J4
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1905.
Westen mit der Stärke 7 und im Osten mit der Stärke 10 andauernd; am 12.
aus dem SO-Quadranten steif an der westlichen Ostsee; überwiegend aus dem
NW-Quadranten an der pommerschen und preußischen Küste am 19. meist in
der Stärke 8/9, am 238. meist bis Stärke 8, am 24. und 25. meist bis Stärke 9
und darüber, am 26. und 27. meist bis 7/8 und am 28. meist Stärke 8 er-
reichend; am 29. aus westlichen Richtungen an der ganzen Küste, meist bis
Stärke 9 anwachsend. Der stärkste Sturm traf die Nordsee am 80. und die
Ostsee am 30. und 31., der an der Ostseeküste eine verheerende Sturmflut
herbeiführte, über den hier weiterhin berichtet werden soll, Nach dieser
Aufzählung hat die Ostsee wieder eine ganze Reihe von Sturmtagen gehabt,
die bei ruhigem Wetter an der Westküste auftraten, dabei handelte es sich
um die bekannte Art von Stürmen, deren häufiges Vorkommen die erheblich
größere Sturmhäufigkeit an der östlichen Ostsee im Vergleich mit der Nordsee
zur Folge hat.
Die Morgentemperaturen lagen fast durchweg über den normalen Werten,
ausgenommen an den beiden ersten Tagen an der preußischen Küste, dem 9,
bis 14. an der westdeutschen Küste und dem 27., 28. und 31. an der ganzen
Küste; positive Abweichungen bis 8° und mehr traten mehrfach auf am 5.
bis 7, 17. bis 19. und am 30, während entsprechend große negative Ab-
weichungen nur an der preußischen Küste am 2., 27. und 31. beobachtet
worden sind, und negative Abweichungen bis zu 5° nur an den beiden letzt-
genannten Tagen über dem übrigen Gebiete zu verzeichnen gewesen sind,
Die höchsten Nachmittagstemperaturen zeigten in ihrem Verlauf von Tag
zu Tag ziemlich übereinstimmend nach einem Ansteigen bis zum 6. ein Sinken
bis zum 10. und nach geringer Änderung wieder ein starkes Ansteigen bis
zum 18.; hierauf erfolgte ein mehr oder weniger stetiger Rückgang der
Temperatur, der besonders um den 25. durch eine vorübergehende Zunahme
gestört erschien, bis zum 27., worauf meist ein starker Anstieg bis zum 29,
eintrat, dem ein meist erheblicher Temperatursturz am letzten Tage nach-
folgte, Die Temperatur schwankte an der Küste zwischen der höchsten 11.0°
von Wilhelmshaven und der niedrigsten 15.5° von Memel, also um 26,5”,
während die kleinste Schwankung in Borkum gleich 11.9° und die größte in
Memel gleich 22,5° beobachtet wurde. Gegenüber zwei bis drei Frosttagen
auf den Nordseeinseln hatte die preußische Küste deren zwölf zu verzeichnen;
hier betrug die Anzahl der Eistage, an denen die höchste Tagestemperatur
unter 0° blieb, drei bis fünf, während die übrige Küste ziemlich gleichmäßig
deren nur ein bis zwei aufzuweisen gehabt hat. Nur am 31, herrschte Frost
über dem ganzen Gebiete,
Die aus den Änderungen der Temperatur von Tag zu Tag ohne Rück-
sicht auf deren Vorzeichen als arithmetische Mittel für die drei Beobachtungs-
termine berechneten Werte der interdiurnen Veränderlichkeit der Temperatur
(I. T. V.) lagen mit ihren größten Werten zwischen 2.0° (Borkum) und 3.6°
(Memel); der kleinste der je drei Werte am Tage fiel weit überwiegend auf
den Nachmittag, während der größte Wert etwa gleich häufig auf die beiden
anderen Termine entfiel,
Die monatlichen Niederschlagsmengen zeigten vielfach bedeutende Ver-
schiedenheiten auf benachbarten Stationen. Die größten, meist 50 mm über-
steigenden Beträge hatten die schleswig-holsteinische, pommersche und preußische
Küste, die kleinsten, unter 30 mm bleibenden Beträge die mecklenburgische
Küste und nur wenig größere die Stationen an der Weser und Elbe. Gegen
23 mm in Wismar und 25 mm in Wustrow hatten Wyk auf Föhr 88 mm und
Memel 106 mm aufzuweisen. Läßt man den Niederschlagstag um 8% V. M, E.Z.
des gleichnamigen Kalendertages beginnen, und sieht man von vereinzelten
und von geringfügigen Niederschlägen ab, so fielen diese im Dezember am 1.
von Elbe bis Oder, 2. ostwärts bis Pommern, 3. bis 8, an der ganzen Küste,
am 9. von der Elbe ostwärts mit Ausschluß der westlichen Ostsee, 10. ostwärts
bis zur Kieler Föhrde, 11. mehr vereinzelt von der Elbe ostwärts, 12. ostwärts
bis Meckenburg, 14. an der westlichen Nordsee, über Rügen und Pommern,
{35. von der Elbe ostwärts, 16. ostwärts bis Mecklenburg, 18. an der ganzen