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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Die Witterung an ‚der deutschen Küste im Dezember 1904. 
Küste, 21. an der ostdeutschen Küste, 22. von der Elbe ostwärts, 238. bis 26. 
mehr vereinzelt und mit besonderem Ausschluß von Rügen und Umgebung 
an der ganzen Küste, 27. an der preußischen Küste, 28. bis 30. an der ganzen 
Küste sowie am 81. an der westlichen Nordsee und der Ostsee ostwärts bis 
Westpreußen, Sehr ergiebige, in 24 Stunden 20.0 mm erreichende Niederschläge 
fielen am’ 1. in Wyk a. Föhr (31) und Flensburg (21) sowie am 31. in Ahl- 
beck (27)... Elektrische Erscheinungen wurden nur vereinzelt während der 
Stürme in, der Nacht vom 6. zum 7. und derjenigen der letzten Tage be- 
obachtet, Nebel trat in größerer Verbreitung auf am 1. an der Nordsee, 2. 
zwischen Jade und Elbe und über Rügen, 3. weit verbreitet an der Nordsee 
und stellenweise an der Ostsee, 9. westlich der Elbe und an der westlichen 
Ostseeküste, 12. ostwärts bis Rügen, 14. an der ganzen Küste mit Ausnahme 
von Rügen und Pommern, 15. ostwärts bis Mecklenburg, 16. ostwärts bis 
zur Oder, sowie am 22. und 28. an der Nordsee, 
Als heitere Tage, an denen die nach der Skale 0 bis 10 geschätzte 
Bewölkung im arithmetischen Mittel aus den drei Beobachtungen am Tage 
kleiner als 2 war, charakterisierten sich über ausgedehnten Gebieten der 19. 
ostwärts bis Mecklenburg, der 20. über Rügen und Pommern und der 27, ost- 
wärts bis Rügen. 
Die Küste lag bis zum 18. fast andauernd im Bereiche von Depressionen 
über Nordwest- und Nordeuropa; Minima zogen über dem Ozean nordwestlich 
von Schottland heran und im. hohen Norden Europas vorüber und entwickelten 
Ausläufer. und Teilminima, die längs der Küste fortschritten. Nachdem zu- 
nächst ein am 2. über der Biskayasee erschienener Ausläufer bis zum. 4, nach 
Westrußland geschritten war, zeigte die Depression über Nordwesteuropa eine 
sehr bedeutende Zunahme an Tiefe, und ein tiefes Teilminimum drang am 6. 
und 7. über den Süden der Nord-. und Ostsee nach Finnland, das in der Nacht 
ostwärts bis Pommern und am 7. an. der ostdeutschen Küste Südweststurm 
hervorrief. Bei fast anhaltend südwestlichen Winden war die Temperatur 
meist in diesen Tagen gestiegen, so daß am 4. bis 6. vielfach die höchsten 
Temperaturen eintraten; dann aber sank die Temperatur, als die Winde im 
Rücken des genannten Minimums nach Nordwesten drehten. Diese wurden 
herbeigeführt durch einen dem nächsten Minimum vorausgehenden, ostwärts 
vorrückenden, nordwärts gerichteten Ausläufer des Hochdruckgebiets über 
Südeuropa. Bei dem Herannahen des neuen, am 9. und 10. vom Ozean bis 
zum Kanal vordringenden Minimums hörte die Zufuhr von Luft nordwest- 
licher Herkunft auf, es traten aber zunächst Winde kontinentaler Herkunft 
ein, so daß die Temperatur bei trübem Himmel bis zum 15. wenig Änderung 
erfuhr, Auf jenes Minimum, das vom 10. bis 12. vom Kanal nach dem Süden 
der Ostsee vordrang, folgten ein anderes, am 12, und 138. von Schottland nach 
der südlichen Nordsee dringendes Minimum und weitere flache Ausläufer, 
die ostwärts über Norddeutschland hinschritten; in ihrem Gefolge stellten sich 
bei zunehmendem Luftdruck über der Biskayasee und über Kontinentaleuropa 
wieder ozeanische Winde an der Küste ein, die am 17. und 18. sehr milde 
Witterung herbeiführten. Abgesehen vom 138. und 17., hatte die Küste bis zu 
diesem Tage täglich ausgebreitete Niederschläge. 
Eine vom 19. bis 27, reichende Periode wesentlich anderen Wetter- 
charakters wurde am 18. durch das Vordringen eines Hochdruckgebietes von 
der Biskayasee her eingeleitet. Hoher Luftdruck erhielt sich andauernd vom 
Westen Kontinentaleuropas über die Britischen Inseln ausgebreitet, während 
in steter Folge Ausläufer niedrigen Drucks und Teilminima .in südöstlicher 
Richtung über Nordskandinavien nach Westrußland schritten. Anhaltend 
nordwestliche Winde, die an der ostdeutschen Küste in dem angegebenen Um- 
fang seit dem 28. täglich stürmisch wehten, führten einen sehr starken Rück- 
gang der Temperatur herbei; wie diese Wetterlage den Westen durch das 
Fehlen stürmischer Winde begünstigte, so traten im Westen auch seltener 
Niederschläge auf, nur am 22, bis 26, während der Osten seit dem 21. solche 
täglich aufzuweisen hatte. 
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