Wegemann, G.: Ursachen der vertikalen Temperaturverteilung im Weltmeere usw. 211
bestimmter Bruchteil der Oberflächentemperatur vorhanden ist. Auch diese
Zusammenstellung beweist, welche geringe Bedeutung die Fortpflanzung der
Wärme für die vertikale Temperaturverteilung der obersten Schicht besitzt.
Es gibt wohl schwerlich einen Meeresteil, der auch nur einen halben Monat
ohne jegliche Bewegung wäre. Zudem ist aber die auf die Oberfläche wirkende
Temperatur keine konstante, sondern eine nahezu periodische Funktion der
Zeit (Tages-, Jahres-), wenngleich ihre Oszillation selbst bei großer Amplitude
nur bis in geringe Tiefe nachweisbar ist.
In der . besagten Abhandlung sind dafür folgende Werte berechnet:
Die Amplitude der jährlichen Periode in 1m Tiefe ist 0.4 A, in 10 m Tiefe
0.0001 A, wo A die Amplitude bedeutet z. B. für A = 40° in 1m Tiefe 16°,
in 10 m Tiefe, 0.004°, also nicht mehr nachweisbar, Die Werte der Amplitude
der täglichen Periode sind: für x= 10m 0.173 Ay für x =— 20 cm 0.03 A; für
X= 1m 000 A, d.h. die Wirkung ist dort nicht mehr vorhanden; oder
für A==20° ist die tägliche Oszillation in 10 cm Tiefe = 3.46%, in 20 cm
Tiefe 0.6°%, . Die: Beobachtung liefert selbstverständlich ganz andere Werte, da
die Wärmeleitung auch hierbei einer der schwächsten Faktoren ist.
Tabelle IV.
3
£
V
1
1.35 Jahre =
1L Jahr 127 Tage
0.30 Jahre =—
110 Tage
L.19J.=1J.69Tg
5.38 Jahre:
1212 «€
215 «
33.7 «
475
62
86.3 €
109. € 242
1348 < = 299 «
38370. « = 18 >
100 113480. «< | 2990... » |
1
3
V
lv
1
15)
0.10 Jahre = 0.05 Jahre —
38 Tage 18 Tage
1,58 J. — 214 Tg. 0.41 J. = 153 Tg.0.21J. == 74 Tg.
1.38J.=—1J.120T7 10.93 J.— 341 T2.10.46 J. — 165 Tg.
= 2,35 Jahre 1.65J.=1J.237T 0,81 J. — 295 Tg.
367 « 2,58 Jahre 11.27J.—=1J.96Tg.
a 3.72 © 1L8J.=—=1J.299T.
7.18 «
9.38 «
5.06 «
6.61 «
836 «
2.47 Jahre
3.23 «
11.86 «
4.09 «
5.06 «
127, ‘«
508. =
14.7 « 10.3 «
367. x « 258. «
1466. | 10835. « |
Nach der Theorie wird die Temperatur der Meeresoberfläche im stationären
Zustand der der berührenden Luftschicht gleich sein. Dieser Zustand wird
theoretisch zwar erst nach unendlich langer Zeit erreicht, tatsächlich ist er
annähernd schon in 10 000 000 Jahren erreicht, vorausgesetzt, daß k sich nicht
auch mit dem Druck, also mit der Tiefe, erheblich ändert, Umgekehrt darf
man aber aus dem Vorhandensein dieses Umstandes keineswegs schließen, daß
die Temperaturverteilung diesem Zustande nahegekommen ist, da derselbe
ganz anderen Ursachen seine Entstehung verdankt haben kann und auch
sicher wird. Aus allem ergibt sich nur, daß die Wärmeleitung als Ursache
bei der vertikalen Temperaturverteilung der Weltmeere im allgemeinen ver-
nachlässigt werden kann; für abgeschlossene seichte Meeresgebiete, Seen und
Flüsse mag sie schon eher von Bedeutung sein.