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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1905.
In Karwenbruch ist die Düne fortgerissen, wodurch diese Ortschaft
sowie das benachbarte Dorf Karwen überschwemmt wurden,
Die Halbinsel Hela hat besonders stark gelitten. An einzelnen Stellen
haben die Seen die Dünen durchbrochen, die Wälder versandet und den Weg
unpassierbar gemacht.
Das Dorf Ceynova stand ganz, Danziger Heisternest zum Teil unter Wasser.
Auch auf der Frischen Nehrung und am Frischen Haff sind die Ver-
heerungen außerordentlich groß.«
J. Frühling.
Die Witterung zu Tsingtau im September, Oktober und November 1904,
nebst einer Zusammenstellung für den Herbst 1904.)
Bericht der Kaiserlichen Meteorologisch - astronomischen Station zu Tsingtau.
In der folgenden Tabelle sind die meteorologischen Beobachtungen aus
Tsingtau sowohl für die Monatsdrittel als auch für die ganzen Monate Sep-
tember, Oktober und November 1904 enthalten, Den Schluß der Tabelle bildet
eine Zusammenstellung für den diesjährigen Herbst. (Die Berechnungen der
‚Allgemeinen Luftbewegung« unter Zugrundelegung der Windbeobachtungen
an den drei Terminen jedes Tages — vgl. »Ann. d. Hydr. etc.« 1900, S. 683 —
sind auf der »Deutschen Seewarte« eingefügt worden.)
September 1904. Ebenso wie im vorigen Monat war auch im Sep-
tember d.J. die Temperatur der Luft verhältnismäßig hoch. Sie war, ab-
gesehen von kleineren Änderungen, hervorgerufen durch die wechselnden
Winde, ziemlich gleichmäßig.
Das Tagesmittel betrug 22.1°, das Maximum 29.4° und das Minimum 14.3°.
An 24 Tagen im Monat hatte das Maximumthermometer einen Stand
von 25° und darüber,
In demselben Monat früherer Jahre ergaben sich für die entsprechenden
Temperaturen folgende Werte:
1898 mittlere Tagestemperatur — 22.4°, höchste Temperatur
1899 21.8°,
1900 22.39,
1901 5
1902
1903
28.00, niedrigste Temperatur = 15.7°,
29.19, = 11.19,
30.09, 11.69,
29.09, 4.80,
29.09, 11.20,
28.79, 16.29,
Die mittlere Bewölkung des Himmels machte 4.6 Zehntel aus; hieraus
ergaben sich 7 heitere und 4 trübe Tage.
So wie die Bewölkung des Himmels gegen Ende des Monats immer
geringer wurde, so nahm auch die Feuchtigkeit der Luft immer mehr und
mehr ab; dieselbe betrug durchschnittlich 69%.
Trotz des geringen Feuchtigkeitsgehaltes der Luft waren doch die
Niederschläge noch recht ergiebig. Es fielen an 8 regnerischen Tagen im
ganzen 93.6 mm Regen; hiervon fiel die größte Menge, 82.8 mm, im ersten
Drittel des Monats.
In vielen Nächten im Monat fiel Tau. Gewitter kamen nicht vor; an
einigen Abenden wurde jedoch Wetterleuchten beobachtet.
Der Wind wechselte sehr oft, hielt aber doch noch in der größeren
Anzahl südliche Richtungen, er erreichte eine mittlere Stärke von 1.6 der
Beaufort-Skala. Windstärke 4 wurde nur einmal überschritten; am 18. frischte
der Wind nachmittags zwischen 2 und 3 Uhr, aus WNW kommend, allmählich
auf, erreichte abends zwischen 8 und 9 Uhr Sturmstärke (8) und flaute dann
bis zum nächsten Morgen langsam bis zur Stärke 2 ab.
Oktober 1904. Die mittlere Temperatur, 15.0° betragend, war nicht
yanz so hoch wie in der größeren Zahl der früheren Beobachtungsjahre.
1) Die Zusammenstellung für das Jahr Dezember 1903 bis November 1904 folgt bei dem
nächsten Vierteljahrsbericht.