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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

172 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Aprıl 1905. 
die Kompensation auf Grund von Richtkraftmessungen (Deflektorbeob- 
achtungen) bewirken und ferner, wenn man für die Kompensation des 
Krängungsfehlers exakte Grundlagen haben will 
Korrektoren vom reinen e-Typus. 
Würde durch die D-Korrektoren lediglich die Querschiffsinduktion ge- 
ändert, so hätte man für die Kompensation mit Hilfe des Deflektors 
einfach die Regel: Nachdem die Kräfte auf N- und S-Kurs einerseits und auf 
O- und W-Kurs anderseits durch die Längs- bezw. Querschiffsmagnete aus- 
geglichen sind, vergrößere man auf O- oder W-Kurs die Richtkraft durch die 
D-Korrektoren so, daß sie der auf N- und S-Kurs beobachteten Richtkraft 
gleich wird, 
Für die Kompensation des Krängungsfehlers hätte man folgendes 
zu berücksichtigen. Vor der Kompensation ist, unter Benutzung der üblichen 
Bezeichnungsweise: 
ze - = abo 2.(1—D) = 1-6 
a--® * AD) — ; 
w“ 2.:(14-D) = 1 
Führen nun die Korrektoren ein e, ein, so daß 
a—(e-;—e)=— 0 
so sind die neuen Werte D, und 2, 
Do — 0 
A = 14570 ia = A (142) 
Zur Kompensation des Krängungsfehlers hat man, wenn keine 
D-Korrektoren vorhanden sind, den Krängungsmagneten so einzu- 
stellen, daß 
u = =1+e=2-:(1—D) 
ist. Sind D-Korrektoren vorhanden und führen diese lediglich ein e, ein, 
so hat für diese Gleichung ersichtlich die folgende einzutreten: 
Ha Lie) = La = AD 
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Vorstehende Regeln und Formeln werden noch in der letzten Auflage 
des »Admiralty Manual« (1901) und in den meisten Lehrbüchern der Deviation 
für D-Korrektoren von beliebiger Gestalt angegeben,!) wenn auch schon ver- 
schiedentlich auf ihre Inkorrektheit, insbesondere für Kugelkorrektoren, hin- 
gewiesen ist. So behandelt A, Gareis auf eine Anregung von Rottok in 
den »Mitt. a. d. Gebiete des Seewesens« (1899 S, 904) die Anbringung der 
Kugelkorrektoren beim Gebrauch des Deflektors. Die Formeln für die Kom- 
pensation des Krängungsfehlers sind in Deckblättern zum »Admiralty Manual« 
(1903) dadurch richtig gestellt, daß an Stelle der letztangeführten Formel 
# = Aa (L— Do) 
gesetzt ist, wo u, 4, und D, die neuen Werte dieser Größen bedeuten sollen. 
Kurelkorrektoren. 
Einer exakten theoretischen Behandlung sind die durch Thomson ein- 
geführten Kugelkorrektoren am meisten zugänglich. Aber selbst bei ihnen 
herrscht noch eine gewisse Unklarheit bezüglich des Verhältnisses der ein- 
geführten Konstanten a und e. Gareis sagt darüber a. a, O: »Die Wirkung 
einer Kugel..... ist theoretisch, d.h. wenn die Nadeln sehr klein sind gegen 
1) Im »Admiralty Manual« ist für die Kompensation des D bei Anwendung von Kugel- 
korrektoren die Vorschrift gegeben: »Man stelle den Deflektor auf das Mittel der Skalenablesungen 
auf den vier Hauptstrichen ein«. Diese Einstellung auf 2 ist ebensowenig richtig, wie die auf 
dl 4. Es liegt hier eine Verwechselung des 2 nach der Kompensation mit dem ursprüng- 
ichen 2 vor.
	        
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