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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Die Witterung zu Tsingtau im Juni, Juli und August 1903 ete. 
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von den. Philippinen allmählich so hoch heraufgezogen, bis das Zentrum am 
2. August morgens nordöstlich von Shanghai stand, hierauf drehte dasselbe nach 
NO ab und lief nach Japan zu. In Tsingtau wurden die Anzeichen für das 
Herannahen des Taifuns am Morgen des 1. August bemerkt; der Himmel bezog 
sich, das Barometer fiel immer weiter, und es kam eine südöstliche starke 
Dünung auf. In der Nacht vom 1. zum 2. regnete es stark, es fielen 50,0 mm 
Regen. Der Wind war jedoch am Nachmittag des 2., als sich das Zentrum in 
größter Nähe befand, nicht stärker als 5 der Beaufort-Skala. Das Zentrum des 
zweiten Taifuns, welcher im Anfang ungefähr denselben Weg, wie der erste 
innehielt, stand am Morgen des 15. August gegen 10" westlich von Shanghai 
und zeigte nach einem Telegramm aus Zi-ka-wei Neigung, statt nach NO um- 
zubiegen, wieder auf NW zurückzudrehen, In Shanghai wehte der Wind um 
diese Zeit mit Stärke 8 aus SSO. In Tsingtau wurden die Anzeichen für das 
Näherkommen des Taifuns immer größer; das Barometer fiel langsam aber stetig, 
der Seegang und Dünung aus Süd nahmen zu, nachmittags um 4* 30"i" fing es 
an zu regnen und nun regnete es mit ganz kurzen Unterbrechungen bis zum 
nächsten Morgen um 6* 20®in; die Höhe des gefallenen Regens beitrug während 
dieser Zeit 107,0 mm. Das Barometer war vom 15. morgens 7" an, wo es einen 
Stand von 758,5 mm hatte, immer weiter gefallen; einen bedrohlichen Charakter 
des kommenden Windes zeigte die barometrische Kurve von nachts um 12* an, 
denn von hier ab verlief sie sehr steil. Der Wind nahm fortwährend an Stärke 
zu und wehte nachts um 1" während der Böen bereits stürmisch aus O, das 
Zentrum mußte demnach von uns aus ungefähr SSW peilen. Die Gefahr lag 
nahe, daß das Zentrum des Taifuns über Tsingtau hinweggehen oder doch in 
großer Nähe westlich von uns passieren würde. Für letztere Annahme sprach 
der Umstand, daß der Wind, der schnell auf Sturmstärke anwuchs, zeitweise auf 
0SO hinüberspielte. Zwischen 4 und 5 Uhr morgens erreichte der Sturm mit 
einer Durchschnittsstärke von 9 der Beaufort-Skala seinen Höhepunkt, während 
der Böen entwickelte derselbe jedoch zeitweilig Stärke 10 bis 11. Das Baro- 
meter war bis auf 750,3 mm gefallen. Nach 5" morgens ließ die Heftigkeit des 
Sturmes immer mehr nach, das Barometer zeigte Neigung zum Steigen, Das 
Zentrum mußte bis auf ungefähr 120 Sm südwestlich von uns vorgerückt und 
nun nach NW abgebogen sein. Die Aufzeichnungen des Auemometers vom 
Vormittag des 15. bis zum Mittag des 16. waren folgende: 
15. 10*am 02, 11*a 03, 0" 02, 1°p 02, 2° p ONOI, 3°p 02, 4" p 0504, 
5° p 04, 6* p 0NO03, 7° p 03, 8' p 0S05, 9" p 05, 10° 04, 11 p ONO4, 12" p 04, 
16. 1" a O6, 2a 07, 3" a ONOS8, 4° a 08, 5" a ONO9, 6a 07, 7'a 06, 
8h a 05, 9a 0S04, 10° a 0S04, 11" a 04, 12° 04 und 1* p SSW2. 
Sommer 1903. Im diesjährigen Sommer betrug die mittlere Tages- 
temperatur 22,8°. Dies ist derselbe Wert wie im Sommer 1901 und 1900; 
gegen die mittlere Temperatur des Sommers 1899 blieb die diesjährige um 1° 
zurück, während sie 0,7° größer war als die des vorjährigen Sommers. . 
Die höchste Temperatur des Sommers, welche 30,4° betrug, fiel erst in 
das letzte Drittel des Monats August; dies ergibt insofern eine Abweichung, 
als bisher fast durchgängig die höchsten Sommertemperaturen im Monat Juli 
auftraten. Es wurden sogenannte Sommertage, Maximum der Temperatur > 25°, 
während des diesjährigen Sommers 65 gezählt. 
Die. mittlere Bewölkung des Himmels betrug 6,2 Zehntel, es kamen nur 
6 heitere, dagegen 25 trübe Tage zur Auszählung. ; 
Während 39 regnerischen Tagen ging eine Regenmenge von 516,9 mm 
nieder. Zum Vergleich folgen die in den Sommermonaten der Vorjahre beob- 
achteten Regentage und Regenhöhen, Es wurden beobachtet: 
1902 30 Regentage mit 508,7 mm Regenhöhe, 
{901 19 » » 157.1 » 
1900 39 # „ 4666 „ » und 
1899 35 ® „» 269,7 ” 
Hiernach ist der diesjährige Sommer in Bezug auf die Menge des gefallenen 
Regens dem des vorigen Jahres und dem des Sommers 1900 am ähnlichsten.
	        
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