Kleinere Mitteilungen.
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herrschenden westlichen Stürmen aus dem Atlantischen Ozean zwischen Schott-
land und Norwegen hindurch ungehindert heranrollt, hat sie auf der ganzen
Strecke nur den einzigen Hafen Esbjerg, der Schiffe mittleren Tiefgangs auf-
nehmen kann und zugleich genügenden Platz und sicheren Schutz bietet.
Weiter nach Norden kommt nur noch der Lim Fjord als Schutzhafen in
Betracht, der aber in seiner tiefsten Einfahrtrinne bei Hochwasser nur etwas
über 3 m Wasser hat, und auch diese Wassertiefe muß wegen der Veränderlich-
keit des Fahrwassers durch Baggern aufrecht erhalten werden, Auf der letzten
Strecke bis nach Skagen ist überhaupt kein Zufluchtshafen vorhanden; nur
eine 250 m lange Mole bei Hirshals bietet kleinen Fahrzeugen und Booten
dürftigen Schutz. Der ganze allerdings nur unbedeutende Verkehr an der
letzteren Küstenstrecke spielt sich daher an der offenen Küste mit kleinen
flachgehenden Fahrzeugen ab und ist nur in der guten Jahreszeit möglich,
Sobald schlechtes Wetter droht, müssen diese Fahrzeuge die offene See zu
gewinnen suchen oder im Notfalle auf den Strand laufen.
Besonders schwer wird die Gefährlichkeit der jütischen Küste und der
Mangel an Schutzhäfen von den zahlreichen dänischen Fischern empfunden,
deren Gewerbe sie zwingt, in ihrer Nähe zu verweilen und in häufigen Verkehr
mit dem Lande zum Absatz ihres Fanges und zur Neuausrüstung zu treten.
Der große Aufschwung, den die dänische See- und Küstenfischerei unter dem
Schutz und der Fürsorge der dänischen Regierung in den letzten Jahrzehnten
genommen hat, hat den Mangel an Häfen in verstärktem Maße fühlbar gemacht
und besonders in den letzten Jahren zu Maßnahmen zum: Schutze der Fischer-
fahrzeuge an dieser Küste gedrängt. Nach den »Mitteilungen des Deutschen
Seefischerei-Vereins«, Heft 1, 1905, hat sich nun die dänische Regierung zum
Bau je einer Schutzmole bei Vorupör und bei Hanstholm und eines Fischerei-
hafens bei Skagen’ entschlossen. Die Vorarbeiten zu diesen Bauten sind bereits
fertiggestellt. Der von den dänischen Fischern seit Jahren gewünschte Bau
eines künstlichen Hafens bei Hanstholm hat sich wegen der ungünstigen Ört-
lichen Verhältnisse und wegen zu großer Kosten nicht ausführen lassen.
Die Schutzmole bei Vorupör (Vorupör liegt an der Westküste etwa
mitten zwischen dem Lim Fjord und Hanstholm) wird aus Betonkasten mit
einer Schutzbekleidung aus Granit gebaut werden und soll sich in 63 m Ab-
stand von der Küste 311 m in etwa mw. nordnordwestlicher Richtung erstrecken
bis auf etwa 5,5 m Wasser. Sie wird etwas südwestlich von der Richtfeuerlinie
und fast parallel zu dieser liegen,
Die Schutzmole bei Hanstholm, der Nordwestspitze von Jütland, wird
aus dem gleichen Material wie die Vorupör-Mole bestehen und sich in 50 m
Abstand von der Küste 311 m in ungefähr nördlicher Richtung erstrecken.
Wassertiefe an ihrem Außenende 4,5 m.
Der Hafen von Skagen, der vor dem Dorfe dieses Namens am Süd-
strande des Kaps Skagen gebaut werden soll, wird aus einem von zwei ge-
krümmten Molen umschlossenen Innen- und Außenhafen bestehen, Der Innen-
hafen wird vom Außenhafen durch eine längere und eine kürzere Quermole
getrennt. Wassertiefe in der Einfahrt des Außenhafens zwischen den Molen-
köpfen 5,6 m, im Außenhafen selbst 4,4 bis 5 m und im Innenhafen 3,4 bis
3,7 m. Die Baukosten sind auf 2362500 Mk. veranschlagt. Der Vertrag für
den Bau, der am 1. November 1907 fertig sein soll, ist bereits im Februar 1904
abgeschlossen worden. J. Herrmann.
6. Vorrichtung zum Messen der Meerestiefe. »L’Eclairage Electrique«
vom 24, Dezember 1904 berichtet nach »Elektroteknisk Tidsskrift« über eine
von dem norwegischen Ingenieur Berggraf erfundene Vorrichtung, mittels
deren sich die Meerestiefe feststellen läßt, ohne daß eine materielle Verbindung
mit dem Meeresboden besteht. Berggraf erreicht dieses, indem er einen Ton
durch das Wasser in der Richtung nach dem Meeresboden entsendet und die
Zeit mißt, die der Ton braucht, um zur Oberfläche zurückzukehren. Ver-
streichen beispielsweise 4 Sekunden von der Absendung bis zur Rückkunft
des Tones, so beträgt die Meerestiefe 2400 m. Die Vorrichtung zerfällt in