Kleinere Mitteilungen,
Ras Jard Hafun, eine steil ins Meer fallende Klippe von 2500 Fuß Höhe,
wurde von mir eben vor Dunkelwerden auf eine Entfernung von 10 Sm gesichtet.
Zuerst trat nur der oberste Kamm aus der diesigen Luft hervor, bis bei fort-
schreitender Annäherung auch die gelbe Wand durchschimmerte und bei etwa
5 Sm Abstand auch der Strand sichtbar wurde.
Obgleich der Höhenunterschied zwischen Ras Jard Hafun und Ras Asir
(dieses ist nur 275 m hoch) sehr groß ist, verwechselt man sie doch leicht,
wenn bei der unsichtigen Luft das nordwärts von Ras Jard Hafun zurück-
springende Land nicht zu sehen ist. Man sollte deswegen den Kurs ja nicht
eher westwärts ändern, als bis man entweder Ras Asir deutlich und mit Sicher-
heit ausgemacht oder die volle Entfernung abgelaufen hat.‘ Bei sichtiger Luft
ist Ras Jard Hafun leicht von Ras Asir zu unterscheiden, da sich direkt an’das
Kap ein großes Hochplateau in südwestlicher Richtung anschließt, während Ras
Asir aus dem dabinterliegenden höheren Lande als Vorsprung hervortritt.
Von Ras Asir folgt man erst dem Laufe der Küste in etwa 2 Sm Abstand
mit rw. 285° (WNW*°/W)-Kurs annähernd 30 Sm, bis man Ras Aluleh quer hat,
und setzt von hier den Kurs westwärts, entsprechend dem Bestimmungsort, auf
Aden oder Perim.
Die Küste von Ras Asir bis Ras Aluleh ist frei von Untiefen, und man
kann sich derselben ohne Gefahr bis auf eine halbe Seemeile Abstand nähern.
Es sind auf dieser Strecke unten am Strande einige Ansiedelungen vorhanden,
auch stehen hier und da einige Büsche. Die Häuser sind aber schwer aus-
zumachen, ‚da sie dieselbe Farbe haben, wie der allmählich vom Strand auf-
steigende Höhenzug. Ras Aluleh ist eine Niederung, jedoch durch einige Bäume
und durch fast stets dort liegende arabische Fahrzeuge mit ihren langen Segel-
bäumen kenntlich. —
Die ganze Entfernung vom KEastern-Channel-Feuerschiffe bis Ras Asir
beträgt, wenn man die obige Route verfolgt, etwa 3274 Sm. Mit dem Dampfer
„Wartburg“ habe ich diese Strecke jetzt vom. 3. Juni bis 18. Juni zurückgelegt
und dabei die obenerwähnten Verhältnisse angetroffen. Im Jahre 1901 machte
jch dieselbe Reise mit dem Dampfer „Goldenfels“ vom 3. Juni bis 20. Juni,
traf auch dieselben Verhältnisse an, hatte aber etwas früher aufgesteuert und
mußte mich infolgedessen durch eine wild durcheinanderlaufende See hindurch
arbeiten. Wie aus vorstehendem Tagebuchauszug zu ersehen, nahmen auch auf
meiner Reise die Stärke des Monsuns sowie der Seegang mit Annäherung an
die afrikanische Küste schnell zu, und wenn man vom angegebenen Schnittpunkte
mit dem NW-Kurse unter Berücksichtigung des Stromes aufsteuert, so trifft man
schon auf etwa 5° N-Br. und 53° O-Lg. den Monsun mit Stärke 8 wehend.
Auch der Seegang ist hier recht hoch, aber regelmäßiger, als wenn man
z. B. 5° N-Br. und 55° O-Lg. als Schnittpunkt wählte, da man dann durch
Stromkabbelungen kommt, in denen die See mächtig hoch und wild durch-
einander läuft. ;
Auf 10° N-Br. und 52° O-Lg. nahm das Wasser plötzlich eine schmutzig-
dunkelgrüne Färbung an, was wohl die Grenze von sehr tiefem zum flacheren
Wasser anzeigte. Der Wechsel der Farbe des Wassers war So intensiv,
daß er von mehreren Personen unabhängig ‚voneinander gleichzeitig wahr-
genommen wurde.
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3. Magnetische Felsen in der Nähe von Skagway und Douglas-Inseln
(Alaska). Nach einer Mitteilung in „Times“ hat Prof, S. J. Barnett, Stanford
Universität, eine sehr große Anzahl magnetischer Felsen in der Nähe von
Skagway und Douglas-Inseln gefunden, bei Untersuchungen magnetischer
Störungen an der Küste von Alaska, die die Schiffahrt erschweren.
4. Lotungen zwischen Kap Sta. Martha Grande und Kap Polonia (Ost-
küste Südamerikas). (Hierzu Tafel 5.) Kapt. A. Simonsen, Führer des Dampfers
„Tijuca“, hat der Deutschen Seewarte im Anschluß an die Reihenlotung zwischen
Rio Grande do Sul und Kap Polonia (vgl. „Ann. d. Hydr. etc.“ 1902, S. 515) die
folgenden Lotungsreihen übersandt.
Ann. d. Hydr. ete.. 1904. Heft II.