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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1905, 
Ob das Interesse und der Wetteifer der Nationen jetzt bereits wieder 
erlahmt ist, steht dahin, Hoffentlich ist dies nicht der Fall, denn ein Blick 
auf die Karte lehrt uns, daß zur gründlichen Erforschung der geographischen 
Verhältnisse, der Verteilung von Land und Wasser, noch eine ganze Anzahl 
von Expeditionen nötig ist und alle bisherigen Expeditionen doch nur eben 
vermocht haben, den Schleier der unbekannten Südpolar-Regionen an einigen 
Stellen etwas zu lüften. 
Walther, 
Fregatten-Kapitän z. D. 
Transporteur und Dreieck. 
Die auf allen Gebieten der angewandten Geometrie wiederkehrende 
Aufgabe, gegebene Winkel in eine Figur einzutragen, oder umgekehrt in 
einer Figur enthaltene Winkel abzulesen, tritt auch dem Seemann und 
dem nautischen Kartographen beim Eintragen oder Ablesen von Kursen 
and Peilungen immerwährend entgegen. Zu ihrer Lösung finden wir ver- 
schiedene Methoden und Instrumente ausgebildet, die im Grund alle auf 
die Verwendung eines geteilten Kreises und eines Lineals, mitunter mit 
Vorrichtungen zur Parallelverschiebung des letzteren, hinauslaufen. Da auf 
den Seekarten mit geradlinigen Meridianen unmöglich in jedem Kartenpunkt 
der astronomische oder der bei den mißweisenden Peilungen zu benutzende 
magnetische Meridian gezeichnet vorliegen kann, sind hier Parallelverschiebungen 
der Richtung unvermeidlich, Man hat es deshalb praktisch gefunden, miß- 
weisende Kompasse in die Karte einzuzeichnen, und überträgt von diesen aus 
die Richtungen, z. B. unter Benutzung des Doppellineals mit Scharnieren. 
Bei der Veränderlichkeit der Mißweisung mit dem Ort auf der Erde kann 
jeder solche mißweisende Kompaß nur für ein beschränktes Gebiet gelten; 
auf Übersichtskarten ist er also unverwendbar. Da aber auch mit der Zeit 
die Mißweisung sich ändert, so veralten diese Kompasse und geben Ver- 
anlassung zu großen Berichtigungen der Karten; der Benutzer der alten 
Karte muß dann an seinem Kompaß die inzwischen eingetretene Säkular- 
änderung anbringen, so daß ein solcher Kompaß vor einem rechtweisenden 
nichts mehr voraus hat, an dem ebenso die Gesamtdeklination angebracht 
werden könnte. Infolgedessen finden wir auf UÜbersichtskarten nur recht- 
weisende Rosen, und Franzosen und Italiener pflegen auch auf ihren Spezial- 
karten auf jede Rose zu verzichten, 
Geht man so doch im Grund von der wahren Nordrichtung aus, die 
als Meridian an mehreren Stellen der Karte gezeichnet vorliegt, so bedeutet 
es eine Vereinfachung, die Kreisteilung am Übertragungsinstrument statt in 
der Karte zu besitzen, 
Als solches Instrument bietet sich uns der Transporteur. 
I. In der ursprünglichen Form des Halbkreis-Transporteurs (Fig. I) 
ist er allerdings für den gedachten Zweck nicht praktisch; denn um mit ihm 
auch nur an einem Punkt M, in dem der Meridian M A gezeichnet vorliegt, 
einen Winkel anzutragen, sind folgende Handgriffe nötig: 
1. Der Transporteur wird mit der Nulllinie auf AM und mit der 
Kreismitte auf M gelegt. 
2. Der Punkt © wird bei dem betreffenden Winkelteilstrich W markiert, 
3. Der Unterrand des Transporteurs wird in die Verbindung CM gelegt, 
Die Gerade CM wird ausgezogen und nötigenfalls verlängert. 
II. Die Form (Fig. II) des Transporteurs, bei der die Kreismitte im 
Unterrand selbst liegt, bedeutet hiergegen eine wesentliche Vereinfachung:
	        
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