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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

280 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1905. 
Hypotenuse des Dreicks nicht mit der Nulllinie des Transporteurs zusammen, 
sondern ist ihr nur parallel, Dies schadet zwar in den Fällen, wo doch eine 
Parallelverschiebung nötig wird, nichts und hat auch einen gewissen Vorteil, 
insofern die nicht am Rand gelegene Transporteur-Nulllinie Beschädigungen 
weniger ausgesetzt ist und die genaue Einstellung eines Punktes auf den 
Rand etwas schwerer als auf eine Gerade mitten in der Fläche ist. Die ein- 
fache Grundaufgabe des Eintragens eines gegebenen Winkels an einem 
bestimmten Punkt M, (Fig. IV) einer gegebenen Geraden M,A wird aber 
merklich erschwert, da man entweder erst einstellen muß, indem die Kreis- 
mitte M auf M, fällt, und dann den Transporteur parallel verschieben muß, 
bis M, auf die Dreieckshypotenuse gelangt, oder beim Auflegen des Trans- 
porteurs ihn so schieben muß, daß gleichzeitig die Kreismitte M und der 
Kreisteilpunkt W auf die gegebene Gerade fallen, während zugleich die 
Dreieckshypotenuse durch M, geht. Das Einrichten nach diesen drei Be- 
dingungen, was übrigens ebenso mit der Form I und der noch zu besprechenden 
Form V ausgeführt werden könnte, ist aber unbequem und schwierig. Ein 
anderer Nachteil dieser Vorrichtung ist der, daß die auf der Unterseite ein- 
geritzten Teilungen und Bezifferungen auf Unterlagen mit reichlichen 
Signaturen, Buchstaben und besonders Ziffern, nicht immer leicht er- 
kennbar sind, 
Eine Reihe von Versuchen, Transporteur und Dreieck zu einem Instrument 
zu vereinigen, das von den bisher verbliebenen Mängeln frei ist, hat den 
Kartographen im Reichs-Marine-Amt, G. Pellehn, zu den folgenden beiden 
Formen geführt, die von der Firma A. Blankenburg, Berlin SO, hergestellt 
werden: 
V. Der Rahmenwinkel mit Halbkreis (Preis. vorläufig auf 6 Mark 
festgesetzt) (Fig. V), ist ein 8 mm dickes, kräftiges Dreieck aus Birnbaumholz 
von 37 cm Hypotenusenlänge, in das ein messingener Halbkreis-Transporteur 
mit Gradteilung außen (Radius 6*/, cm) und Viertelstrichteilung innen (4'/, cm 
Radius) eingelassen ist. Er besitzt deutliche Lesbarkeit auf jeder Unterlage, 
läßt sich bequemer anfassen und handhaben als ein Volldreieck; und es 
besteht bei dem kräftigen Holz, das an der Langseite noch durch die Messing- 
platte des Transporteurs versteift ist, viel weniger Gefahr des Werfens als 
bei Zelluloid. Allerdings bleibt bei dieser Form der Nachteil, daß die Zieh- 
kante nicht mit der Nulllinie des Transporteurs zusammenfällt, 
VI. Diesen Nachteil vermeidet die Form (Fig. VI), ein Volldreieck 
mit Halbkreis. Es besteht aus 3 mm dickem durchsichtigen Zelluloid. Das 
Dreieck hat 30 em Hypotenusenlänge, der innere Kreis mit Viertel-Strichteilung 
hat 9 cm, der äußere mit Gradteilung 10'/, cm Radius. Der Apparat unter- 
scheidet sich von dem Fulstschen dadurch, daß die Transporteur-Nulllinie 
zugleich die Ziehkante ist, und daß die beiden Kreisteilungen auf der Unter- 
seite durch einen Streifen weißen undurchsichtigen Speziallacks sowohl gegen 
Beschädigung gesohützt als auch ganz besonders auf jeder beliebigen Unter- 
lage stets gleich deutlich sichtbar gemacht sind. Die Teilung läuft links 
herum von 0° bis 180°, so daß entsprechend der Anweisung unter II jeder 
Winkel unmittelbar angetragen werden kann, und zwar mit einer Schenkel- 
länge von 15cm nach beiden Richtungen vom Mittelpunkt aus. Bei den 
Formen II und IV trägt jeder der beiden Viertelkreise eine Bezifferung von 
0 bis 90°, der eine links, der andere rechts herum, wodurch Irrtümer möglich 
werden, Die links herum durchgehende Teilung von 0° bis 180” der Form VI 
macht dagegen solche Fehler unmöglich. Ein zweites, mit dem ersten 
kongruentes ebensolches Dreieck enthält die weiter fortgeführte Teilung von 
180° bis 360° und ergänzt so den Apparat zum Vollkreis-Transporteur, wobei 
die lange Ziehkante den Vorteil eines Alhidaden-Transporteurs bietet, ohne 
ein Durchziehen der Geraden durch die Kreismitte auszuschließen. Das zweite 
Dreieck vertritt zugleich die Rolle des Lineals in den Fällen, wo eine Parallel- 
verschiebung, wie unter II beschrieben, erforderlich wird. Der Preis beträgt 
für jedes der beiden Dreiecke 5.50 Mk.
	        
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