accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

158 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1905. 
die vorläufige Mitteilung v. Drygalskis!) hingewiesen, der seine diesbezüglichen 
Erfahrungen in der Antarktis in folgenden Sätzen, die Petterssons Ausführungen 
zu bekräftigen scheinen, gibt: 
ı. Der Einfluß des Eises auf die Temperatur des Meeres ist an der 
Oberfläche scharf markiert. An der Eiskante liegen deshalb in geringen Ent- 
fernungen starke Temperaturdifferenzen, 
2. Auch in der vertikalen Temperaturverteilung scheint der Einfluß des 
Eises hervorzutreten. Innerhalb der Eiskante ist das Wasser oben zunächst 
kalt, um dann erst bei 200, 300 ja bisweilen 400 m Tiefe schnell wärmerem 
Wasser bis über +1° Platz zu machen. Diese höhere Temperatur hält sich 
dann sehr gleichmäßig bis über 1000 m, um dann langsam bis zu etwa — 0.3° 
am Boden zu sinken, 
3. Inwieweit die höhere Temperatur. der mittleren Lagen auf Strömungen 
beruht, inwieweit sie gegenüber den in den Oberflächenlagen durch Eis nur 
lokal erniedrigten Temperaturen normal ist, möchte ich heute nicht entscheiden, 
Bemerkenswert ist, daß die Oberflächenströmungen zwischen 80° und 90° Ost 
von Greenwich im Scholleneis wesentlich nordwärts setzten, wie unsere Drift 
zeigte, Dieses gibt in Verbindung mit der Wärme der mittleren Lagen des 
Polarmeeres hinsichtlich der sonstigen Annahme einer langsam nordwärts 
dringenden Wassermasse am Boden zu denken. 
4. Ein wesentlicher Einfluß des Inlandeises auf den Salzgehalt hat sich 
auch in dem dicht vor dem Rande desselben geschöpften Wasser nicht erkennen 
lassen, obgleich davor noch schwere Eisbergstauungen lagen. 
5. Die im Sommer auftretende Schmelzwasserschicht ist nur ganz an 
der Oberfläche im Salzgehalt nachweisbar und geht wenig über 1 m hinab, 
Unmittelbar an der Oberfläche ist das Wasser jedoch in Spalten von geringer 
Breite fast ganz ohne Salz, wie sich auch an der Form seiner Eisbildungen 
erkennen läßt. 
Der Einfluß der irdischen Strahlenbrechung auf die Navigierung. 
Von Kapitän Frhr. v. Schrötter, Hilfsarbeiter der Deutschen Seewarte, 
Einführung. 
Um das Wesen der irdischen Strahlenbrechung oder, wie man früher sagte, 
der terrestrischen Refraktion verstehen zu können, muß man sich das einfache 
Brechungsgesetz der Lichtstrahlen vergegenwärtigen, Der bezügliche Lehrsatz 
heißt: Wenn ein Lichtstrahl aus einem Medium in ein optisch dichteres Medium 
tritt, so wird er in der Ebene des Strahles und des im Treffpunkte auf der 
Trennungsfläche der beiden Medien errichteten Lotes dem Lote zu gebrochen, 
Diesem Satz entspricht der Strahlengang 
von einem Gestirn s bis zum Auge des Beob- 
achters in o durch die Atmosphäre, wie er in 
der nebenstehenden Figur 1 dargestellt ist. Der 
Lichtstrahl tritt von dem Gestirn s kommend 
bei l in die Atmosphäre der Erde. Hier ist 
aber die Luft noch außerordentlich dünn, und 
der Strahl wird deshalb wenig gebrochen. Je 
weiter der Strahl aber in die Atmosphäre ein- 
dringt, desto dichter wird die Luft, desto 
stärker wird der Strahl dem Lote zu ge- 
brochen, so daß er von seiner geraden Rich- 
tung abgelenkt das Auge des Beobachters 
in 0 trifft. Der Beobachter wird also den Stern s in der Richtung der 
Tangente, welche an die von dem Lichtstrahl durchlaufene Kurve lo an ©0 
ı A. a. O0. 5. 74.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.