110 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1905.
ist offenbar im Bereich des Sturmfeldes geblieben und hat dieses mit seiner
eigenen Schnelligkeit wieder eingeholt und kommt erst durch seinen östlichen
Kanalkurs aus dem nordöstlich aufziehenden Minimum heraus,
Der Hamburger Dampfer »Palatia«, Kapt. Magin, hatte am 10. Oktober
44 V, seinen niedrigsten Barometerstand 746 mm beobachtet. Um 8h V, des
10. Oktober auf 48,7° N-Br. und 33,2° W-Lg. holte der Wind von NNO auf N
und wehte aus dieser Richtung mit Stärke 11. Hohe, wilde See aus der Windrichtung
und sehr hohe O-Dünung. Das Barometer stieg dann bei abflauendem
und NW-holendem Winde schnell und stetig. »Pennsylvania«, Kapt. Spliedt,
stand etwas östlicher als »Palatia« und hatte 739,8 mm als niedrigsten Stand
bei NO-Sturm, Stärke 10/11. Gewaltig hohe See und O-Dünung. Auch bei
‚Pennsylvania« lief der Wind bei schnell steigendem Barometer über N nach
NW und nahm ab. Ebenso bei dem Dampfer »Kronprinz Wilhelm«, Kapt.
Richter, der am 10. Oktober auf 48,8° N-Br. und 34,3° W-Lg. seinen niedrigsten
Barometerstand mit 746,8 mm verzeichnet bei N-Wind (10). Bei »Kronprinz
Wilhelm« fällt jedoch später das Barometer noch weiter und erreicht am
12. Oktober auf 49,6? N-Br. und 11,7° W-Lg. 734,3 mm, wobei zu gleicher Zeit
der NW-Wind nochmals zum Sturme anwächst, Hohe Dünungen aus NO, NW
und W machten sich unangenehm fühlbar, und es wurde mit sichtbarem Erfolg
Öl zur Beruhigung der See gebraucht. Der Dampfer hatte eine für ihn lange
Reise von 8 Tagen von Sandy-Hock bis zur Weser.
Der Hamburger Dampfer »Granada«, Kapt. Steffan, stand am 10. Oktober
mittags auf 48,3° N-Br. und 36,2° W-Lg. Stark fallendes Barometer und
hohe NO-Dünung wurden bemerkt. Um 12% N. des 9. Oktober hatte der Wind
aus NNO zum Sturme zugenommen und drehte nun nach NNW (10), Bei
steigendem Barometer holte der Wind um 4b V, des 10. Oktober einige Striche
zurück auf N und wehte von hier orkanartig mit Stärke 11 und 12 stoßweise
in fürchterlichen Böen.
Gegen 8h V, nahm der Wind ab, drehte jedoch später bei immer
steigendem Glas noch weiter rechts nach NNO und erreichte noch wieder
Sturmesstärke (10). Im Laufe des Nachmittags jedoch drehte er dann wieder
nördlich und nahm allmählich an Stärke ab. Die See war während des 9, und
10. Oktober sehr unregelmäßig, hoch und wild aus NO, N und NNW. »Granada«
ist also neben dem Orkan her und zeitweise weiter in denselben hineingelaufen;
jedenfalls hatte der Orkan viel von seiner Fortpflanzungsgeschwindigkeit
an den vorherigen Tagen verloren,
Der Hamburger Segler »Dorade«, Kapt. Jensen, befand sich an der
O-Seite des Sturmfeldes und hatte am 9. Oktober fallendes Barometer und
starke südliche Dünung beobachtet. Am 10. Oktober auf 47,8° N und 17,1° W
fiel das Barometer sehr rasch, der SO-Wind nahm rasch und stetig bis zum
Sturm zu, so daß das Schiff um 8h V, beidrehen mußte. Um 11% V, erreichte
das Barom. mit 736,4 mm seinen vorläufig niedrigsten Stand, der Wind holte
langsam WSW und wuchs aus dieser Richtung bis Stärke 10 an, Bei ganz
wenig steigendem und wieder fallendem Barometer flaute der Wind mehr und
mehr ab, war aus W unstetig, holte südlicher, dann wieder westlicher, und
erst am 12. Oktober begann das Barometer endgültig zu steigen und der
Wind aus westlicher Richtung frisch und stetig durchzukommen. Das Tagebuch
der »Dorade« gibt recht interessante Aufschlüsse. Es scheint, als ob
das Wetter an der Ö-Seite des Minimums weniger stürmisch und schlecht
yewesen ist, als an der entgegengesetzten Hälfte.
„Darade« zeiet an für den:
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Wind u. See zunehmend. 8h drehen bei.
Harte Böen allmählich durch S nach
WSW holend.
Harte Böen.
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\nßerst starker Regen.
Ran mäßieer.