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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

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U) 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1905. 
So beobachteten wir am 9. April 1899 unter 69° 44’ N-Br. und 34° 21’ O-Lg: 
Tiefe in m... 0 50 100 150 200 und 219 
ee ABO ELTA EL7 AL 
Am 31. März 1901 etwas mehr nach Westen unter 69” 32’ N-Br. und 
32° 48’ O-Lg: 
Tiefe in m... U 10 25 50 100 1560 200 250 
ee ALL ALLE LE ALLE ALL ELLE ALL ALL 
Es kann wohl keinem Zweifel unterliegen, daß diese Gleichmäßigkeit 
der Temperatur durch eine gleichmäßige Verteilung des Salzgehalts hervor- 
gerufen wird. Im Winter nimmt ‚der Zufluß des Süßwassers stark ab, dies 
hat zur Folge, daß auch die Differenzen des Salzgehalts verschiedener Schichten 
sich allmählich vermindern, Je mehr dieser Prozeß fortschreitet, desto günstiger 
werden die Verhältnisse für eine vertikale Zirkulation des Wassers. Die an 
der Oberfläche des Meeres abgekühlten Wasser-Partikeln sinken, bis sie die 
Schichten erreichen, deren spezifisches Gewicht in situ größer ist, als das der 
sinkenden Wasserteilchen, und werden durch wärmere Teilchen ersetzt. Je 
gleichmäßiger der Salzgehalt ist, desto tiefer können die Teilchen sinken und 
sobald die ganze Masse des Wassers ein und denselben Salzgehalt erhält, kann 
die vertikale Zirkulation bis zum Boden reichen und eine ganz gleichmäßige 
Temperatur aller Schichten hervorrufen. Wir können uns leicht über- 
zeugen, daß dies wirklich der Fall ist. In der oben angeführten Serie vom 
31. März 1901, wo die Temperatur von 0 bis 250 m +1.1° war, finden wir 
ebenfalls in der Tiefe von 10, 25, 50, 100 und 200 m 34.56 ‚°, (die Proben 
aus anderen Tiefen fehlen, die von der Oberfläche ist offenbar etwas ver- 
dunstet). 
Nach dieser Periode der gleichmäßigen Temperatur tritt bald etwas 
früher, bald etwas später eine neue Erwärmung der oberen Schichten ein 
und von April oder Mai an finden wir das Temperaturmaximum als Regel 
wieder an der Oberfläche. 
Die Verspätung in der Erwärmung der tieferen Schichten können wir 
sehr anschaulich hervorheben, wenn wir mit Hilfe unserer Kurven bestimmen, 
auf welche Jahreszeit in verschiedenen Tiefen die drei wärmsten und die drei 
kältesten Monate fallen; die ersteren können wir als »Sommer« bezeichnen, 
die letzteren als »Winter«. Wir bekommen dann für die Jahre 1898 bis 1899, 
1899 bis 1900 und 1900 bis 1901 folgende annähernde Resultate (selbstverständ- 
lich kann hier von genauen Angaben keine Rede sein): 
A 
] 
1) 
zn 
I 
AN 
1808 —_ 1800 
»Sommer« 
Winter: 
6 5. VIL—F 25. IL—25, V. 
101 13. VIL—) 25.11. 25. V. 
25 120. VIL— 26. . 5.111.—5 VL 
50 | 5. VIIL—5. Xa. | 10. 111L.—10. VI 
100 [10. IX.—10. XIL.' 5. 1V.-—5. VIL 
150 20. IX.—20. XI1.10. LV.—10. VIT 
2300| 5.X—5L | 1. V.—1. VO 
250 | 10.X.—10.1. 20. V.—20. VIIL 
185909 — 1900 
Sommer x „Winter 
5 VI 
25. VIL—25. X 
10.VIIL—10.X1. 
“5. VIM.—15.XE 
LUX 1X 
35 25. XIL 
AL 
10. X.— 10.1. 
10. IE— 16, V, 
12. IL.—13. V. 
15. 11—15. V. 
1.111— 1 VE 
20. IIT.—20. 
25. 111- 
30. II1 
0 TIV- 
1900— 1901 
„Sommer: | Winter« 
3. VI. 
0. VL. 
5, VIL-- 5A. 
5 VII. 5, XL 
A0WIT 20. XT 
XI 
al 
20.1.—20. IV. 
25. 1.—25. IV. 
10. IL—10. V. 
10. IL—10. V. 
20, I1L—20. V. 
UL WV., 
—. Ve. 
A 1a1.— 20, VI 
„74. A.“ 
1 * 1 
Was die Temperatur-Amplituden sowie die Temperatur selbst in ver- 
schiedenen Tiefen anbetrifft, so kann der Leser sich eine genügende Vorstellung 
darüber nach den Kurven machen. Die Amplituden ein und derselben Schicht 
sind in verschiedenen Jahren sehr verschieden; mit der Tiefe nehmen die 
Amplituten beträchtlich ab. Die Erwärmung sogar in tiefen Schichten kann 
ziemlich groß sein, So finden wir z. B. am 25. Oktober 1898 ungefähr unter 
69° 20’ N-Br. und 33° 85’ O-Lg. (am Eingang in den Kola-Fjord) folgende 
Verteilung der Temperatur: 
Tiefe in m ..... 0 25 50 100 
Br L59_L69 L60 L71 16.9
	        
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