58° Lg. vielfach stürmische westliche Winde und 
Stürme, so in der Umgebung der stärksten Versetzung ONO 66 Sm in 52° Lg. 
— Zu Fig. V. Tafel 9. 27%. bis 31. Mai: In der Nähe der amerikanischen Küste 
wehen vielfach leichte östliche Winde, in der Gegend des stärksten Stromes 
von 70° Lg. an bis zu den Gründen überwiegen starke bis stürmische W-Winde, 
den Golfstrom verstärkend und östliche Versetzungen bis zu den Gründen be- 
günstigend. Zwischen den Azoren und den Gründen herrschen steife bis 
stürmische NW-Winde, die die vielfachen SO-Versetzungen erklären. — Zu 
Fig. VI. Tafel 9. 1. bis 5. Juni. Die auffallendste Anderung gegen den vorher- 
gehenden Zeitraum ist die Zunahme östlicher Winde an Zahl und Stärke in 
40° Br. und. südlicher davon zwischen der Küste und 58° Lg. Steife bis 
stürmische NW-Winde wehen auf dem Dampferweg zwischen 50° und 38° Lg, 
von da bis 18° Lg... steife SW-Winde. — Zu Fig. VII. Tafel 9. 6. bis 10. Juni. 
Vorher (s. S. 316) bei den Bemerkungen zu Figur VII, Tafel 9, wurden 
mehrere Gründe angeführt, warum die starke Versetzung WNW 81 Sm in 
417° Br., 68° Lg. am 10. Juni nicht unwahrscheinlich sei. Zu den schon ge- 
nannten Gründen kommen noch die eine solche westliche Versetzung be- 
günstigenden steifen bis stürmischen Ost-Winde des vorigen und dieses Zeit- 
raums hinzu, die in diesem Zeitraum noch weiter südlich reichen und östlich 
Dis 52° Lg., hier Wind ONO Stärke 9, gehen. Diese Windverhältnisse erklären 
sowohl die Abnahme der Geschwindigkeit im Hauptstromstrich als die außer-
	        
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