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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Grossmann: Die barometrische Höhenformel und ihre Anwendung. 271 
Änderung um 0.17 mm für eine Luftsäule von 500 m und bereits eine solche 
von 1.74 mm für eine Luftsäule von 5000 m hervor. 
Die Tabellen X bis XVI zeigen in besonders klarer Weise den Einfluß 
der verschiedenen Elemente der Höhenformel auf die Meeresniveaukorrektion, 
Den geringsten Einfluß besitzen, etwa von der gleichen Größe, £& und die in 
die Höhenformel eingehende Schwere-Höhenreduktion; größere Beträge liefert 
die in die Formel eingehende Schwere-Breitenreduktion,  Erheblich größere 
Beträge ergibt der Wasserdampfghalt der Luft und besonders für die unteren 
Niveaus; sie vermögen bei hohem Dampfgehalt hier sogar den Einfluß der 
Reduktion auf Mitteltemperatur zu übersteigen. Uber 1000 m Höhe tritt die 
Einwirkung der Luftfeuchtigkeit aber in schnell zunehmendem Grade gegen 
den Einfluß der Korrektion as zurück, der für große Höhen solche Werte 
erreicht, daß alle übrigen Elemente der Höhenformel gegen ihn fast be- 
deutungslos werden. Je nachdem wir als Maß der Temperaturabnahme nach 
der Höhe 0.004° oder 0.008° pro Meter annehmen, zeigt Tabelle XI der Reihe 
nach für die Höhen 2000, 3000, 4000 und 5000 m Änderungen des Luftdrucks 
im Meeresspiegel — bei gleichbleibendem Luftdruck in der Höhe — von 2,6, 
5.9, 10.3 und 15.7 mm an. Hier tritt scharf hervor, welche Unsicherheit der 
Reduktion von Barometerständen größerer Höhen auf den Meeresspiegel im 
Einzelfall anhaften muß, | 
Da der Ausdruck 30. nur sein Vorzeichen wechselt, wenn es sich bei 
gleichbleibendem Luftdruck im Meeresspiegel um die entsprechenden Anderungen 
des Luftdrucks in oberen Niveaus handelt, so ergibt sich für die Reduktion 
der Barometerstände auf höhere Niveaus die genau gleich große Unsicherheit 
für den Einzelfall, so daß die Zeichnung der Isobaren größerer Höhen auf 
Grundlage der Luftdruckverteilung am Meeresspiegel bei aller Umsicht, hin- 
sichtlich der Festsetzungen über die Größe der vertikalen Temperaturabnahme 
mit einer recht großen Unsicherheit behaftet bleiben muß. 
Die Berücksichtigung der Luftfeuchtigkeit in der Höhenformel nach dem 
Vorschlage von Laplace. 
Stellt man in die barometrische Höhenformel, um die Luftfeuchtigkeit 
zu berücksichtigen, 1 + 0.004 T statt 1 + 0.008367 T ein, so entspricht dies 
nach unseren Bezeichnungen der Einführung des Wertes 4.” == 0.09 T, da 
1+0.004T = 1 + 0.00367 (T +4.) ist. Um den Grad der Berechtigung 
dieses Verfahrens zu prüfen, wurden für die Temperaturen von — 20° bis 
+30° und die verschiedenen Stufenwerte der relativen Feuchtigkeit die 
Dampfspannungen E aufgesucht, die Quotienten E:760 berechnet und für 
diese aus Tabelle III die wirklichen. Werte 4., für H = 500m entnommen; 
dann wurden die Unterschiede gegen die entsprechenden Werte 4,” gebildet 
und diese auf Änderungen der Meeresniveaukorrektionen umgerechnet. Das 
Ergebnis zeigt die folgende Tabelle, 
Erforderliche Korrektionen des unter Einführung von 1 + 0,004 T an Stelle von 1 + 0.00367 LT 
auf Meeresniveau reduzierten Luftdrucks in 500 m Höhe =- bei einem Luftdruck von 760 mm 
im Meeresspiegel (mm). 
Relative Feuchtigkeit % 
20 | 30 | 40 ' 50 "60. 1 70 SO "90 1 100 
—0:390 —0.39 
-0.22 —0.22 
0.09 —0.10 
1m ] —0.03° | — 0.05 
0.03 | — 0.03 | — 0.07 
A0Q0R 0.14 --N20 
a 
> 1.0.20 |-4 0.17 0.14) 0.10 |) 0.07 
17920 [+ 0.17 |-+014 1320 TU 
Bei: starkem. Frost, der mit hohen relativen Feuchtigkeiten aufzutreten 
pflegt, gibt‘ die Methode von: Laplace also nicht unerheblich zu hohen Luft- 
druck im Meeresspiegel und bei hohen Temmneraturen mit niedriger relativer
	        
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