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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1903,
Ungefähr dasselbe finden wir auch auf einem Schnitt von dem Eingang
in Kostin Schar (Stat, Nr. 596 unter 70° 44’ N-Br. und 52° 39’ O-Lg.) nach dem
östlichen Eingang in den Golf von Petschora (Stat. Nr. 607 unter 68° 56’ N-Br.
und 57° 12’ O-Lg.) am 19. bis 21. August 1901 und wir können diesen Schnitt
hier unberücksichtigt lassen. Ein anderer Schnitt von dem Eingang in den
Golf von Petschora (Stat. Nr. 607) nach der Stat. Nr. 621 unter 72° 35’ N-Br.,
und 42” 30’ O-Lg. durchschneidet den Rand der kalten Strömung an der West-
küste von Nowaja Semlja ungefähr von 70° 15’ N-Br. und 52° 20’ O-Lg. bis
71° 20’ N-Br. und 48 ' 40’ O-Lg. und die Fortsetzung der Murman-Strömung an
dem Rande der Flachsee, wo diese Strömung den relativ steilen nördlichen
Abhang unmittelbar bespült. Die Strömung liegt hier ungefähr zwischen
71° 40’ und 72° N-Br., am stärksten ist dieselbe auf der Stat, Nr. 616 (71°
54' N-Br., 46? 35 O-Lg.) ausgeprägt, wo wir in der Tiefe von 215 m noch eine
ziemlich hohe Temperatur von + 0.51° beobachten.
Zum warmen Gebiet der Flachsee gehört u, a. auch der Golf Tscheßkaja
oder Tscheschskaja Guba (nach Osten von der Halbinsel Kanin). Hier beob-
achtete ich am 2. August 1900 unter 67” 29’ N-Br. und 47 O-Lg. + 5.2? am
Boden und + 5.4” an der Oberfläche und unter 677 21’ N-Br. und 46- 55’ O-Lg.
+ 6.8? am Boden und + 7.2° an der Oberfläche.
Im Weißen Meer können wir wieder ein warmes und ein kaltes Gebiet
unterscheiden, Während an den Küsten und besonders im ganzen Golf von
Onega eine sehr starke Sommererwärmung aller Schichten stattfindet, zeigen
die mittleren tiefen Teile dieses Meeres sowie der größte Teil der Golfe von
Kandalakscha und Dwina sogar im Sommer und Herbst auffallend niedrige
Temperaturen mit Ausnahme von relativ dünnen Oberflächenschichten, wo wir
starke Erwärmung bemerken. Im Winter zeigt das ganze Meer sehr niedrige
Temperaturen, welche dem Gefrierpunkt des hier vorhandenen Meerwassers
sehr nahe stehen. Was den Salzgehalt anbetrifft, so ist er im Weißen Meer
überhaupt sehr niedrig, sogar in bedeutenden Tiefen. Eine typische hydro-
logische Serie der Beobachtungen auf der Stat. Nr. 318 unter 65- 52’ N-Br. und
36° 16’ O-Lg. am 26. August 1900 zeigt uns folgende Verteilung der Temperatur
und des Salzgehalts:
Tiefe in m . . 9 10 25 50 100° 150 200 230
BO 2 LBS LUA 12 —08 —15 —16 —16 — 16
Nalzgehalt &. . . 2553 25.05 27,85 28.60 20.43 29.45 30.08 —
Wir können im Weißen Meer zwei Gebiete unterscheiden: ein warmes
Gebiet‘ mit hohen Sommertemperaturen und ein kaltes Gebiet, wo die
Temperatur immer sehr niedrig ist, mit Ausnahme der obersten Schichten.
Wie ich vor etwa acht Jahren gezeigt habe, enthalten diese Gebiete wesentlich
verschiedene Faunen.‘) N .
Ich gehe jetzt zu einer kurzen Übersicht der hydrologischen Verhält-
nisse im nordwestlichen Teil des Barents-Meeres und an den Küsten von Spitz-
bergen über. Die Angaben sind im ganzen spärlich, zum Teil sehr unvoll-
ständig, viele Angaben über den Salzgehalt sind offenbar so ungenau, daß
man sie nicht benutzen kann. In gewissen Teilen des Gebiets fehlen genaue
Beobachtungen vollständig. Wir können daher zur Zeit in betreff dieses
Gebiets nicht zu einem ebenso genauen Bild gelangen, wie es für den oben
beschriebenen Teil des Europäischen Eismeeres jetzt möglich ist. Wir haben es
hier zu tun mit Zweigen des Golfstroms, und zwar mit einem Zweig an den West-
küsten von Spitzbergen und einem südlich von dieser Inselgruppe zwischen den
Bänken der Bären-Insel und Spitzbergen, welche ich als westspitzbergischen
and südspitzbergischen Zweig des Golfstroms oder kurz Westspitz-
bergen-Golfstrom und Südspitzbergen-Golfstrom bezeichnen werde, dann
mit kalten Strömungen an der Süd- und Ostküste von Spitzbergen, einer kalten
Strömung auf den Bänken der Bären-Insel und einer kalten Strömung (kalten
oberen Schichten) des Nordpolarbeckens und schließlich mit dem Küstengebiet
N. Knipowitsch. Eine zoologische Exkursion usw. Annuaire du Musee Zoologique de
”’Aec, Imp. d. Sciences de St. Petersbourg. 1596.