Knipping, E.: Vereinfachung der näutisch-astronomischen Tafeln u. Rechnungen, 221
wähnt werden, Ferner sind sie infolge ihrer Menge, ihres Gesamtumfanges,
zum Teil ihrer geringen Übersichtlichkeit, der Notwendigkeit unbequemen
Einschaltens und der Verwendung von Vorzeichen wegen vielfach so unbequem
im Gebrauch und so zeitraubend, daß die direkte Rechnung mit S 4, einer
Tafel, die nur 2 Seiten einnimmt, den Vorzug verdient, . N
Da der Seemann doch einmal ohne eine gewisse Übung im
logarithmischen Rechnen nicht auskommt, ist es besser für ihn,
wenn ihm nicht planmäßig jede Gelegenheit zum Rechnen entzogen
wird, In der Entwöhnung vom Rechnen liegt ein weiterer Nachteil
der Sondertafeln.‘)
Die Formeln.
Bestimmungen und Bemerkungen beim Gebrauch der SS.
i.. Die klassischen logarithmischen Formeln des Kugeldreiecks werden
ohne weiteres angewandt.
2. Je weniger verschiedene Funktionen in einer Gleichung vorkommen,
um so günstiger für die Rechnung, Bei zweien wähle man womöglich nur
Funktionen oder nur Kofunktionen.
3. Die Tangentenformeln sind im allgemeinen vorzuziehen, weil sie,
selbst bei nur 4 Stellen, jeden Winkelwert wenigstens auf */,’ genau geben,
Man vermeidet so jede Ersatzformel.
4. Die fremden, den meisten Seeleuten von Haus aus unverständlichen
Bezeichnungen der Astronomen werden durch deutsche ersetzt, wo es angeht.
5. Die Sumner- oder Standlinie bildet die Grundlage der Ortsbestimmung,
weil sie allein jede Höhe vollständig ausnutzt.
6. Bei der Bildung von Größensummen wird zur Vermeidung des Ein-
schaltens nötigenfalls eine der unsicheren (Besteck-) Größen um 1’ geändert,
so daß die halbe Summe immer nur ganze Minuten enthält.
7. Stichwörter, die sich jeder leicht selber bildet, setzen die Reihenfolge
der Größen in den Rechnungen ein für allemal fest, ;
8. Bei 3 Logarithmen auf einer Seite einer Gleichung wird immer der
2. vom 1. abgezogen, der 3. zum Unterschied addiert,
9. Bei 4 Logarithmen auf einer Seite einer Gleichung wird immer die
Summe der 1. Gruppe von der der 2, abgezogen, die Differenz halbiert. Vor-
gedruckte Formulare sind neben 7), 8) und 9) überflüssig.
Bezeichnungen.
Allgemeine Formeln, Seiten a, b, c; gegenüberliegende Winkel A, B, C,
Angewandte Formeln.
Höhe
Abweichung
Breite .
"Scheitelabstand
' $tundenwinkel
FPoldistanz
Richtung
Ergänzung der Breite
ı Winkel am Gestirn ‚Parallaktischer Winkel
Der Zeiger , gilt für den Meridian, also sch, = sch im Meridian,
S.L. Sumner- oder Standlinie.
A
al
5
P
zZ
P
Az, a
b
q
FE
1 Von all den vielen Sondertafeln hat sich bisher nur eine einzige einigermaßen ein-
gebürgert, die umfangreiche Zeitazimuttafel, die einen dicken Band für sich bildet und das Azimut
ohne Nebenrechnung und ohne Einschalten liefert, und auch sie reicht nicht einmal aus bei hohen
Breiten und großer Abweichung des Gestirns. E. K.
2) Es ist gesagt worden, daß sich St nie einbürgern würde. Angesichts Az neben a ist mir
dieser Einwand unverständlich. E. K.