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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1905,
Anzahl der beobachteten Spiegelungen
Monat
Jahr
morgens | mittags | abends
Januar .....
Februar ....
März ......
April ......
Mai.......
Juni ..... 4
Jui.......
August. ....
September ...
Oktober ....
November ..
Dezember ...
)
2
© €
zZ
im Mittel |
an & Tagen
beobachtet
x
095
795
‚795
795
795
795
795
(95
795
795
795
179-7
Außer diesen Spiegelungen beobachtete Woltmann auch häufige Hebungen
und Senkungen des Hauses, Die ermittelten Resultate sind folgende:
»Nach den Beobachtungen, die von Anfang Februar bis Ende Oktober
angestellt wurden, betrug die
morgens mittags abends
mittlere Refraktion 11.9” 52,5” 67.5”
kleinste € — 52.0” — 41.3” — 32.4"
größte © 99.1” 328.0” 330.27
{m Durchschnitt genommen, betragen folglich die Senkungen oder
Depressionen des Morgens am meisten, des Abends am wenigsten, dagegen
umgekehrt die Erhebungen des Morgens geringer, des Abends stärker sind, Die
größte Erhebung und Erniedrigung sind zusammen 528” + 28” — 10’16”; um
so viel scheint man folglich bey geometrischen Höhenmessungen fehlen zu
können, wenn man sie auf gerathewohl unternimmt und keine Merkmale zur
Verbesserung wegen der jedesmaligen Beschaffenheit der Strahlenbrechung hat.«
Dies heißt für den Seemann, der es praktisch bei der Höhenverbesserung
berücksichtigen will: In der Elbemündung und in der Deutschen Bucht kann
man auf einen Fehler in der Kimmtiefe von etwa 10 Höhenminuten rechnen;
morgens ist die verbesserte Höhe meistens zu groß, abends zu klein, Der Fehler
gegen Abend ist gering und nicht sehr häufig, er beträgt etwa 1 Höhenminute;
der Fehler morgens ist häufig, größer und erreicht mitunter den Betrag von
9 Höhenminuten,
Bei den häufigen Spiegelungen nach unten war auch gewöhnlich eine
geringe Senkung, mitunter aber auch Hebung des Hauses verbunden. Die
Spiegelungen nach oben wurden nur dreimal in acht Monaten gut und klar
beobachtet, dann fand auch immer starke Erhebung statt.
Es geht also hieraus nicht deutlich hervor, ob eine Spiegelung, sei sie
nach unten oder nach oben, eine Hebung oder Senkung der Kimm anzeigt;
auch das, was später über die Sonne beim Auf- und Untergang gesagt wird,
stimmt wenigstens auf See im allgemeinen mit den Beobachtungen des Schreibers
nicht überein, Jedoch, abgesehen von den Höhenmessungen, ist bei Abstands-
bestimmungen durch Schätzungen in der Küstenfahrt die folgende Ermittelung
von Woltmann beachtenswert:
Bei der Spiegelung nach unten scheinen die Gegenstände selbst (mit
ihrem Spiegelbild verbunden und durch den typischen hellen Streifen vom
Wasser getrennt) sehr hoch und in der Luft zu schweben, sind aber in Wirk-
lichkeit niedriger als unter normalen Brechungsverhältnissen.
Bei der Spiegelung nach oben machen die nur wenig über den schein-
baren Horizont hervorragenden Gegenstände den Eindruck der Erniedrigung.
Woltmann hat auch schon die Wassertemperatur der Elbe und die Luft-
temperatur gemessen, verglichen und gefunden, »daß allemal, wenn das
Wasser um 2° F., oder mehr wärmer als die Luft war, eine Erniedrigung der