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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1904. 
weit zurückreichende Sammlung der Berichte bis zum Jahre 1874 gibt Chavanne 
in seiner Arbeit: „Die HKEisverhältnisse im arktischen Polarmeere und ihre 
periodischen Veränderungen“.!) 
Bei weitem ausführlicher sind die Nachrichten für die darauf folgenden 
Jahre, so daß C. Ryder zum erstenmal neben einer oft eingehenden Schilderung 
der Eisverhältnisse für die Jahre 1877 bis 1892 die Lage der Eisgrenze im 
Meer zwischen Grönland, Spitzbergen und Island für die einzelnen Monate der 
Jahre, soweit Nachrichten vorlagen, kartographisch darstellen konnte.) Von 
1894 an findet sich jährlich eine ausführliche Übersicht über die Eisverhältnisse 
in den Veröffentlichungen des Dänischen Meteorologischen Instituts, welches 
durch die Beschlüsse des internationalen Geographentages zu Berlin 1899 zur 
Zentralstelle für sämtliche Kisberichte aus dem Nordpolargebiet ernannt 
worden ist. 
Die vorliegende Arbeit stützt sich hauptsächlich auf das Material der 
Ryderschen Arbeit und betrachtet es als ihre erste Aufgabe, die Abhängigkeit 
der Schwankungen in der Lage der Eisgrenze von den Luftdruckverhältnissen 
über dem Nordatlantischen Ozean abzuleiten. (Da die Luftdruckkarten, welche 
von der Deutschen Seewarte und dem Dänischen Meteorologischen Institut 
herausgegeben werden, erst bis zum Jahre 1896 erschienen sind, so konnte die 
Untersuchung die letzten Jahre nicht berücksichtigen.) 
Was das Material angeht, aus welchem die Eisgrenzen der Jahre 1877 
bis 1892 abgeleitet sind, so ist vor allem zu betonen, daß infolge des häufig 
gänzlichen Fehlens von Nachrichten (im Winter liegen überhaupt keine vor) 
die Grenzen des Treibeises keineswegs vollkommen genau festzulegen sind; 
hierzu kommt noch, daß oft größere von der Hauptmasse losgetrennte Eisfelder 
die betreffenden Führer der Schiffe über die wahre Grenzlage des Eises täuschen 
können.) Es ergibt sich hieraus — wie bei jedem ersten Schritt in neue 
Gebiete —, daß zunächst der Versuch zu machen ist, die extremen Fälle der 
Erscheinung auf gemeinsame Ursachen zurückzuführen, also für unsere Unter- 
zuchung: die Ursachen der außerordentlich eisreichen sowie der außerordentlich 
eisarmen Jahre zu finden. 
Zur Übersicht gebe ich zunächst eine kurze Charakteristik der Eis- 
verhältnisse der Jahre 1877 bis 1895, indem ich gleichzeitig auf die Karte der 
beigegebenen Tafel 3 verweise, welche die östlichste und westlichste Lage des 
Eises im Mai in den verschiedenen Jahren angibt und einem Auszuge der 
Ryderschen Arbeit in den „Annalen der Hydrographie ete.“ 1897 entnommen ist. 
1877, 
NormalesJahr. Im Ostgrönländischen Meer ziemlich günstige Eisverhältnisse. 
An der Nordküste Islands hielt sich das Eis fast den ganzen Sommer und hinderte 
die Schiffahrt. 
1878. 
Ungünstiges Jahr. Ostküste Islands lange von Eis besetzt. An der Nord- 
küste schweres Eis bis Mitte Juni. Im Norden normale Eisverhältnisse. 
1879. 
Günstige Eisverhältnisse sowohl bei Island wie im Ostgrönländischen Meer. 
1880. 
Günstige Eisverhältnisse. Bei Island wurde fast kein Eis gesehen; im 
Norden normale Eisverhältnisse. 
1881. 
Sehr schweres Eisjahr. Südküste Islands im April eisbesetzt, Eis an 
der Nordküste bis Juni. Jan Mayen liegt noch im Juli im Eisgürtel. Zwischen 
Island und Spitzbergen ist die Eisgrenze sehr weit nach Ost verschoben; auch 
die Bären-Insel ist im Mai von Eis eingeschlossen. 
1) Pet. Mitt, 1875, Bd. XXI. 
2) Isforholdene i Nordhavet 1877 bis 1892 af Carl Ryder. Med 16 Kaart (Saertryk af 
Tidskrift for Sgevaesen). Kjobenhavn 1896. Ferner: Carlo Ryder e Guido Cora: Condizioni 
del Giacci nel Mar di groenlandia ed adjacenze (ergänzt). 
3) Vgl. „Verh. d. VII. intern. Geogr. Kongr.“. Berlin 1899. I. S. 161.
	        
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