Kleinere Mitteilungen.
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Annahme berechtigt, daß auch die Werte > und = sich durch den Blitzschlag
in ihrer Größe nicht geändert haben. Unter dieser Voraussetzung läßt sich
die durch den Blitzschlag erfolgte Anderung in dem Koeffizienten des permanenten
Magnetismus z leicht durch die Differenz der aus den Beobachtungen der ersten
Reise nach der Formel
C = +0.012 tang J — 0.080 ; + 0.046 sec J + sin £p
für jeden Ort der Beobachtung der zweiten Reise berechneten Werte von
H € und den nach dem Blitzschlage beobachteten Werten von @ finden,
Die auf diese Weise berechneten Differenzen, die die Änderung in 9
durch den Blitzschlag darstellen, sind in der Reihenfolge der in der Tabelle
vom 23, November an verzeichneten Beobachtungen und zwar in Einheiten
der Horizontalintensität für Hamburg, wie folgt:
+ 0.547, 0.468, 0.436, 0469, 0.415, 0.400
und nach einer teilweisen Kompensation
0.173, 0.221, 0.190, 0.179, 0.201.
Aus diesen Zahlen geht hervor, daß die erste große Änderung, die für
die Gegend von Kap Roca auf die Einheit der dortigen Horizontal-
intensität reduziert = 0.43 oder in Graden ausgedrückt + 26° betrug, schon
am nächsten Tage um etwa 6° abnahm, dann aber sich erst allmählich ver-
minderte, Auf der Rückreise gibt sich die durch den Blitzschlag bewirkte
Störung mehr und mehr als fast vollständig permanenter Magnetismus zu er-
kennen, der indes immer noch für unsere Breiten eine Deviation von 2 Kompaß-
strichen ausüben würde, Der außergewöhnliche Betrag dieser durch den
Blitzschlag bewirkten Deviation ist ohne Zweifel der ungünstigen Aufstellung
des Kompasses unmittelbar über einem eisernen Deckshause zuzuschreiben,
Bei Antritt der neuen Reise der »Calabria« wurde der Koeffizient C
wieder besser kompensiert und auf nahezu 0’ gebracht.
3. Über die Beeinflussung der Sonnenlichtwirkung durch Meer-
wasser. Herr Prof. Dr. H. Leo, Medizinische Universitäts-Poliklinik in Bonn,
macht in der »Deutschen Medizinischen Wochenschrift« 1904, Nr. 52, hierüber
die folgende Mitteilung, deren Wiedergabe den »Ann. d. Hydr.« gütigst gestattet
worden ist.
»Die intensive Wirkung, welche der Aufenthalt an der See, besonders
bei gleichzeitigem Baden, auf die Haut der meisten Menschen ausübt, ist all-
gemein bekannt. Der dadurch hervorgerufene sinnfällige Effekt, das sogenannte
‚Einbrennen‘, stellt einen Reizzustand der Haut vom einfachen Erythem bis zu
stärkeren Entzündungsgraden dar.
Zur Auslösung dieses Effektes ist in erster Linie das Sonnenlicht er-
forderlich, Dies wird besonders klar vor Augen geführt durch die bekannte
Erfahrung der Polarreisenden, daß nach einer längeren Polarnachtperiode die
Haut ihre frische Farbe verliert und einen auffallend blassen, respektive grün-
gelblichen Farbenton annimmt, der nach Wiederkehr des Sonnenlichtes bald
wieder der gewohnten Röte Platz macht. )
Noch stärker als am Meeresstrande macht sich freilich der Einfluß der
Insolation im Hochgebirge bemerkbar, wo die Sonnenstrahlen wegen der
Dünnheit der atmosphärischen Luft eine besonders große Intensität entfalten,
zumal wenn sie noch durch Reflex von Schnee- und Eisflächen gesteigert
werden, wo außerdem der Ozonreichtum sowie die elektrische Spannung, übrigens
auch die Radioaktivität der Atmosphäre (siehe unten) die höchsten Grade
erreicht. Auch auf dem flachen Binnenlande sehen wir bekanntlich, wenn
auch in schwächerem Maße, ähnliche Erscheinungen auftreten, wenn die
Insolation längere Zeit dauert, zumal wenn sie noch durch Reflex vom Wasser
aus gesteigert wird, wie man das besonders bei Bootfahrten auf Binnenwässern
in ausgiebiger Weise konstatieren kann.