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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1904.
'
1886 1887
1888
1889
Januar... ....
Februar. ....
März .....4..
April. .... 7...
Mai .....0..
Juni. .... 2.
Juli .....0. 4
August ......
September. ....
Oktober... ...
November. ....
Dezember... ..
— 4,3
—0,3
—0,1
—0,5
—0,1
—0,7
—0,6
m 0,7
-0.7
0,J
—0,3
— 1,4
+02
—0.1
0,0
— 06
+ 0,7
— 0,3
a
—4,0
1
— 26
—2,7
— 2,8
—0,8 |
—1,7 0
— 18 |!
—18 |
—>25 |
—5.1
— 4
— 03
— 1,6
—0,7
—0,5
m [
—«.
+05
+67
+1
+5)
|] +L.
+1,7
— 3
—1719
—97
— 1,2
— 0,1
Die obigen Zahlen zeigen, daß während eines Zeitraumes von 42 Monaten
die Temperatur der Meeresoberfläche bei Papey sich nur in zwei Monaten über
die normale Monatstemperatur erhebt; in den übrigen Monaten liegt sie konstant
unter der normalen Temperatur, bis im Juli 1889 eine positive Temperatur-
anomalie eintritt. Diese konstante negative Temperaturanomalie der Meeres-
oberfläche bei Island steht in Zusammenhang mit dem KEisreichtum der Jahre
1886, 1887 und‘ 1888 im Ostgrönländischen Meer und zeigt ein andauerndes
Übergewicht der polaren Strömungen über die äquatorialen an. Im Jahre 1888
ist die Überflutung mit polarem Wasser am größten und ausgebreitetsten, wie
auch die Beobachtungen über die Temperatur der Meeresoberfläche bei Ona und
Andenes (an der norwegischen Küste) beweisen; bei beiden Stationen ist das
Meer während des ganzen Jahres kälter wie in normalen Jahren.
Die Kurven des Diagramms enthalten stets die Mittel dreier Monate
vereinigt, deren Charakter häufig verschieden ist. Wie abhängig die Luft-
temperatur auf Island von der Verteilung des Luftdruckes zwischen Grönland
und Nordskandinavien ist, zeigen die folgenden Zahlen:
1885 1891
Januar. Februar. Februar. März. April.
b,—b, —6 mm +11 mm — 33mm. +11mm 0 mm
tA +3,.1° —4,2° +3,3° —2,4° +4+1,4°C.
b, —b;, = Luftdruckdifferenz zwischen 70° Breite, 20° W-Lg. und 70° Breite, 20° O-Lg.
bA — Abweichung der Monatstemperatur zu Sıykkisholm von der normalen.
Im Januar 1885 und Februar 1891 ist die Luftdruckdifferenz zwischen
Grönland und Nordskandinavien negativ, d. h. ein Gebiet hohen Luftdruckes
liegt an der europäischen Seite des Ostgrönländischen Meeres und bewirkt
züdliche Winde, welche eine bedeutende Temperaturerhöhung auf Island be-
dingen. In den darauf folgenden Monaten Februar 1885 und März 1891, in
welchen der Luftdruckunterschied zwischen Grönland und Nordskandinavien
+11 mm beträgt, liegt das Hochdruckgebiet über Grönland, und der Transport
kalter Luft aus Norden veranlaßt ein erhebliches Temperaturdefizit auf Island.
Aber nicht nur auf Island, sondern auch im nördlichen Europa müssen
sich die anomalen Luftdruckverhältnisse, welche die Vorstöße oder Rückzüge
des Eises veranlassen, bemerkbar machen; allerdings wird sich die Einwirkung
der nördlichen Luftströmung, je weiter wir nach Süden gehen, abschwächen, da
alsdann die Luftdruckverteilung über dem Festlande an Einfluß gewinnt. Zu
diesem Zwecke betrachten wir die Temperaturverhältnisse von Bodö (in der
Nähe des Polarkreises) und von Kopenhagen in den vier außergewöhnlich eis-
reichen und in den zwei eisarmen Jahren.
1881
18892
1888
5
|
4
1891
1884 |
1889
—31 | —0,55; —33 —00
# —20 ' +06 i — 1,8 —-0,5
Kopenhagen t, 10 +20 —28 —01 |
bt 1 - 10 +09‘ —20 —03 |
\ m 1 DO
t, = Abweichung der Lufttemperatur (März—Mai) von der normalen.
—— (März— August) .
Bodö t, |
ba
+0,9
+12
+05
+—0.,3