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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1905. 
Datum 
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Unter schnellerer Abnahme an Tiefe rückt das Minimum im Laufe des 
13. in südöstlicher Richtung nach Innerrußland vor. Über Südskandinavien 
bildet sich (Karte III, Tafel 4) ein selbständiges Hochdruckgebiet bei noch 
immer sehr starkem Steigen des Barometers aus. Das barometrische Gefälle 
nimmt besonders auf der Strecke Rügenwaldermünde bis Memel schnell zu 
und verursacht dadurch das Zustandekommen heftigen Nordsturmes, der in 
der Nacht vom 13. auf den 14.,, zum Orkan anwachsend, mit Schneetreiben ver- 
bunden, die Danziger Bucht heimsucht, wobei er die vorher nördlich ge- 
triebenen Wassermassen aus dem Bottnischen Busen südlich gegen die Oost-, 
westpreußische und pommersche Küste führend, hier Überschwemmungen 
hervorruft, Bei abnehmendem Barometergefälle hält der Sturm unter Drehung 
nach NO auch noch am Morgen des 14. (Karte IV, Tafel 4) an, flaut jedoch 
im Laufe des Tages ab. — Das über Südschweden und Dänemark entstandene 
Hochdruckgebiet über 780 mm breitet sich weiter nach Osten aus; der Luft- 
druck ist über Mitteleuropa allgemein hoch; das Minimum ist nur noch als 
Furche niedrigeren Druckes im Innern Rußlands erkennbar, Der Himmel klart 
an der deutschen Ostseeküste ganz auf; die Temperatur ist im östlichen Teile 
überall unter 0° gyesunken. 
Frühling, J.: Der Nordsturm an der ostdeutschen Küste vom 13. u. 14. Januar 1905. 115 
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In der vorstehenden Tabelle sind die Beobachtungen der Signalstellen auf 
der Strecke Swinemünde bis Memel über Windrichtung (Kolumne I), Wind- 
stärke (Kolumne II) und Seegang (Kolumne Il) für die Zeit vom 12, abends 
bis 14. abends wiedergegeben. . 
Über die durch den Sturm in der Danziger Bucht hervorgerufenen 
Verheerungen berichtet Herr Ewert: 
» Auf der Westerplatte sind die Uferbefestigungen teilweise weggeschwemmt 
und große Parkbäume, die nahe am Ufer standen, mit ihren Wurzeln von der 
See aus der Erde herausgewaschen und umgestürzt. Die über die Dünen hin- 
weggehenden Seen haben die Westerplatte teilweise unter Wasser gesetzt. 
In der Weichsel stieg das Wasser 1.5 m über Normal und trat an 
einzelnen Stellen über die Ufer. 
Zwischen Brösen und Glettkau sind die Dünen zum Teil fortgerissen; 
die Terrasse des Kurhauses zu Brösen ist unterspült. 
In Putzig sind die dem Strande zunächst gelegenen Gärten und Wiesen 
fast bis zur Chaussee Putzig—Polzin überflutet. 
Der Abbau „Becka“ zwischen Oslanien und Rewa ist in eine Insel um- 
gewandelt.
	        
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