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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

306 Annalen der Hrdrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1905. 
in Bodenschichten Temperaturen unter 0° im Sommer (und eine eigentüm- 
liche Kaltwasser-Fauna), 
Nach diesen kurzen Angaben über die jährlichen Temperaturverände- 
rungen im Europäischen Eismeer gehe ich zu einer flüchtigen Übersicht der 
Salzgehalt-Veränderungen über. 
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1898 1899 1900 1901 LM 
Im großen und ganzen verlaufen diese Veränderungen auf folgende 
Weise: 
Mit dem Eintreten des Winters nimmt der Zufluß des Süßwassers vom 
Land immer mehr ab; dabei sind nicht nur diejehigen Veränderungen geltend, 
welche auf den Küsten des Eismeeres selbst vor sich gehen, sondern auch die 
Veränderungen in weit entfernten Gebieten. Je größer nämlich der Zufluß 
des Süßwassers an den Westküsten Europas ist, desto geringer muß der Salz- 
yehalt des Nordkapstroms sein. Gleichzeitig nimmt auch das Eisschmelzen 
ab, hört dann auf großen Strecken auf und wird durch Eisbildung ersetzt. 
Dies alles muß natürlich eine Zunahme des Salzgehalts, besonders in den 
oberen Schichten hervorrufen. Zur selben Zeit tritt eine weitere sehr wichtige 
Veränderung ein: je mehr der Zufluß des Süßwassers abnimmt, je mehr Eis 
sich bildet, desto kleiner wird die Differenz des Salzgehalts in verschiedenen 
Schichten und zunächst in den oberen Schichten. Dadurch entstehen mit der 
fortwährenden Abkühlung des Wassers von oben immer günstigere Verhältnisse 
für die vertikale Zirkulation und demzufolge wird der Salzgehalt gleich- 
mäßiger. Am Ende des Winters finden wir den höchsten Salzgehalt, welcher
	        
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