242 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1905,
nungen nach Knudsens hydrographischen Tabellen!) erhalten werden, sind
weder mit Resultaten alter Analysen, noch mit nach der areometrischen
Methode erhaltenen unmittelbar vergleichbar,
Zuweilen ist es möglich, durch Einführen entsprechender Korrektionen ver-
schiedene Angaben mehr oder weniger vergleichbar zu machen. So erwähnt
z. B. Professor F. Nansen in dem Vorwort zu seiner »Ozeanographie des
Nordpolar-Beckens«, daß seine Angaben über den Salzgehalt um 0.15 oder
0.16 % größer sind als diejenigen, welche man nach der Knudsenschen Methode
erhält;?) seine Angaben sind um 0.06 bis 0.08 ;%, größer als die schwedischen.”)
Oft ist eine solche Korrektion jedoch absolut unmöglich. In vielen Fällen sind
die Bestimmungen des Salzgehalts offenbar so ungenau, daß keine Korrektionen
helfen können, Um grobe Fehler zu vermeiden, muß man bei den Zusammen-
stellungen der Angaben über den Salzgehalt äußerst vorsichtig sein. Nach einer
sorgfältigen Prüfung einer Reihe von Angaben über den Salzgehalt überzeugt
man sich oft, daß man die ganze Reihe beseitigen muß,
Indessen liegt die Fehlerquelle nicht immer in der Methode, nach
welcher die Wasserproben bearbeitet werden, oder in der ungenügenden Ge-
nauigkeit und Sorgfalt der Arbeit selbst. Oft haben wir mit der Unvoll-
kommenheit des Wasserschöpfers zu tun, welcher entweder nicht in
richtiger Tiefe geschlossen wird oder die genommene Wasserprobe nicht gut
genug isoliert,
Auf der Expedition für wissenschaftlich-praktische Untersuchungen an
der Murman-Küste benutzten wir anfangs das gewöhnliche Bathometer von
O. Petterssont) mit Propellerverschluß, Da diese Einrichtung überhaupt
wenig zuverlässig ist, besonders in stürmischen Meeren, so haben wir sehr
viele Wasserproben verloren, ehe wir im Summer 1901 den Propellerverschluß
durch Verschluß mit Fallgewicht ersetzt haben, Die Frage scheint mir eine
allgemeine Bedeutung zu haben, und ich erlaube mir, dieselbe etwas näher zu
beurteilen.
Wie ich im ersten Band der Berichte der Murman-Expedition®) nach-
gewiesen habe, ist das Prinzip des Propellers (wie an den gewöhnlichen
Umkippthermometern von Negretti- Zambra) für die hydrologischen
Apparate überhaupt nicht gut, denn der Apparat muß immer eine gewisse
Strecke durch das Wasser gezogen werden, ehe der Propeller mit seinen
Flügeln seine Wirkung ausübt. Dabei kommt eine Menge von Fehlerquellen
in Betracht, so ob sich die Schraube etwas leichter oder schwerer dreht,
der Apparat schneller oder langsamer durchs Wasser gezogen wird. Diese
Umstände beeinflussen in hohem Grade die Wirkung des Apparates, welcher
unter ungünstigen Einflüssen sehr leicht unrichtige Resultate gibt; ebenso
macht es einen Unterschied, ob die See ruhig oder stürmisch ist. Besonders
wichtig ist dies, wenn man in solchen stürmischen Meeren arbeitet, wie es
das Eismeer oder der Nordatlantische Ozean sind, Wenn die oben angedeuteten
Nachteile bei der Anwendung von Propellern schon an den Umkipp-
thermometern sehr fühlbar sind und derentwegen die Thermometer mit Fall-
gewicht immer vorzuziehen sind, so spielt dies eine viel größere Rolle bei
Bathometern. Der Zweck des Bathometers ist, eine Wasserprobe aus einer
bestimmten Schicht zu erhalten; wenden wir nun einen Bathometer mit Pro-
nelerverschluß an. so wissen wir schon a priori daß wir jedenfalls das Wasser
3 Martin Knudsen, Hydrographische Tabellen nach den Messungen von Carl Forch,
J. P. Jacobsen, Martin Knudsen und S. P. L. Sörensen und unter Beihülfe von Björn Andersen,
H. J. Hansen, J. N. Nielsen, B, Trolle, Alfred Wähl u. a. herausgegeben von Martin Knudsen,
Kopenhagen und Hamburg. 1901.
? Fridtjof Nansen. The Oceanographyr of the North Polar Basin. 8. V.
3) Ibid. S. 414.
| 4) O. Pettersson. A Review of Swedish Hrdrographie Research in the Baltie and the North
Seas, Scottish Geographical Magazine. 1594.
OÖ. Pettersson och Ekman. Grunddragen af Skageraks och Kattegats hrydrographi.
K. Svenska Vetenskaps-Akademiens Handlingar. Bd. 24. 1590 bis 1591.
5) Vgl. N. Knipowitsch. Expedition für wissenschaftlich-praktische Untersuchungen an
der Murman-Küste. Bd. I. 1902. &. 561 bis 563 im deutschen Auszug und Fire. 25 bis 27.