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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Knipowitsch, N.: *Hydrologische Untersuchungen im Europäischen Eismeer. 543 
nicht aus der gewünschten Schicht, sondern aus’ höher liegenden bekommen. 
In vielen Fällen ist dies schon nachteilig, da die Schichten zuweilen ziemlich 
scharf voneinander abgegrenzt sind und ein Unterschied in der Tiefe von 
1 bis 2 Metern keineswegs geringe Bedeutung haben kann, Müssen wir nun 
bei Seegang arbeiten, wie es ja so oft der Fall ist, so wird ein Bathometer mit 
Propellerverschluß so gut wie vollständig unbrauchbar. Ehe der Apparat in 
die gewünschte Tiefe kommt, kann das Schiff durch die Wellen: so stark und 
schnell gehoben werden, daß das Bathometer sich ‚schließt und man ganz un- 
richtige Resultate erhält, 
Durch eine sehr einfache Veränderung kann man den Propeller- 
verschluß durch Verschluß mit Fallgewicht ersetzen, und das Bathometer gibt 
dann die besten Resultate. _ . 
Es kann wohl keinem Zweifel unterliegen, daß ein großer Teil der 
offenbaren Fehler in den Angaben über den Salzgehalt, welche wir in den 
Ergebnissen verschiedener Expeditionen finden, durch unrichtige Wirkung 
der Bathometer hervorgerufen sind, ; 
Was die Angaben über die Temperatur des Wassers anbetrifft, so sind 
dieselben im ganzen untereinander viel mehr vergleichbar als die Angaben 
über den Salzgehalt.' Indessen finden wir auch hier ganze Reihen von Beob- 
achtungen, welche offenbar grobe Fehler enthalten und daher einfach un- 
brauchbar sind, weil wir keine Möglichkeit haben, zu entscheiden, welche An: 
gaben richtig und welche unrichtig sind. Im vorigen Kapitel habe ich einige 
Beispiele angeführt. 
Nach diesen einleitenden Bemerkungen gehe ich zu einer kurzen Über- 
sicht der wichtigsten hydrologischen Schnitte über und fange mit demjenigen 
Teil des Europäischen Eismeeres an, welcher zwischen Finmarken und Bären- 
Insel liegt. 
Ich beginne. mit einem Schnitt zwischen Porsanger Fjord und Bären- 
Insel auf Grund der Untersuchungen auf dem Dampfer »Michael Sars«!) Die 
Stationen sind leider etwas zu weit voneinander entfernt; außerdem sind die 
Serien zum Teil nicht vollständig (auf der Station Nr. 60 erstrecken sich die 
Beobachtungen nur bis zur Tiefe von 100 m). Auf diesem Schnitt finden wir 
folgende Verteilung des Salzgehalts und der Temperatur: auf der ersten 
Station des Schnittes an der norwegischen Küste ist die Temperatur am 
höchsten (von + 3.93° am Boden. bis + 6.83°), während der Salzgehalt, be- 
sonders der oberen Schichten, relativ mäßig oder niedrig ist; von 34.28 
an der Oberfläche nimmt derselbe bis 34.60 % in der Tiefe von 50m und bis 
34:88 +, am Boden zu. An der zweiten Station (Nr. 57), welche ungefähr 
unter 71° 30’ N-Br.’) liegt, ist der Salzgehalt viel höher; schon an der Ober- 
fMäche finden wir 34.80 %, und in der Tiefe von 100 bis 300 m 34.92 bis 
34.95 +; die Temperatur sinkt allmählich von + 6.6° an der Oberfläche bis 
+ 8.09° am Boden. An der dritten Station (Nr. 58), ungefähr unter 72° 40’ N-Br., 
ist der Salzgehalt noch bedeutend höher: 34.83 %; an der Oberfläche, 34.90 % 
in der Tiefe von-20 und 50 m und 35 bis 35.03 % von 70 m an; die Tempe- 
ratur der oberen Schichten (0 bis 50 m) ist höher als an der zweiten Station, 
und zwar + 6.9 bis + 6.15°, in tieferen Schichten ist sie zum Teil höher, zum 
Teil niedriger, und nur in der Tiefe von 300 m ist dieselbe bedeutend niedriger 
(+ 2.21°. An der vierten Station (Nr. 59) etwas nördlicher als 73° N-B. nimmt 
die Temperatur merklich ab, und die salzreichen unteren Schichten werden 
von relativ salzarmen (34.44 &; an der Oberfläche, 34.64 „% in der Tiefe von 
25 m) bedeckt. An der folgenden Station wurden die Beobachtungen nur in 
den oberen 100 m ausgeführt; hier finden wir an der Oberfläche relativ 
) Wir finden diesen Schnitt in zwei oben zitierten Abhandlungen von Prof. F. Nansen: 
‚Some hydrographical results« und »The Oceanography ‚of the North Polar Basin« (Pl. V. 
Sektion VII.). Ich benutze den Schnitt in der »Oceanography«, indem ich die nötige Korrektion 
einführe (vgl. F. Nansen »The Oceanography« S. V.). Ich muß bemerken, daß der Schnitt etwas 
schematisch dargestellt ist. . 
2) Genaue Angaben über die Lage der Stationen sind nicht veröffentlicht worden.
	        
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