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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

186 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Aprıl 1905. 
drei Teile, den Sender, den Empfänger und den Zeitmesser. Eine langsam 
rotierende Scheibe an Bord des Schiffes schließt bei jeder Umdrehung einmal 
für kurze Zeit einen Stromkreis, in den ein elektromagnetischer Summer ein- 
geschaltet ist. Dieser entsendet nach dem Meeresboden hin eine Reihe tiefer 
Töne, die bei der Rückkunft von einem Mikrophon aufgenommen werden, In 
dem Stromkreise des Mikrophons befindet sich außer der Batterie auch ein 
Telephon. Dieses ist durch eine angesetzte Resonanzröhre auf den Ton des 
Summers abgestimmt und gerät daher in starke Schwingungen, wenn der 
zurückkehrende Summerton das Mikrophon trifft. (»Elektrot. Ztschr.« 1905, Nr.6.) 
Da also hierbei jede Sekunde einer Tiefe von 600 m entspricht, so ist 
dies Verfahren in flacheren Gewässern überhaupt nicht anwendbar und seine 
Genauigkeit eine verhältnismäßig geringe. Bei Tiefseelotungen mag es jedoch 
für eine erste angenäherte Orientierung über die bei den exakten Messungen 
zu erwartenden Tiefen gute Dienste tun, 
7. Preisausschreiben für eine Geschichte der deutschen Seeschiffahrt. 
Wir geben im folgenden den Wortlaut eines Preisausschreibens wieder, an 
dem manche der Leser dieser Zeitschrift Interesse nehmen werden: 
Ein hochherziger hansischer Kaufmann hat dem Hansischen Geschichts- 
verein 3000 Mark zur Verfügung gestellt für ein Preisausschreiben, dessen 
Ergebnis eine «Geschichte der deutschen Seeschiffahrt» sein soll. Die 
Ausschreibung erfolgt hierdurch. Verlangt wird eine auf wissenschaftlicher 
Grundlage beruhende Arbeit, die durch eine lebendige, allgemein faßliche 
Darstellung die Geschichte eines der wichtigsten Gewerbe unserer Nation 
weiten Kreisen verständlich und anziehend zu machen geeignet ist. 
Die Arbeit hat die gesamte Entwicklung von den ersten nachweis- 
baren Anfängen germanischer Seeschiffahrt bis zu dem Zeitpunkte, wo durch 
das Gesetz vom 25. Oktober 1867 über die Nationalität der Kauffahrteischiffe 
die Partikularflaggen zugunsten der Flagge des Norddeutschen Bundes herunter- 
geholt wurden, übersichtlich darzulegen. Für die Zeit, in der die Nieder- 
lande einen Teil des Deutschen Reiches bildeten, hat die Darstellung sich 
auch auf die friesisch-niederländische Schiffahrt zu erstrecken. Erwünscht ist 
die Hinzufügung eines Überblickes über den Aufschwung des deutschen See- 
wesens während des letzten Menschenalters, 
Da der Stand der Quellenveröffentlichung nicht überall ein gleichmäßiger 
ist, wird für manche Teile eine abschließende Darstellung nur durch Benutzung 
ungedruckten Materials gewonnen werden können. Mit Rücksicht auf die 
einer solchen sich entgegenstellenden Schwierigkeiten wird die Benutzung 
ungedruckten Materials zwar nicht als unerläßlich bezeichnet, doch wird der 
Wert einer Arbeit durch das, was sie in dieser Richtung leistet, erhöht werden. 
Der Verfasser darf sich darauf beschränken, in denjenigen Teilen seiner 
Schrift, zu deren vollständiger Bearbeitung er die Heranziehung ungedruckten 
Materials für erforderlich hält, Gang und Inhalt der beabsichtigten Dar- 
stellung deutlich anzukündigen, die Ausarbeitung aber für die Zeit nach 
Zuerkennung des Preises sich vorbehalten. 
Die Arbeit muß in deutscher Sprache abgefaßt sein, 
Die zur Bewerbung bestimmten Arbeiten sind bis zum 1. Oktober 1909 
bei dem Vorsitzenden des Hansischen Geschichtsvereins in Lübeck, mit einem 
Kennwort versehen, einzureichen. Der Name des Verfassers ist in einem mit 
dem gleichen Kennworte versehenen geschlossenen Briefumschlage beizufügen, 
Die Beurteilung der eingegangenen Arbeiten geschieht durch den Vor- 
stand. Das Urteil wird in der Mitgliederversammlung zu Pfingsten 1910 ver- 
kündet werden, Die Auszahlung des Preises erfolgt zur einen Hälfte gleich 
nach Verkündigung des Urteils, zur anderen Hälfte, sobald. das Werk, das 
Eigentum des Verfassers bleibt, im Druck vollendet ist. Nicht gekrönte 
Arbeiten werden den Verfassern auf ihren Wunsch zurückgesandt. 
Lübeck, 7. November 1904, 
Der Vorstand des Hansischen Geschichtsvereins. 
gez. Dr. Fehling, Vorsitzender.
	        
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