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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1905. 
Charakter an. Das Tiefdruckgebiet, das sich am 27. September über den 
amerikanischen Seen entwickelt und in raschem Laufe der Labradorküste zueilt, 
kann nur am 28, noch mit Sicherheit wieder erkannt werden und läßt die Frage 
offen, ob seine Bahn nach Süden abgelenkt wird, oder ob es sich in dem lang- 
sam nach Osten weiterschreitenden Tiefdruckgebiet V. (Tafel 3) wiederfinden läßt, 
Das gefährlichste Sturmfeld dieser Tage ist das wohl aus den Tropen stammende 
T. II. Dieses Tiefdruckgebiet verschwindet aber ebenso schnell, wie es ge- 
kommen; es zeigt am 27, September noch einen tiefsten Luftdruck von 721 mm, 
am 28. einen solchen von nur 7838 mm und ist am 29. ganz verschwunden, 
Die Ausdehnung des Sturmfeldes ist sicher keine große gewesen, doch muß die 
Kraftentfaltung eine ganz enorme gewesen sein, nach den Verheerungen zu 
rechnen, die dies Unwetter angerichtet hat. Die Richtung, die am 27. September 
meist nördlich gewesen ist, geht am 28. eben südlich der Bermudas in eine mehr 
und mehr östliche über; die Sturmbahn dürfte eine mehr oder weniger para- 
bolische Form gehabt haben, 
Die zweite vom 1. bis 7. Oktober währende Periode zeigt sehr viel Ähnlich- 
keit mit der vorhergehenden insofern, als auch hier in der Passatzone keinerlei 
oder doch nur geringe Störungen vorliegen und die Brücke hohen Druckes, 
in den Kalmengebieten von der amerikanischen zur südeuropäischen und 
afrikanischen Küste sich hinziehend, ebenfalls stets vorhanden ist. Am 3. Oktober 
wird dieser Gürtel unweit der amerikanischen Küste von zwei sich nähernden 
Tiefdruckgebieten zusammengeschnürt und am 4, Oktober auch zerrissen, zieht 
sich aber nach dem Passieren des mit VI, bezeichneten Minimums wieder in 
einer langgestreckten Brücke quer über den Ozean. Auch die Bahnen der 
Tiefdruckgebiete stimmen sehr mit denen der ersten Periode überein, da sie 
sich ebenfalls meist in Breiten über 35° N-Br. westöstlich fortbewegen und 
einander folgen. Auch hier sind die Lagen und Tiefen der Zentren, die Aus- 
dehnung der Depressionsgebiete nur ungenau zu bestimmen und von eigentlich 
schwerem stürmischem Wetter kann auch hier kaum die Rede sein. Nur bei dem 
wahrscheinlich wieder aus den Tropen stammenden Tiefdruckgebiete vom 4, 
und 5, Oktober, das wiederum bei nur ziemlich geringer Ausdehnung eine 
starke Intensität annimmt, kann der orkanartige Charakter nachgewiesen werden, 
und es liegen hier auch Beobachtungen von schwerem Wetter und genaue Orts- 
bestimmungen vor. 
Wesentlich anders ist die ganze Lage in den Tagen vom 8. bis 13. Oktober, 
der letzten Periode dieses Berichtes, aber auch wesentlich interessanter und 
gefährlicher; denn ist bisher der Verlauf der einzelnen Perioden wenigstens 
in zonaler Beziehung ein sehr regelmäßiger gewesen, so erscheint in dieser 
letzteren alles zerrissen und verzerrt. Bis in die Passatgebiete hinein reichen 
die Störungen allerdings nicht, aber Gebiete tiefen und tiefsten Luftdruckes und 
von gewaltiger Ausdehnung beherrschen fast den ganzen Ozean von 30° N-Br. 
ab nordwärts. Die nördlich vom Passat liegende Hochdruckbrücke läßt sich 
nur am 13. Oktober in ihrer ganzen Ausdehnung bezeichnen, An den Tagen 
vom 8. bis 11. Oktober wird ein Gebiet hohen Druckes an der Labradorküste 
durch die davor gelagerten Tiefdruckgebiete festgehalten und erst dann ihm 
gestattet, sich mit dem im Kalmengebiet nördlich des Passats liegenden Hoch- 
druckgebiete zu vereinigen, so daß wir am 11. und 12. Oktober zwar wieder 
eine Brücke, aber mit der veränderten Lage Labrador— Westafrika haben, 
also eine quer durch die Hauptschiffahrtszone laufende. Bedingt wird diese 
Lage durch ein sich von Süden her an der amerikanischen Küste herauf- 
schiebendes Tiefdruckgebiet, welches auch am 12. Oktober das Hochdruck- 
gebiet von der Labradorküste wegdrängt. Am 13. Oktober liegt aber an der 
Stelle, an der früher das Minimum gelegen hat, also eben nördlich der West- 
indischen Inseln, wieder ein Hochdruckgebiet, das hiermit die Verbindung der 
amerikanischen mit den gegenüberliegenden Festlandsküsten wieder herstellt 
und den Hochdruckgürtel vervollständigt. Ein Gebiet tiefen Luftdruckes, das 
am 8. Oktober noch quer über den Ozean nördlich von 45° N-Br. liegt, dessen 
Ausdehnung sowie Lage und Tiefe seines Zentrums unbestimmt, da zu nördlich 
liegend, ist, zieht sich schnell zusammen und bringt am 9. und 10. Oktober der
	        
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