230
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1905,
in 91 und 183 m Tiefe stimmten die Temperaturen mit denen der anderen
Stationen überein, in 730 und 1090 m Tiefe waren sie um etwa 1° wärmer,
Die größte Abnahme der Temperatur fand zwischen 10 und 55 m statt.
Br.
4. Die Reisen von Pedro Fernandez de Quiros. In einer Zeit wie
jetzt, wo das Interesse an den antarktischen Verhältnissen wieder lebhaft
erwacht ist, wo eine ganze Reihe von Expeditionen den Auftrag gehabt hat,
wissenschaftlich die Antarktis zu untersuchen, dürfte es wohl mit Freuden zu
begrüßen sein, daß Sir Clements Markham sich der Aufgabe unterzogen
hat, die Reisen des ersten Südpolarforschers Pedro Fernandez de Quiros aus
dem Spanischen ins Englische zu übersetzen!). Von besonderem Interesse
ist die kritische und historische Einleitung dieses Werkes, von der ein kurzer
Auszug im Dezemberheft 1904 des »Scottish geographical magazine« gegeben
ist, welcher seinem wesentlichen Inhalt nach im folgenden wiedergegeben
werden möge,
Quiros war der Erste, der den Gedanken aussprach, daß es einen großen
südlichen Kontinent geben müsse, der sich etwa von der Magellanstraße bis
nach Neu-Guinea ausdehne, und danach es sich zur Aufgabe stellte, diesen
Kontinent zu entdecken und für den König von Spanien zu erobern. Unter
Hinweis darauf, daß es sich um die Gewinnung von Millionen Menschen für
die katholische Kirche handle, gelang es ihm, vom Papst Clemens VIII. Em-
pfehlungsbriefe an Philipp III. von Spanien zu erhalten, welcher den Vize-
könig von Peru anwies, ihm zwei für seine Expedition geeignete Schiffe zu
überweisen, so daß Quiros Dezember 1605 Callao verlassen konnte. Seinen
ursprünglichen Kurs OSO mußte er widriger Winde halber bereits in 30° S-Br.
aufgeben und ONO-Kurs einschlagen, wodurch er um die Entdeckung von
Neu-Seeland kam, Die Ergebnisse seiner Entdeckungsreise sind die Auf-
findung von 13 Koralleninseln im Stillen Ozean, der Duff- oder Wilson-Inseln,
der Banks-Inseln, der Neuen Hebriden, wie der Süd- und Ostküste von Neu-
Guinea und der Torresstraße mit ihren zahllosen Inseln.
Noch einmal versuchte Quiros, eine Expedition zur Auffindung der
Antarktis ins Leben zu rufen. Jedoch scheiterte dieser Plan an dem Mißtrauen
des spanischen Hofes, welcher nicht für Expeditionen Geld ausgeben wollte,
von denen er sich keinen pekuniären Erfolg versprach. So starb Quiros
bereits im Alter von 50 Jahren, ohne seinen hochfliegenden Plan zur Aus-
führung bringen zu können, der ihm einen unsterblichen Namen in der Ent-
deckungsgeschichte der Antarktis gesichert hätte. Diesen Ruhm hat er anderen
überlassen müssen. Trotzdem aber bleibt sein Verdienst bestehen, daß er als
Erster den Gedanken einer antarktischen Reise gefaßt und nach Möglichkeit
durchzuführen versucht hat. Hd.
5. Über trigonometrische Lösung des ungleichseitigen Vierecks,
dessen Winkel und zwei einander gegenüberliegende Seiten bekannt sind.
Die folgende Lösung wird für seemännische Kreise von Interesse sein
und aus diesem Grunde dürfte ihre Veröffentlichung gerechtfertigt erscheinen.”)
Das Viereck kann entweder ein Trapez (Fig. 1) oder ein durchschlagenes
Viereck d. h. eine solche Figur sein, in welcher die beiden bekannten bezw.
unbekannten Seiten sich kreuzen (Fig, 2).
In Fig. 1 sind die Winkel &, ßS, y, ö und die Seiten a, b gegeben, Ver-
mittelst der Diagonale d wird der Winkel y in die beiden Teile x und z,
sowie der Winkel ö in y und w zerlegt. Nun ist
X= Y—Z und ferner X = 18” — 8 —w
= d—W Y = 180° —_@— zZ
y= 47 —öhLw—z Xx— = d—3—WwWLZ
X —
1) Sir Clements Markham: "The voyages of Pedro Fernandez de Quiros, 1585—1606, London.
Hakluyt society. 1904.
2) Den Gedanken dieser Lösungsart verdankt der Einsender dem verstorbenen Kapitän
Hinrich Soeken aus Elsfleth.