L08 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1905.
Zentrum vermeiden können, doch es konnte auch dieses Schiff infolge der
vielen Segel nicht beidrehen, Der Orkan brach ebenfalls wie bei den andern
Schiffen plötzlich herein; freilich mahnte das stetig und schnell fallende Baro-
meter die Führer der Schiffe zur Vorsicht, und vor allem konnte das Gewitter,
das jedes der Schiffe gehabt hat, als Vorbote einer großen barometrischen
Störung beachtet werden.
Aus dem Journal der »Charlotte« ist für den Sturmtag folgendes ent-
nommen:
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Bemerkungen.
Harte Regenschauer, Blitzen in SO
und W.,
Zunehmender Sturm.
11h flau, 11h 45min aus NW ein-
fallend (12),
Hohe, wild durcheinanderlaufende See.
Desgl., Sturm abnehmend.
Wind und See abnehmend und regel-
mäßiger.
In der Zeit nach dem schwersten Sturm konnte leider der Barometer-
stand nicht vermerkt werden, doch ist es sicher anerkennenswert, daß die
anderen Beobachtungen trotz der schweren Lage, in der sich das Schiff be-
fand, eingetragen wurden, Das schnelle Steigen des Barometers, wie vorher
das schnelle Fallen desselben, lassen erkennen, mit welch ungemein großer
Geschwindigkeit das Sturmfeld sich fortpflanzte (nach den Karten 37 Sm in
der Stunde),
Der Bremer Segler »Neck«, Kapt. Kerjos, befand sich am 8. Oktober mittags
auf 34,9°N-Br. 39,5°W-Lg. und beobachtete während des ganzen Tages ein stetiges
Fallen des Barometers. Morgens war ein Hof um den Mond zu sehen, und
die Luft behielt Tags über ein schmieriges Aussehen, Nachmittags lief eine
kabbelige See, und Regen und Mallung waren vorherrschend. Bis 31/,h V, des
9. Oktober blieb der Wind unstetig in Richtung und Stärke, nahm dann aber
bei heftigem Regen schnell zu. Um 4% V, war der Wind NO (10), holte dann
vecht N, zunehmend bis Stärke 11 und nahm dann bei steigendem Barom. schnell
wieder ab. Der niedrigste Barometerstand wurde mit 745,7 mm beobachtet
um 4b V. des 9. Oktober. Das Tavebuch zeigt hier:
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Bemerkungen.
12h 134° 53/392 830/l
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Mallung 1—4 DE
SSW
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3h 15min in heftiger Böe nach N 8&
springend.
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Kabbelige See, Mallung, Regen.
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NO 1106 745.7
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Bis 3h 30min unstetig in Richtung und
Stärke dann schnell zunehmend.
heftiger Regen,
Sturm, hohe See, Regenschauer.
Abnehmend.
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U. | 12b
A 1 b 2182
NW ! 817526
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»Neck«, der ja bedeutend westlicher stand als die anderen Schiffe, hat
natürlich auch nur weniger unter dem Sturm zu leiden gehabt und ist ja
auch weit genug vom Mittelpunkt des Sturmfeldes abgewesen, um nicht durch
rasch herumgehende stürmische Winde behelligt zu werden. Auch die See
zeigt sich hier nicht so hoch und wild, wie bei den anderen Schiffen.
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NNW