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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

182 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1905.

nach SWzW und wehte von dort beständig mit Stärke 5 bei klarem, leicht
bewölktem Himmel,
Mittags am 20. Dezember befanden wir uns nach astronomischer Beobachtung
 in 39° 26’ S-Br. und 61° 10’ W-Lg., Versetzung N 69°0 5 Sm, und
sichteten um 1% 30min N, das Feuerschiff von Bahia Blanca in W1/,N. 6b abends
arreichten wir den Bestimmunegshafen.

2, Die Eisverhältnisse der nordischen Meere im Jahre 1904.!) Vom
Dänischen Meteorologischen Institut ist wieder mit anerkennenswerter Pünktlichkeit
 der Bericht über Lage und Ausdehnung des Eises in den nordischen
Meeren während des Sommers 1904 erschienen; derselbe gliedert sich in drei
Teile: 1. Karten über die Ausbreitung des Eises in den Monaten April bis
August; 2. Gesamtdarstellung und 3. Bericht über Einzelheiten der Eisverhältnisse
 in den verschiedenen Teilen des Meeres; bearbeitet von V. Garde, Es
seien ebenso wie im vergangenen Jahre“) die Hauptzüge in der Verteilung
des Eises hier wiedergegeben.
Barents-See. In dem südlichen Teil der Barents-See sind die Eisverhältnisse
 günstiger gewesen wie in den Jahren 1902 und 1903; namentlich
West- und Nordwestküste von Nowaja-Semlja waren ungewöhnlich eisfrei,
Kara- und Jugor-Straße dagegen bis zum August unzugänglich. Der nördliche
 Teil der Barents-See war ebenso wie 1902 und 1903 durch schweres
Packeis gesperrt. Die Verhältnisse müssen hier abnorm ungünstig gewesen
sein, da es dem Dampfer »Frithjof«, welcher die auf Franz-Josephs-Land be-Ändliche
 Zieglersche Polarexpedition neu verproviantieren sollte, trotz dreimaliger
 Versuche im Juli, August und September nicht gelang, über 79° N-Br,
vorzudringen. Seit Jahren ist Franz-Josephs-Land von den zahlreichen Expeditionen,
 die hier tätig waren, stets im Sommer erreicht worden,
Spitzbergen. West- und Nordküste der Insel günstige Eisverhältnisse,
Schon zu Beginn des Juli wie auch in den anderen Sommermonaten gelang
es, bis 81° N vorzudringen, das Wintereis war schwächer und geringer wie
gewöhnlich. Ostküste von schwerem Packeis besetzt; seit 1898 hat keine
Umschiffung Spitzbergens mehr stattgefunden. Bären-Insel mit Ausnahme
der ersten Hälfte des Juni eisfrei. ;
Ostgrönland. Nördlich von Jan Mayen ziemlich ungünstige Eisverhältnisse,
 Zwischen 74° und 80° N-Br. war ein Erreichen der Küste Grönlands
nicht möglich. Südlich von Jan Mayen günstige Eisverhältnisse, Angmagsalik
war schon im Juli zugänglich; Jan Mayen seit März eisfrei,
Island. Vom März bis Dezember eisfrei; nur im August wurde Kap Nord
auf einige Tage von Eis besetzt.
Nordatlantischer Ozean, Auf der Grönlandroute wurden im April Eisberge
 auf 361/,° W-Lg und 58 bis 60° N-Br. angetroffen. Auf der Amerikaroute
 drangen in den Monaten März bis Juni die Eisberge nach Süden bis
41° N-Br., nach Osten bis 40° W-Lg. vor; ihre Zahl war bis Juli größer wie
gewöhnlich, nahm dann aber rasch ab, An der Küste von Labrador und bei
Belle-Isle-Strait wurden bis Oktober viele Eisberge beobachtet.
Davis-Straße. An der Küste von Südwestgrönland günstige Eisverhältnisse,
 Mit Ausnahme von Juliane haab war die Westküste Grönlands nur im
Juni von Packeis besetzt, von Ende Juli bis Oktober war die Küste von Cap
Farewell bis Upernivik eisfrei; in den Monaten Februar bis Juli hinderte das
Eis meist nicht das Erreichen der Häfen,
Baffins-Bay. Das Wintereis in der Baffins-Bay brach erst im August auf,
Der nordwestliche Teil der Bay war schon Anfang Juni eisfrei, während auf
der Höhe von Kap York die Walfänger erst im Juli freikamen. Melville-Bay
ziemlich viel Eis.
Berings-Meer, Soweit die wenigen Berichte hierüber ergeben, waren an
der Nordwestseite der Alaska-Halbinsel bis Kap Konstantin alle Häfen bis

1) Nach: Isforholdene i de arktiske Have 1904, Saertrvk af det danske meteorolopiske
(nstituts nautisk-meteorologiske Aarbog.
2?) Vol. Ann. der Hrdr. 1904, 240 bis 241.
            
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