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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1905. 
Wenn wir nun als die südliche Grenze der Murman-Strömung 71° N-Br, 
annehmen, so ist die meridionale Breite der Nordkap-Strömung unter 33 bis 
34° O-Lg. jedenfalls über 5 Breitengrade, also über 300 Sm. 
Was das weitere Schicksal der Zweige des Nordkap-Stroms anbetrifft, 
so zeigen die weiter nach Osten liegenden Schnitte, daß die Murman-Strömung 
sich stark nach Süden ablenkt. Auf einem Schnitt von 69’27’30” N-Br. und 
34°41' O-Lg. bis 72” N-Br. und 36757 O-Lg. ersehen wir, daß die Fort- 
setzung dieses Zweiges hier zwischen 70° 22’ und 71'/,° N-Br. liegt und 
am deutlichsten ungefähr unter 70- 40° bis 71° 20’ N-Br. ausgeprägt ist, 
Schon unter 717°30’ N-Br. und 36° 48’ O-Lg. finden wir auf diesem Schnitt 
unter den warmen oberen Schichten eine mächtige Schicht des Wassers mit 
der Temperatur unter 0°, und unter 71° 45’ N-Br. und 36752’ O-Lg. sowie 
unter 727° N-Br. und 36-57’ O-Lg. nimmt das Wasser mit der Temperatur über 
0° nur eine dünne obere Schicht von etwa 20 m ein; der Salzgehalt auf den 
jetzten Stationen des Schnittes ist im ganzen hoch und erreicht auf der letzten 
Station am Boden 34.94%. Diese mächtigen kalten (bis — 1.5) Schichten 
mit ziemlich hohem Salzgehalt können wir als abgekühltes und nach dem 
Boden gesunkenes Golfstromwasser betrachten, welches zum Teil mit Polar- 
wasser (und Küstenwasser) vermischt ist. 
Ein sehr klares Bild der hydrologischen Verhältnisse nördlich von der 
östlichen Hälfte der Murman-Küste gibt uns ein am 25, bis 27. August 1901 
ausgeführter Schnitt von 69° 03’ N-Br. und 36° 52’ O-Lg. bis 72° 35’ N-Br. und 
42° 30’0-Lg. (Tafel6, Fig. 3). Auf der ersten (d. h. südlichen) Station dieses Schnittes 
finden wir ziemlich hohe Temperatur, besonders der oberen Schichten (+ 8.08“ 
an der Oberfläche, + 6.85° in der Tiefe von 50 m), während der Salzgehalt 
ziemlich niedrig ist (34.51. am Boden). Auf zwei folgenden Stationen nimmt 
die Temperatur allmählich ab, der Salzgehalt wird etwas höher; gleichzeitig 
erhebt sich der Boden, Dann beginnt die Tiefe sich zu vergrößern, und wir 
treten ins Gebiet der Murman-Strömung ein, welche hier ungefähr von 70° 
bis 71° 10’ N-Br. sich erstreckt. Besonders bemerkenswert ist der Umstand, 
daß die warme Strömung sich hier deutlich in zwei Zweige teilt; das kalte 
Wasser von geringerem Salzgehalt dringt unter den nördlichen Zweig und 
schiebt sich dann zwischen die beiden Zweige ein; dies gibt sich in tieferen 
Schichten ungefähr von 100 m an kund. Um diese Veränderungen in der 
warmen Strömung zu veranschaulichen, will ich jetzt die Temperatür und den 
Salzgehalt auf einigen Stationen dieses Schnittes vergleichen und zwar Nr. 631 
unter 69° 52’ N-Br. und 37° 58’ O-Lg. am Rande der Kontinentalstufe, Nr, 630 
unter 70° 20’ N-Br. und 38° 33’ O-Lg., Nr. 629 unter 70° 35’ N-Br. und 
38° 56’ O-Ly., Nr. 628 unter 70° 44’ N-Br. und 39° 11’ O-Lg. und Nr. 627 unter 
70° 54’ N-Br. und 39° 25' O-Le. 
Tiefe 
in m 
14 
10 
25 
0 
LOK) 
38 
50 
190 
200 
220 
238 | 
250) 
>70 
Salzgehalt in % 
Nr. 631 | Nr. 680 Nr. 629° Nr. 628 | Nr, 627 
34.60 
34.63 
34.60 
3.4.65 
34.63 
24.03 
34.67 
34.65 
34.65 
34.67 
2176 
34.60 
34.60 
34.60 
34.70 
24.70 
34.65 
34.61°) 
34,69 
34.70 
34.78 
34.60 
34.60 
34.60 
34.72 
34.79 
34.79 
241.79 
34,76 
24.83 
34,78 
34.79 
34179 
| 34,83 
21481 
34.785 
34.78 
381 a 
Temperatur ° 
Nr. 631} Nr. 630 * Nr. 629 | Nr. 628 Nr. 627 
4 6.65 
46.61 
-L 6.57 
2.45 
137 
1.40 
+ 5.65 
+5,66 
+ 4.97 
48,37 
A270 
_ 4.80 
T 1,85 
44.80 
43.42 
A 1.50 
A {L5 
AM 4507 
37 | + DDr 
5.26 4.25 
L3.14| 38.67 
4256. 1238 
1.1.90 0.16 
4,301 — 0.95 
41,80 
„1.0 
BR 
' 
135 
1.33 
Die Spaltung der Murman-Strömung ist sehr deutlich: wir sehen, daß 
in den tieferen Schichten auf der Station Nr. 629 der maximale Salzgehalt
	        
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