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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Kleinere Mitteilungen. 
zB 
denen man alle Winkel bis 300° messen kann, dem Kimmprisma verschlossen 
ist. Daher ist auch die Eliminierung der Kimmtiefe in der Art, daß das Mittel 
aus der über der vorliegenden Kimm und der über der rückwärtigen Kimm 
gemessenen Höhe genommen wird, mit dem Kimmprisma nicht ‚auszuführen. 
Dafür hat das Kimmprisma aber Vorzüge, die es den beiden anderen 
Konstruktionen überlegen machen. Dahin gehört erstens die feste Verbindung 
der beiden spiegelnden Flächen; wenn die spiegelnden Flächen vom Mechaniker 
unter einem Winkel von 90° geschliffen sind, so ist man der Unveränderlichkeit 
dieses Winkels ohne Kontrolle und Nachprüfung unter allen Umständen sicher, 
solange das ‚Prisma nicht etwa selbst zerbrochen ist. 
Zweitens ist die Haltung des Sextanten zur Messung der Kimmtiefe 
mittels des Kimmprismas von Blish dieselbe wie bei einer gewöhnlichen 
Höhenmessung und daher dem Seemann bekannt und geläufig. Er wird deshalb 
dieses Instrument den anderen beiden vorziehen, bei deren Verwendung er dem 
Sextanten eine ungewohnte und daher anfangs unbequem erscheinende Lage 
geben muß. 
Berlin. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführlichere Inhaltsangaben. 
A. Nippoldt jun. „Erdmagnetismus, Erästrom und Polarlicht.“ Sammlung 
Göschen. Kl. 8%. 136 Seiten. Mit 3 Tafeln und 14 Figuren. Leipzig. 
G, J. Göschen. 1903, 
Das Buch gibt eine gedrängte Zusammenstellung aus den im Titel genannten Wissens- 
zebieten. Eine solche kann natürlich auf so kleinem Raum nicht völlig erschöpfend sein und bei der 
Schwierigkeit, die der Gegenstand auch in seiner mathematischen Behandlung bietet, dem Laien eine 
vollkommene Klarheit über das Gebiet kaum vermitteln. Dagegen ist es als eine wertvolle Ein- 
führung für denjenigen anzusehen, der sich in das Gebiet einarbeiten möchte, für welchen Zweck 
sin gut ausgewähltes Literaturverzeichnis sowie entsprechende Hinweise im Text geboten werden; 
aber auch dem Leser, der sich flüchtiger über Einzelnes aus dem Gebiet unterrichten möchte, bietet 
das Buch reiche Ausbeute in seinen fünf inhaltreichen Abschnitten: Die Elemente des Erdmagnetismus, 
Der permanente Magnetismus der Erde, Die Variationen des Erdmagnetismus, Der KErdstrom, 
Das Polarlicht, 
» Die folgenden Bemerkungen über verbesserungsfähige Einzelheiten in dem Werke sollen den 
Wert des verdienstlichen Büchleins nicht herabsetzen, sondern bieten im wesentlichen Material, was 
vielleicht bei einer neuen Auflage im Interesse einer klareren Fassung berücksichtigt werden könnte. 
_ Bei der Definition der Deklination auf S. 13: Sei @ das Azimut der Mire, » der Winkel, 
um den das Fernrohr gedreht werden müßte, damit es von der Richtung auf den Magneten 
in die auf die Mire übergehe, so ist die Deklination d = »-+«a“ sollte es heißen: „damit es 
von‘ der Richtung auf die Mire in die auf den Magneten übergehe“, weil so der 
Drehungssinn mit dem gebräuchlichen Vorzeichen berücksichtigt wird, da man sowohl Azimute im 
Sinne der Sonnenbewegung positiv rechnet, als auch die Deklination für positiv ansieht, wenn 
magnetisch Nord östlich von astronomisch Nord hiegt. 
Nach der Beschreibung des täglichen Ganges der Deklination (S. 57) erwartet man vergeblich 
die Formulierung eines Ausdrucks, der die Vorgänge auf beiden Halbkugeln als gleichartige er- 
kennen läßt. Er könnte in der Form gegeben werden: Auf der Nordhalbkugel ist der Nordpol, 
auf der Südhalbkugel der Südpol der Magnetnadel zwischen 8 und 10h V stärker nach Ost, zwischen 
1 und 3b N stärker nach West abgelenkt, 
Die Tafel III (S. 64), die nach Fritsche in Linien gleichen Potentiales ein Bild der täg- 
lichen Variationen gibt, stimmt nicht mit den Erläuterungen, die auf S. 65 und 66 gegeben werden, 
Es wird da zwar richtig angegeben, daß auf der für den Greenwicher Mittag geltenden Karte links 
(d. i. westlich) vom Nullmeridian Vormittag, rechts (östlich) Nachmittag ist; dann aber wird 
gefolgert, daß der 30° westlich vom Nullmeridian, also im Vormittag für den betreffenden Meridian, 
liegende Nordpol des täglichen Feldes am Nachmittag den Greenwicher Meridian passieren werde, 
wie es allerdings mit den tatsächlichen Verhältnissen im Einklang ist, aber aus dieser Karte un- 
möglich geschlossen werden kann. Die Figur wird vielmehr erst dann richtig, wenn das Kurven- 
system spiegelbildlich zum Nullmeridian umgelegt wird, wobei allerdings der Sinn in dem die 
Linien von elektrischen Strömen durchlaufen werden, derselbe wie im jetzigen Bild sein muß. Ob, 
wie wohl anzunehmen ist, dieses eigentümliche Versehen schon auf der Fritscheschen Originalkarte 
vorhanden ist, konnte Referent nicht feststellen, da diese ihm nicht zugänglich war. 
Bezüglich der täglichen Variation der Nordlichthäufigkeit lassen die Beobachtungen auf ein 
Häufigkeits-Maximum in den frühen Abendstunden schließen. Es wäre da wohl auf die Fehlerquelle 
hinzuweisen, die darin liegt, daß die Schlafenszeit der Menschen nicht symmetrisch um Mitternacht 
liegt, wodurch das scheinbare Maximum, das der Einfluß der Blendung durch das Tageslicht allein 
auf Mitternacht zu legen sucht, merklich nach den Abendstunden hin verschoben wird. . 
An sinnstörenden Druckfehlern seien erwähnt: S. 63 Zeile 7 v. o.: „Verbreiterung“ statt 
„Verbreitung“; S. 78 Zeile 15 v. o: „Entfernung eines, Ortes vom Aquator“ statt „... auf dem 
Aequator“, und S. 99 Zeile 1 v. o.: „Fig, 15“ statt „Fig. 14“. H. Maurer
	        
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