Grossmann: Die barometrische Höhenformel und ihre Anwendung. 271
Änderung um 0.17 mm für eine Luftsäule von 500 m und bereits eine solche
von 1.74 mm für eine Luftsäule von 5000 m hervor.
Die Tabellen X bis XVI zeigen in besonders klarer Weise den Einfluß
der verschiedenen Elemente der Höhenformel auf die Meeresniveaukorrektion,
Den geringsten Einfluß besitzen, etwa von der gleichen Größe, £& und die in
die Höhenformel eingehende Schwere-Höhenreduktion; größere Beträge liefert
die in die Formel eingehende Schwere-Breitenreduktion, Erheblich größere
Beträge ergibt der Wasserdampfghalt der Luft und besonders für die unteren
Niveaus; sie vermögen bei hohem Dampfgehalt hier sogar den Einfluß der
Reduktion auf Mitteltemperatur zu übersteigen. Uber 1000 m Höhe tritt die
Einwirkung der Luftfeuchtigkeit aber in schnell zunehmendem Grade gegen
den Einfluß der Korrektion as zurück, der für große Höhen solche Werte
erreicht, daß alle übrigen Elemente der Höhenformel gegen ihn fast be-
deutungslos werden. Je nachdem wir als Maß der Temperaturabnahme nach
der Höhe 0.004° oder 0.008° pro Meter annehmen, zeigt Tabelle XI der Reihe
nach für die Höhen 2000, 3000, 4000 und 5000 m Änderungen des Luftdrucks
im Meeresspiegel — bei gleichbleibendem Luftdruck in der Höhe — von 2,6,
5.9, 10.3 und 15.7 mm an. Hier tritt scharf hervor, welche Unsicherheit der
Reduktion von Barometerständen größerer Höhen auf den Meeresspiegel im
Einzelfall anhaften muß, |
Da der Ausdruck 30. nur sein Vorzeichen wechselt, wenn es sich bei
gleichbleibendem Luftdruck im Meeresspiegel um die entsprechenden Anderungen
des Luftdrucks in oberen Niveaus handelt, so ergibt sich für die Reduktion
der Barometerstände auf höhere Niveaus die genau gleich große Unsicherheit
für den Einzelfall, so daß die Zeichnung der Isobaren größerer Höhen auf
Grundlage der Luftdruckverteilung am Meeresspiegel bei aller Umsicht, hin-
sichtlich der Festsetzungen über die Größe der vertikalen Temperaturabnahme
mit einer recht großen Unsicherheit behaftet bleiben muß.
Die Berücksichtigung der Luftfeuchtigkeit in der Höhenformel nach dem
Vorschlage von Laplace.
Stellt man in die barometrische Höhenformel, um die Luftfeuchtigkeit
zu berücksichtigen, 1 + 0.004 T statt 1 + 0.008367 T ein, so entspricht dies
nach unseren Bezeichnungen der Einführung des Wertes 4.” == 0.09 T, da
1+0.004T = 1 + 0.00367 (T +4.) ist. Um den Grad der Berechtigung
dieses Verfahrens zu prüfen, wurden für die Temperaturen von — 20° bis
+30° und die verschiedenen Stufenwerte der relativen Feuchtigkeit die
Dampfspannungen E aufgesucht, die Quotienten E:760 berechnet und für
diese aus Tabelle III die wirklichen. Werte 4., für H = 500m entnommen;
dann wurden die Unterschiede gegen die entsprechenden Werte 4,” gebildet
und diese auf Änderungen der Meeresniveaukorrektionen umgerechnet. Das
Ergebnis zeigt die folgende Tabelle,
Erforderliche Korrektionen des unter Einführung von 1 + 0,004 T an Stelle von 1 + 0.00367 LT
auf Meeresniveau reduzierten Luftdrucks in 500 m Höhe =- bei einem Luftdruck von 760 mm
im Meeresspiegel (mm).
Relative Feuchtigkeit %
20 | 30 | 40 ' 50 "60. 1 70 SO "90 1 100
—0:390 —0.39
-0.22 —0.22
0.09 —0.10
1m ] —0.03° | — 0.05
0.03 | — 0.03 | — 0.07
A0Q0R 0.14 --N20
a
> 1.0.20 |-4 0.17 0.14) 0.10 |) 0.07
17920 [+ 0.17 |-+014 1320 TU
Bei: starkem. Frost, der mit hohen relativen Feuchtigkeiten aufzutreten
pflegt, gibt‘ die Methode von: Laplace also nicht unerheblich zu hohen Luft-
druck im Meeresspiegel und bei hohen Temmneraturen mit niedriger relativer