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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

282 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1905. 
tabilische Plankton: Diatomeen und Peridineen der Nordsee und des nor- 
wegischen Nordmeeres, kursmäßig. Systematische Übersicht und Demonstration 
sämtlicher Arten. Verhältnis zu den Meeresströmungen, Verbreitung und 
Entwickelung. IV. B, Helland-Hansen: 1. Unterricht mit Laboratoriums- 
Übungen in den Methoden der ozeanographischen Untersuchungen, 2. UÜber- 
sicht über die bisherigen ozeanographischen Untersuchungen in den nord- 
europäischen Meeren, 3. Vorlesungen über theoretische Hydrographie, 
einschließlich der hydrodynamischen Berechnung der Meeresströmungen, 
V. Dr. Johan Hjort: Übersicht über die Biologie wichtiger Fischarten des 
Nordmeeres, sowie über die Fischereien der Nordsee und des norwegischen 
Nordmeeres. VI. Dozent C. F. Kolderup: 1. Die Ablagerung des Meeres, 
2. Die glazialen und postglazialen Ablagerungen Norwegens. 
Anmeldungen müßten bis zum 1. Juli d. J. an »Bergens Museums Institut 
für Meereskunde«, Bergen, Norwegen, geschickt werden, 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
Kaiserliche Marine, Deutsche Seewarte: Atlas der Stromversetzungen 
auf den wichtigsten Dampferwegen im Indischen Ozean und in den 
ostasiatischen Gewässern. Herausgegeben von der Deutschen Seewarte. 
F. 858. Text u. 52 Taf. Hamburg 1905. L. Friederichsen & Co. 
Dieser in erster Linie für den praktischen Seemann bestimmte Atlas ist nach denselben 
(Grundsätzen entworfen, wie die auf der Rückseite der Monatskarten des Nordatlantischen Ozeans ab- 
redruckten Stromkarten für die Fahrt zwischen dem Kanal und der Magellan-Straße. Entlang 
bestimmter, dem Dampferverkehr dienender Linien sind in angemessenen Abschnitten (etwa in 
X) Sm Ahstand) Stromsterne eingetragen, aus denen der Schiffsführer die Häufigkeit wie die 
mittlere Stärke der dort beobachteten Stromversetzungen (nach 16 Kompaßstrichen) und die Strom- 
stillen für jeden Monat entnehmen kann. Der freie Raum neben den Kurskarten enthält eine 
‚abellarische Übersicht des verwerteten Materials, mit Angabe der Mittelwerte und der größten in 
len deutschen Schiffsjournalen verzeichneten Stromstärken. Alle Beobachtungen stammen aus- 
schließlich von deutschen Dampfschiffen, und es wird nicht nur von den Xchiffsführern selbst mit 
Dankbarkeit begrüßt werden, daß ihre in den Nchiffsjournalen niedergelegten Beobachtungen so der 
Praxis wieder zugute kommen, sondern es sollten auch weitere Kreise mit Genugtuung Kenntnis 
davon nehmen, wie zahlreich und gehaltvoll die Beobachtungsdaten sind, über die unsere Neewarte 
lurch die Mitarbeit der deutschen Dampferkapitäne bereits verfügt. Auch die Wissenschaft hat 
allen Grund, diese Veröffentlichung der Seewarte mit Beifall aufzunehmen. Allerdings beziehen sich 
die Strombilder ausschließlich auf die schmalen Wege, denen unsere Dampfer auf der Fahrt von 
Aden nach dem Kapland oder über Cevlon nach Ostasien und Australien folgen. Aber bei vor- 
sichtiger Verwendung gestatten sie doch manche bedeutsame Schlußfolgerung, und wenn es der 
Direktion der Secwarte ermöglicht wird, die in der Vorrede angekündigte Absicht auszuführen und 
einen solchen Atlas für die ganze Fläche des Indischen Ozeans in derselben exakten Form aus- 
zuarbeiten, so wird damit der Wissenschaft ein ganz hervorragender Dienst erwiesen werden, — 
Auf das praktisch Wichtige und wissenschaftlich Neue im Inhalt der auf 26 doppekseitig bedruckten 
Blättern gelieferten 52 Routenkarten weisen die einleitenden Begleitworte bereits ausführlich hin. 
An dieser Stelle mag nur auf zwei Erscheinungen kurz eingegangen werden, 
Die ostafrikanischen Küstengewässer erscheinen auf Grund des hier vorgelegten Materials 
nunnmchr als dasjenige Meeresgebiet, wo der Schiffer den stärksten Meeresströmungen über- 
haupt begegnet (von den bis 11 Knoten erreichenden lokalen Gezeitenströmen natürlich abgesehen). 
War schon aus englischen Beobachtungen, den Monthly Current Charts for the Indian Oecan (1596), 
zu ersehen, daß an der Somaliküste besonders zur Zeit des Südwestmonsuns Stromversetzungen bis 
zu 110 Sm (in 24 Stunden) wahrgenommen sind, so gehen nach dem deutschen Material diese 
Maximalwerte noch darüber hinaus. Für den Juli, wo der englische Atlas alk Maximum 95 Sm 
verzeichnet, kennt die Secwarte Versetzungen nach Nordosten in der Größe von 122, ja 131 Sm. 
Das übertrifft also noch die Stärke des CGolfstroms in der Florida-Straße, wo die in der Literatur 
verzeichneten höchsten Werte 120 Sm nicht überschreiten. 131 Sm in 24 Stunden sind 5! , Knoten 
in der Stunde oder 2,5 m p.®., also 1m p. 8. mehr, als die großen Ströme wie Rhein, Mississippi 
and Amazonas bei Hochwasser leisten, Bemerkenswert ist, daß schon für die Alten die Somaliküste 
sin Meeresstrich war, von dessen auffallend starken Strömungen sie zu berichten hatten (in dem 
wa um 90 n. Chr. geschriebenen Periplus Maris Erythraei), — Für die Mosambiqueströmung gibt 
der englische Stromatlas meist etwas höhere Werte als die Seewarte (so im Dezember 1X) Sm, wo 
lie Secewarte 93 hat), während der Agulhasstrom nach dem (hier übrigens noch nicht schr reich- 
haltigen) deutschen Material längst nicht so kräftig erscheint wie nach dem englischen Atlas, der 
ihm als Maximalwerte in acht Monaten 100 bis 115, in allen über 90 m zuerkennt. 
Eine zweite Tatsache, die übrigens schon im englischen Stromatlas versteckt enthalten ist, 
aber doch hier von der Necwarte durch ihre ungleich Jeistungsfähigere Darstellungsmethode erst 
anthüllt und anschaulich gemacht wird, ist der allgemeine Unterschied in den Stromstärken des 
Arabischen und Bengalischen Golfs: der Arabische zeigt sich durchweg schwächer bewegt, auch zur 
Zeit des daselbst so starken Südwestmonsuns, Der ursächliche Zusammenhang mit den Wind- 
Haanlean 1äßt sich ans dem hicher zueäneglichen Material nach nicht mit hinreichender Gewißheit
	        
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