Prager ‚ M.: Die Fahrtgeschwindigkeit der Segelschiffe. auf großen Reisen,
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Werte von Brito Capello und Brault mit den in Tabelle 1b gegebenen eine
bessere Übereinstimmung auf, Nach den oben aufgeführten Windstärken er-
vibt die berechnete Knotenfahrt demnach in gleicher Folge:
Brito Capello 4,7, 5.4, 6.5, 7.2.
Tabelle 1b 4.8, 6.1, 6.7, . 68
Also auch nach dieser Berechnung. würde bei Beaufort 4 die Knoten-
fahrt um 0.7 Seemeilen zu niedrig, bei 4.5 Beaufort um 0:4 Seemeilen zu hoch
sein. Einen gleichen Unterschied zeigen auch Maurys tabellarische Zusammen-
stellungen der Schiffsgeschwindigkeiten (Maury Sailing Directions, 8. Auflage
1859, Band II, S. 863). Diese sind zwar nicht nach der Stärkeskala von
Beaufort berechnet worden, entsprechen aber gleichfalls den Angaben von
Brito Capello, indem z. B. 5.6 Knotenfahrt auf Stärke 4 nach Beaufort entfällt.
Die höchste mittlere Geschwindigkeit, 8 bis 9 Knotenfahrt bei Raumschots,
setzt Maury auch auf Stärke 5 fest. Es ist aber zu bemerken, daß alle
[rüheren Untersuchungen nur auf die Passatregionen Bezug haben. ;
Wie durch den obigen Vergleich schon angedeutet wurde, konnten nur
die beiden Schiffsgattungen »Hölzerne Barkschiffe« und »Vollschiffe« in Be-
tracht kommen, weil die Kauffahrteiflotte früherer Zeit insgesamt aus hölzernen
Schiffen bestand.
Berücksichtigt man ferner, daß, nach früheren Annahmen, bei Wind-
stärke 6 nach Beaufort keine wesentliche Steigerung der Schiffsgeschwindigkeit
angenommen wurde, weil bei zunehmender Stärke und dadurch bedingter
Bergung der kleineren Segel die Fahrt des Schiffes sich gleich blieb oder
schon abnahm, so ergeben sich aus der vorliegenden Untersuchung, namentlich
für die neueren Schiffstypen, viel günstigere Resultate, Nachstehende Zu-
sammenstellung würde für .Raumschots-(Backstags-) Wind folgende Ergebnisse
aufweisen,
Stärke nach Beaufort
6. 7. 8. 9. 10.
Sm Sm Sm Sm Sm Sm Sm Sm Sm Sm
Segelhandb. Atl. Ozean, S. 45, Fahrt 1.0 2.5 40 55 75 90 9 (9 oder weniger)
Hölzerne Schiffe Tab. Ib. A. BR. 19 32 4.7 61 75 86 90° 93 90 83
Eiserne Schiffe » » Cxb 21 32 50 67 81 93 9.9 97 96 87 —
Viermastschiffe > 0» Y. 22 35 5.7 7.0 88 10.0 10.7 110 10.8 95 83
Fünfmastschiffe >» » F.G. 26 42 65 9.1 10.8 11.9 13.1 13.4 13.3 12.7 12,2
Solche stetig steigende Zunahme der Fahrtgeschwindigkeit ist allein auf
die späteren wertvollen technischen Verbesserungen zurückzuführen. Dieses
Ergebnis ist noch um so höher einzuschätzen, als die Windverhältnisse außer-
halb der Tropenregionen eine so volle Ausnutzung des Windes, wie sie im
Passat geschieht, häufig nicht gestatten.
Ein weiterer Vergleich der Durchschnittsgeschwindigkeit von 7.99 See-
meilen, aus allen Schiffsgattungen für die Backstags-Windrichtung, mit den
drei anderen Windklassen, ergibt:
Tab. 1b. Backstags. Tab. 1a. Vor dem Wind. Tab. le. Breitseits. "Tab. 1d. Bei dem Wind.
7.99 Sm 7.76 Sm 7.03 Sm 5.33 Sm.
Setzt man noch für jeden Schiffstyp die Verhältniszahlen ein, indem
die Fahrt mit Backstags-Wind als Einheit angenommen wird, so ergibt sich für:
A. B. CC. .D. E. F. G.
H.B.Sch. H.V.Sch. E.B.Sch. E.V.Sch. 4M.B.Sch. 5M.B. Sch. 5M.V.Sch.
Vor dem Wind. . 0.97 0.97 0.96 0.96 0.97 0.96 0.94
Breitseits . . . ; 0.91 „0.91 . 0.90 0.92 0.89 0.87 0.81
Bei dem Wind. . 0.68 0.68 0.70 0.69 0.67 0.64 0.63
Diese Prozentsätze zeigen bei den verschiedenen Stellungen des Schiffes
zum Winde für die kleinen und mittleren Schiffsgattungen fast keine Unter-
schiede; eine bemerkenswerte Abnahme der Prozente findet sich erst bei den
großen und größten Schiffen. Dieses Resultat weicht wesentlich von den
älteren Annahmen (Segelhandbuch, S, 46 bezw. 55) ab, wo noch der Fortgang
vor dem Winde nur 0.8 vor jenem raumschots sein sollte. Vergleicht man
noch die Backstags-Windrichtung mit »Vor dem. Wind« und »Bei dem Wind«,
so ergibt sich ein interessanter Aufschluß über die Zu- und Abnahme der