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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1905.
Die dritte Quelle wichtiger hydrologischer Angaben über unser Unter-
suchungsgebiet bilden die Expeditionen von Vizeadmiral S. O. Makarow auf
dem Eisbrecher »Jermak«, Während der ersten Expedition im Jahre 1899
arbeitete er im Nordatlantischen Ozean, an den Westküsten von Spitzbergen
und nördlich von dieser Inselgruppe.!) Die Ergebnisse dieser Expedition
haben für unsere Untersuchungen nur eine indirekte Bedeutung, da dieselben
sich nicht auf unser eigentliches Untersuchungsgebiet, sondern auf die an-
grenzenden Meere beziehen. Besonders interessant sind die Beobachtungen
nördlich von Spitzbergen, welche uns ein klares Bild des Übergangs des Golf-
stromwassers in das Polar-Bassin geben, Leider finde ich nur die Temperatur-
messungen genügend genau, während die Angaben über das spezifische
Gewicht und den Salzgehalt meiner Meinung nach zu ungenau sind.
Viel wichtiger sind die hydrologischen Ergebnisse der zweiten Expedition
auf »Jermak« im Jahre 1901, während welcher zahlreiche hydrologische Beob-
achtungen zwischen Finmarken und Nowaja Semlja sowie zwischen Nowaja
Semlja und Franz Josephs Land bis 80° 26’ N-Br. und bis 65° 30’ O-Lg. aus-
geführt wurden. Das hydrologische Material dieser Expedition hat Vize-
admiral Makarow mir für meine hydrologischen Untersuchungen zur Ver-
fügung gestellt. Außerdem beabsichtigte Makarow, dieses Material im dritten
Teil seiner Abhandlung »Jermak im Eis« zu veröffentlichen. Bis jetzt ist
über die hydrologischen Ergebnisse dieser Expedition nur ein kleiner Artikel
veröffentlicht worden.?) Leider wurde der größte Teil der Salzgehalt-
bestimmungen ausschließlich mit Aräometern ausgeführt; nur einige Wasser-
proben sind im Laboratorium von Professor F. Nansen einer genaueren
Untersuchung unterworfen worden. Glücklicherweise fanden sich darunter
auch einige der interessantesten Proben aus dem Gebiet zwischen Nowaja
Semlja und Franz Josephs Land.
Eine viel geringere Rolle für unser Untersuchungsgebiet spielen andere
Beobachtungen aus derselben Periode.
Einige interessante Beobachtungen im Weißen Meer und im Eingang in
dasselbe wurden im Jahre 1902 von N. Smirnow®%) gemacht, welcher zum
Zwecke der Untersuchungen über den Robbenfang und die Biologie der Pin-
nipedien eine Reise auf einem Dampfer für Robbenjagd mitgemacht hat. Die
Beobachtungen von Smirnow sind nicht zahlreich, aber sehr wichtig, weil sie
uns gestatten, eine genaue Vorstellung über die hydrologischen Verhältnisse
des Weißen Meeres im Winter auf Grund direkter Beobachtungen zu be-
kommen,
Die russischen Expeditionen nach Spitzbergen in den Jahren 1899 bis
1901 haben ebenfalls hydrologische Beobachtungen gemacht, welche bis jetzt
noch nicht veröffentlicht wurden, mit Ausnahme vereinzelter Angaben in ver-
schiedenen zoologischen Arbeiten.4) Einige von diesen Beobachtungen werde
ich später anführen.
Erwähnenswert sind auch die Beobachtungen auf den Leuchttürmen
des Weißen Meeres und des Eingangs in dasselbe über die Eisverhältnisse und
die Temperatur des Meeres,5)
Ich muß auch die Arbeit von N. Morosow®) anführen, welche ein
spezielles Kapitel über die Hydrologie des Eismeeres enthält, In diesem
1 8. 0. Makarow. Jermak im Eis, St. Petersburg. 1901 (russisch).
2) N. Knipowitsch. Uber die hydrologischen Verhältnisse des nordöstlichen "Teils des
Europäischen Eismeeres, Revue Internationale de pöche et de piseiculture. 1903. Nr. 2 und 3,
3) N. Smirnow. Über den Robbenfang vom Bord russischer Schiffe. St. Petersburg
1903 (russisch).
4) N. Knipowitsch. Zoologische Ergebnisse der russischen Expeditionen nach Spitzbergen.
Fische und Nachtrag, Mollusca und Brachiopoda I bis IV. Annuaire du Mus& zoologique de
V’Academie Imp. des Sciences de St. Petersbourg. 1899 bis 1903.
M. Michailowsky. Zoologische Ergebnisse usw. Echinodermen. Ebendaselbst. 1902.
5) Sammlung der hydro-meteorologischen Beobachtungen (Sbornik gidro-meteorologitscheskich
nabljudenij), herausgegeben von der Meteorologischen Abteilung der Hydrologischen Hauptverwaltung.
Sapiski po gidrografii XX—XXIV. 1900 bis 1902 (russisch).
6) N. Morosow. Lozija Murmanskago berega. St. Petersburg 1901 (russisch).