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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

274 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1905. 
Feuchtigkeit zu niedrige Werte, Der erstgenannte Einfluß muß gegen die 
Methode sprechen, da das Auftreten starker lokaler Temperaturerniedrigungen 
der Mehrzahl nach gerade diejenigen Fälle charakterisiert, in denen gegen 
die Anwendung der barometrischen Höhenformel auch für relativ mäßige 
Höhen der berechtigte Einwand erhoben worden ist, daß sie bei Einstellung 
der Außentemperatur in die Rechnung zu hohe reduzierte Luftdruckwerte 
ergebe; eine weitere Erhöhung dieser Barometerstände müßte daher in solchen 
Fällen wenig erwünscht erscheinen, 
Zusammenfassung. 
Es ist von Vorteil, in die barometrische Höhenformel eine neue 
Größe (d) einzuführen, die es ermöglicht, unabhängig von der Art der 
Reduktion der gegebenen Barometerstände und dem Orte ihrer Beobachtung 
bezw. Registrierung (Berg- oder freie Atmosphäre) beliebig jede Rechen- 
tabelle zu benutzen, die mit einer der Konstanten 18400, 18429 oder 18446 
berechnet ist. 
Die Integration der Differentialgleichung 1äßt sich unter Ein- 
führung der gewöhnlichen Annahmen über die vertikale Anordnung von 
Temperatur und Wasserdampf in der Atmosphäre innerhalb der erreichbaren 
Genauigkeit in geschlossener Weise ohne Reihenentwicklung ausführen. 
Der Integrationseffekt ergibt für die Temperatur nur die Hinzu- 
fügung einer kleinen Korrektion zu der in der gewöhnlichen Weise in 
Rechnung gestellten arithmetischen Mitteltemperatur. Diese Korrektion hat 
auf das Resultat nur etwa den gleichen Einfluß wie die in die Formel ein- 
gehende Reduktion auf die Schwere im Meeresspiegel, 
Alle neben der Höhe oder dem Höhenunterschied und der Temperatur 
der oberen Station in die Höhenformel eingehenden Elemente lassen ihren 
Einfluß behufs Ableitung einer reduzierten Temperatur als Korrektionen 
der oberen Temperatur berechnen (Tabellen III bis VIII). Diese Methode der 
Einführung der reduzierten Temperatur bietet für die Anwendung der 
Höhenformel in der Praxis die größten Vorteile und erscheint jeder 
anderen Methode überlegen. 
. Rechnet man die in Temperaturkorrektionen umgerechneten Ein- 
wirkungen der verschiedenen Elemente der Höhenformel weiter in die ent- 
sprechenden Anderungen des Luftdrucks im Meeresspiegel (Tabellen IX 
bis XVI) um, so ergibt sich ein sehr klares Bild über den Einfluß, den die 
verschiedenen Elemente auf die Meeresniveaukorrektion zu gewinnen ver- 
mögen, Für mäßige Höhen vermag die Feuchtigkeit bei hohen Dampf- 
spannungen relativ großen Einfluß auf das Rechenergebnis zu gewinnen 
und selbst den Einfluß der Temperaturkorrektion a zu üÜbersteigen, Bei 
großen Höhen ist der Einfluß dieser Größe so erheblich und, abhängig 
von a, von so verschiedenem Betrage, daß alle übrigen Korrektionen hiergegen 
zurückstehen und die Reduktion von Barometerständen hoch gelegener 
Orte angesichts der Unsicherheit der Annahme über den Wert von a im 
Einzelfall mit sehr großer Unsicherheit behaftet wird. Von genau der- 
selben Größe muß diese den Reduktionen der am Meeresspiegel beobachteten 
Barometerstände auf ein oberes Niveau von gleicher Höhe anhaften. 
Die Berücksichtigung der Feuchtigkeit der Luft nach dem Vor- 
schlag von Laplace kann nicht empfehlenswert erscheinen, da sie den 
für den Meeresspiegel berechneten Luftdruck bei starkem Frost vergrößert 
und somit den für den Fall lokal auftretender starker Temperaturerniedrigung 
gegen die gewöhnliche Art der Anwendung der Höhenformel geltend gemachten 
Mangel noch erhöht.
	        
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