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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1905.
Wenn die soeben behandelten Fälle schon genugsam zeigen, wie selten
Gangstörungen bei Schiffserschütterungen usw. zu bemerken sind, und wie noch
viel seltener ein Einfluß dieser Erschütterungen auf die Chronometer nach-
zuweisen ist, so tritt dieser Umstand noch deutlicher hervor aus den Angaben
der Schiffe, welche — teilweise längere Zeit — auf Grund geraten und dabei
starken Stößen, zeitweise verbunden mit Schlingern und Stampfen, ausgesetzt
waren, während ihre Maschine bis zur vollsten Leistungsfähigkeit, besonders
auf Rückwärtsgang, benutzt wurde,
Der Verfasser hat die in den Chronometerjournalen angeführten Grund-
berührungen einer ähnlichen Bearbeitung unterzogen, wie es die Fälle der
Liste 2 erfahren haben. Das Ergebnis war ein gleiches, d. h. die Grund-
berührung zeigte sich in allen Fällen ohne Einfluß auf die an Bord befind-
lichen Chronometer, selbst dann, wenn das Schiff, wie es vorgekommen ist,
genau unter dem Standorte der Chronometer aufstieß.
Ein ähnliches Resultat ergaben die seitens des Chronometer-Observatoriums
im Jahre 1892, sowie ganz neuerdings mit 40 Chronometern angestellten Ver-
suche. Bei den Versuchen im Jahre 1892 wurden die beteiligten Chronometer
absichtlich angestoßen und so in Schwingungen gebracht, daß sie sich über-
schlugen. Trotz der starken Erschütterungen und dem Überschlagen ergab
sich nicht ein einziger Gangsprung.
Aus den angezogenen Versuchen sowohl, als aus dem statistischen Nach-
weis, durch welchen, nebenbei bemerkt, die Ansicht Casparis sowie anderer
namhafter Gelehrten eine weitere Stütze erhält, ergibt sich, daß Stöße, bezw.
Erschütterungen, welche das Schiff erleidet, keinen, jedenfalls keinen nach-
weisbaren Einfluß auf den Chronometergang ausüben; desgleichen Schiffs-
bewegungen, wenn die Aufhängevorrichtung richtig arbeitet. Arbeitet letztere
nicht mehr gut, so hängt auch das Chronometer nicht stets horizontal, und
muß dieses daher, da die Zapfenreibung eine andere geworden ist, seinen
Gang ändern,
Das Endurteil aus den Erörterungen ist kurz gefaßt folgendes:
1. Stöße, Erschütterungen, welche ein Schiff erleidet, oder Schiffs
bewegungen haben in den meisten Fällen keine Störung der Chronometer
zur Folge,
2, In den Fällen, wo eine Störung der Chronometer mit den genannten
Erscheinungen zusammenfällt, läßt sich nicht nachweisen, daß diese die Ursache
der Störung gewesen sind.
Vereinfachung der nautisch-astronomischen Tafeln und Rechnungen.
Von E. Kuippine.
Einleitung. Die nautischen Tafeln und Rechnungsverfahren haben
sich im Laufe der Zeiten durch besondere — durch die mangelhaften Vor-
kenntnisse der früheren Seeleute bedingte — Behandlung jeder einzelnen Auf-
gabe zu dem entwickelt, was sie jetzt sind. Es fehlt deshalb beiden an den-
jenigen einfachen Grundsätzen, die sich bei etwas besseren Vorkenntnissen *)
1) Durch die Veröffentlichung dieser Abhandlung beabsichtigt die Redaktion eine weitere
Besprechung der Bestrebungen des Herrn Knipping, die von ihm bereits mehrfach zur Außerung
gebracht worden sind, zu ermöglichen und herbeizuführen, da eine Klärung der aufgestellten (tesichts-
punkte gewiß wünschenswert ist.
Ohne eine Stellungnahme zu den weiteren obigen Darlegungen von Herrn Knipping dadurch
zum Ausdruck bringen zu wollen, glaubt die Redaktion sich dahin aussprechen zu sollen, daß die
Einführung der von Herm Knipping vorgeschlagenen Symbole für die mathematischen Formeln
Bedenken erregen dürfte. Nachdem gewisse Symbole jetzt allgemeiner zur Anwendung kommen,
erscheint die Einführung anderer Symbole im Interesse der aus bedeutsamen (iründen angestrebten
Einheitlichkeit nicht erwünscht. D. Red.
2) In der Hauptsache Sicherheit beim Subtrahieren amd Halbieren von Logarithmen.