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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1905. 
2, Es treten auf dieser Route trotz des Vorherrschens der westlichen 
Winde auch andere recht häufig auf. 
3. Stärkere Stürme sind keine Seltenheit, so daß von vornherein auch 
für die höheren Windstärken eine größere Zahl von Beobachtungen zu 
erwarten war; eine Annahme, die der Verlauf der Untersuchung, wenigstens 
bis Windstärke 9 der Beaufortskala, bestätigt hat. 
4. Auf der Aus- und Heimreise sind unter sonst gleichen Verhältnissen 
annähernd gleiche Geschwindigkeiten zu erwarten, weil die von den Dampfern 
für die Heimreise in den Vereinigten Staaten eingenommene Kohle etwa 
gleichen Brennwert hat wie die auf der Ausreise gebrannte. Im anderen Fall 
würde der Umstand, daß Kohlen von verschiedenem Brennwert benutzt werden, 
Änderungen in der Geschwindigkeit verursachen, die mit der Abhängigkeit 
vom Winde nichts zu tun haben, 
Einteilung und Ausziehung des Beobachtungsmaterials. 
Von großem Einfluß auf die Fahrtgeschwindigkeit eines Dampfers ist 
unter anderem sein Tiefgang, indem derselbe Dampfer im allgemeinen um so 
langsamer läuft, je schwerer er beladen ist. Im Verlaufe einer jeden Reise 
erfolgt nun eine Abnahme des Tiefganges und damit eine Erhöhung der Ge- 
schwindigkeit gegen Schluß der Reise, Da nun aber von dem hierdurch ent- 
stehenden Fehler von vornherein zu erwarten war, daß er sich auf alle Winde 
in gleicher Weise verteilen werde, daß er demnach ein zufälliger und kein 
prinzipieller sei, folglich nach dem Gaußischen Prinzip durch Häufung der 
Beobachtungen zu entfernen, mindestens aber stark zu verkleinern sei, so ist 
auf ihn weiter keine Rücksicht genommen worden. 
Gleiches gilt nun aber keineswegs für den durch das verschiedene Ge- 
wicht der Ladungen entstehenden Fehler, Die Ladung bleibt zwar für ein 
and dieselbe Reise ziemlich unverändert, ist aber auf verschiedenen Reisen 
bei einigen Dampfern großen Schwankungen unterworfen, und zwar nament- 
lich bei den Frachtdampfern »Pennsylvania«, »Bulgaria« und »Borkum«, 
Während die Schnelldampfer »Deutschland«, »Kronprinz Wilhelm«, »Kaiser 
Wilhelm der Große«, »Fürst Bismarck«, »Kaiserin Maria Theresia« und »Großer 
Kurfürst« auf der Aus- und Heimreise etwa gleichen Tiefgang haben, sind 
die vorgenannten Frachtdampfer auf der Heimreise meist beträchtlich schwerer 
beladen wie auf der Ausreise, Der hierdurch entstehende Fehler wäre als 
ein zufälliger anzusehen, wenn auf dem Wege vom Kanal nach New York’ alle 
Windrichtungen etwa gleich häufig vertreten wären. Nun findet aber ein 
ausgesprochenes Überwiegen der westlichen Winde statt. Die Folge eines 
Zusammenwerfens sämtlicher Beobachtungen wäre also, daß bei den Fracht- 
dampfern die Beobachtungen von Gegenwinden meist bei leicht beladenen, 
die von Mitwinden meist bei schwer beladenem Schiff gemacht wären. Für 
Gegenwinde würden sich demnach im Mittel zu hohe, für Mitwinde zu geringe 
Fahrtgeschwindigkeiten ergeben. Es mußten daher die Beobachtungen der 
Frachtdampfer in solche bei leicht und in solche bei schwer beladenem 
Dampfer getrennt werden. 
Als notwendig erwies sich ferner, auch auf das ewig wechselnde Ver- 
hältnis zwischen Wind und Seegang Rücksicht zu nehmen, um für gleiche Winde 
nicht aus allzu verschiedenen Angaben der Schiffsgeschwindigkeit das Mittel 
bilden zu müssen. Es wurden deshalb die Beobachtungen sämtlicher Dampfer 
in zwei Klassen geteilt. Zur ersten Klasse — ruhige See — wurden die Be- 
obachtungen gerechnet, bei denen der Seegang als ruhig, leicht bewegt, bewegt, 
lebhaft bewegt, ziemlich grob usw. bezeichnet war, zur zweiten Klasse — hohe 
See — die, bei denen grobe, hohe, sehr hohe, wilde usw. See angegeben war. 
Weshalb auf die Umdrehungsgeschwindigkeit der Schraube, von der 
doch die Geschwindigkeit eines Dampfers in allererster Linie abhängt, keine 
Rücksicht genommen ist, wird im letzten Abschnitt näher erläutert werden. 
Was die Gewinnung ‚des Beobachtungsmaterials anbelangt, so waren 
die Windrichtung und -stärke stets unmittelbar aus den Schiffsjournalen zu 
entnehmen: die Distanz hingegen nur dann, wenn die Uhr innerhalb der
	        
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