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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

288 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1905. 
Änderungen für die drei Beobachtungstermine berechneten Werte der inter- 
diurnen Veränderlichkeit der Temperatur (I T. V.) schwankten mit ihren 
größten Werten zwischen 1.4° (Wustrow) und 2,3° (Neufahrwasser), mit ihren 
kleinsten Werten zwischen 1.1° (Wustrow, Memel) und 1.6° (Wilhelmshaven, 
Hamburg und Swinemünde); die größten Werte erreichte die interdiurne Ver- 
änderlichkeit der Temperatur am Nachmittag. 
Die monatlichen Niederschlagsmengen schwankten zwischen 71 und 27 mm 
an der deutschen Küste, Die größten Werte erreichten Brunshausen und 
Flensburg mit je 71mm, den niedrigsten Warnemünde mit 27 mm, Sonst 
waren die Niederschlagsmengen über die ganze Küste ziemlich gleichmäßig 
verteilt und hielten sich in den Grenzen 40 und 50 mm. — Sehr erhebliche, 
in 24 Stunden 20.0 mm übersteigende Niederschläge traten nicht auf, — Der 
Monat war im allgemeinen ziemlich regnerisch, ohne daß durch reichlichen 
Niederschlag besonders ausgezeichnete Tage zu vermerken waren. — Als 
heitere Tage, an denen die Bewölkung im arithmetischen Mittel aus den dreimal 
täglichen Beobachtungen nach der Skala 0 bis 10 kleiner als 2 war, sind über 
yrößerem Gebiete mit Ausnahme des 15. an der südlichen Nordseeküste keine 
Tage zu verzeichnen; dieselben waren nur sehr vereinzelt, häufiger an der 
Ostsee als an der Nordsee, aber auch da nur höchstens 3 während des Monats 
an einem Orte, beobachtet, so daß die Witterung während des ganzen Monats 
als andauernd trübe bezeichnet werden muß. 
Gewitter wurden in großer Ausdehnung nur am 29, an der ostdeutschen 
Küste von Rügenwaldermünde bis Memel beobachtet, sonst nur noch am 11. 
in Brunsbüttel, Glückstadt und Hamburg und am 29. noch in Süderhöft und 
Schleimünde, 
Nebel way über größerem Gebiete nur am 12, beobachtet, und zwar an 
der nördlichen Nordsee- und der Ostseeküste, Sonst kam Nebel nur vereinzelt 
vor; Borkumriff verzeichnete im April als nebelreichster Ort 6 Nebeltage, 
Das in den letzten Tagen des vorhergehenden Monats im Süden Europas 
liegende Hochdruckgebiet zeigt am 1. und 2, April in seiner Lage noch wenig 
Änderung. Das Wetter hat daher noch seinen milden Charakter infolge der 
westlichen Winde beibehalten. Ein Teilminimum schreitet am 3. von der 
Nordsee über Jütland nach Polen; unter Drehung der Winde nach Norden 
and Nordosten sinkt die Temperatur; das Wetter ist veränderlich. 
Im Rücken der fortziehenden Depression hat sich über England ein 
Hochdruckgebiet gebildet, das, südostwärts fortschreitend, am 4. ganz Mittel- 
europa beherrscht und bei leichten Winden aufklarendes Wetter bringt; doch 
schon am folgenden Tage ist es einer von Westen heranrückenden Depression 
gewichen, die, im Norden vorbeiziehend, Ausläufer über Norddeutschland ost- 
wärts sendet. Unter deren Einfluß ist das Wetter an der Küste bei erst 
westlichen, dann mehr nördlichen Winden entsprechend zuerst noch milde, 
vom 6, an dagegen ziemlieh kalt in Begleitung von Schneefällen. Am 9, und 
10. bereitet sich ein Umschwung der Wetterlage vor, so daß in der ganzen 
nächsten Dekade Depressionen im Westen, nachher im Süden herrschen, Hoch- 
druck im Norden liegt, Bei meist östlichen Winden ist das Wetter daher in 
der zweiten Aprildekade kalt und, da die Küste unter dem Einfluß der 
Depressionen steht, trübe, Am 20. verschiebt sich die Wetterlage, indem eine 
Depression aus dem Süden nach Norden vorrückt, das Hochdruckgebiet west- 
wärts zurückdrängend. Somit finden wir in den nächsten Tagen Hochdruck 
im Westen Europas, Depressionen Östlich. Die trübe, kühle‘ Witterung 
dauert fort. 
Vom 25. ab neigt die Wetterlage mehr der Luftdruckverteilung, die 
Ende März herrschte, zu, wodurch ein allmähliches Steigen der Temperatur 
bei mehr westlichen Winden eintritt. Vom 28, ab herrschen Depressionen im 
Westen über England vor. Bei südwestlichen Winden ist daher das Wetter 
wärmer, wenn auch trübe und naß, 
Fa 
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Berlin SW. Kochstraße 68—71
	        
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