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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1905.
{899 mittlere Tagestemperatur
1900
1901 «
1902 «
L903
1,8°,
1.30,
5280
* 70’
1.90
Die mittlere Bewölkung machte 4.1 Zehntel aus, hieraus resultierten
31 heitere und 13 trübe Tage.
An Regentagen wurden 15 gezählt; es fielen insgesamt 128.9 mm Regen;
ein kleiner Teil dieses Niederschlags entfällt auf den 28. und 29. November
mit seinem Schneefall.
Die relative Feuchtigkeit der Luft betrug im Durchschnitt 66%.
Wie immer zu dieser Jahreszeit wehten auch in diesem Herbst die Winde
zum größten Teil aus nördlichen Richtungen, jedoch kamen im September
auch noch häufig südliche Winde vor. .
Die Durchschnittsstärke des Windes betrug 2.3 der Skala nach Beaufort,
an 4 Tagen erreichte der Wind Sturmstärke.
Heyne.
Ein Instrument zur Bestimmung der wahren Richtung und Geschwindig-
keit des Windes auf See.
Von A. L. Rotch.
Übersetzt aus »Quarterly Journal Royal Meteorological Society, Oktober 1904«, von P, Perlewitz,
Die Aufgabe, die wahre Richtung und Geschwindigkeit des Windes von
einem in Fahrt befindlichen Schiffe zu bestimmen, ist alt. Schon 1848 hat
Professor C. P. Smyth mit beweglichen Kreisteilungen versehene Maßstäbe
hergestellt, um den scheinbaren Wind auf den wahren Wind zu reduzieren,
und später wurden graphische oder trigonometrische Lösungen nebst Tabellen
von Miller, Rykatcheff, Mohn, Waldo und dem Hydrographical Office
der Vereinigten Staaten veröffentlicht. Sie alle setzen voraus die Kenntnis
der Schiffsgeschwindigkeit, den Winkel, welchen der scheinbare Wind mit der
Fahrtrichtung des Schiffes bildet, und die Geschwindigkeit dieses Windes, die
gewöhnlich auf Schätzung beruht, da es für ein Anemometer wegen der sich
bildenden vertikalen Strömungen und Wirbel kaum einen Ort auf dem Schiffe
gibt, von dem aus die relative Windgeschwindigkeit genau gemessen werden
kann. Einige Versuche darüber sind von dem Autor selbst vor mehreren
Jahren mit dem Dinesschen Druckanemometer gemacht, und es ergab sich,
daß bei absoluter Windstille nur an sehr wenigen Punkten des Dampfschiffs
die vom Anemometer angegebene horizontale Luftbewegung mit der Ge-
schwindigkeit des Schiffes übereinstimmte, Ein solcher Ort war z. B. dicht
hinter dem Bug des Schiffes; anderswo wurde gewöhnlich eine zu geringe
Geschwindigkeit angezeigt, während unter der Brücke der komprimierte Luft-
strom schneller nach hinten strömte, als das Schiff sich vorwärts bewegte,
In Anbetracht dieser Schwierigkeiten ist irgend eine Methode, welche
die wahre Windgeschwindigkeit mit beträchtlicher Genauigkeit zu bestimmen
Pie. 1. gestattet, sowohl vom wissenschaftlichen als vom
praktischen Standpunkt durchaus wünschenswert.
Die folgende graphische Lösung wurde von dem
Autor in der Science, vol. 15, p. 72 bis 73 ver-
öffentlicht.
In Fig. 1 sei AB der von der Schiffsbewegung
herrührende Wind und AC die Richtung des Windes
relativ zum Schiff, wie sie durch den Zug des
€ Rauches gegeben wird. Dann mißt man den Winkel
DBA, welchen der wahre Wind mit dem Schiff bildet, was leicht dadurch geschieht,
daß man die Wellenkämme, wie sie sich dem Schiffe nähern, beobachtet. Man erhält
so die Richtung der dritten Seite, BC, des Dreiecks. Indem man nun die Länge AB