Die Witterung an der deutschen Küste im Oktober 1904. -
— 1,7°, von Memel und der höchsten, 20,2°, von Rügenwaldermünde, also um
21,9°, während die‘ kleinste Schwankung, gleich 11,3°, in Borkum und die
größte, gleich 20,4°, in Rügenwaldermünde beobachtet wurden. Die Temperatur
sank nur in Rügenwaldermünde einmal und in Memel zweimal unter den Gefrier-
punkt. — Die aus den Anderungen der Temperatur von Tag zu Tag als
arithmetisches‘ Mittel ohne Rücksicht auf die Vorzeichen der Anderungen für
die drei Beobachtungstermine berechneten Werte der interdiurnen Veränder-
lichkeit der Temperatur (I. T. V.) schwankten mit ihren größten Beträgen
zwischen 1,4° (Borkum) und 2,8° (Rügenwaldermünde); die größten Werte
wurden fast durchweg am Morgen, die ‚kleinsten überwiegend am Nachmittag
beobachtet. : :
Die monatlichen Niederschlagsmengen lassen vielfach größere Unter-
schiede für benachbarte Stationen hervortreten. Abgesehen von mehr isoliert
auftretenden, besonders großen :oder kleinen Beträgen traten. die größten Mengen
auf den mehr exponierten Stationen. der ostdeutschen Küste und die kleinsten
Beträge westlich bis zur Elbe auf, Gegenüber Leba, Friedrichsort. und
Helgoland. mit. 94 bis 98 mm hatten Aarösund, Karolinensiel, Thiessow und
Geestemünde 33 bis 40 mm. — Läßt man den Niederschlagstag um 8° V M. E.Z.
des gleichnamigen Kalendertages beginnen, und sieht man von geringfügigen
wie von vereinzelten Niederschlägen ab, so fielen. diese.im November am 1. an
der ganzen Küste, 2, über Rügen und Hinterpommern, 3. an der preußischen
Küste, 4. ostwärts bis zur Kieler Föhrde, 5. bis 8. an der ganzen Küste, Il.
von der ‚Weser bis Hela, ‚12. an der ganzen Küste, 13. ostwärts der Oder, 14.
von der Weser bis Hela, 15. westwärts der Elbe und ostwärts der Oder, 16.
ostwärts der Oder, 17. und 18, an der ganzen Küste, 19. an der westlichen Ostsee,
20, an der mittleren Ostseeküste, 21. an der preußischen Küste, am 22; ostwärts
bis zur Kieler Bucht und an der preußischen Küste, 23, ostwärts bis zur Kieler
Bucht, 24. bis 26. an der ganzen Küste und am 27. an der hinterpommerschen
Küste. — Sehr ergiebige, in 24 Stunden 20,0 mm erreichende Niederschlags-
mengen fielen am 5. in Borkum (20) und Friedrichsort (27), 7. in Rixhöft und
Brüsterort (je 21 mın), 14. auf Greifswalder Oie (28), in Swinemünde (22) und
in Groß-Ziegenort (20), 15, in Stolpmünde (29) und am 25. auf Helgoland (32).
— Gewitter wurde nur in der. Nacht vom 25. zum 26. auf Pellworm beobachtet.
— Nebel trat in größerer Verbreitung auf am 10. über Mecklenburg und Vor-
pommern, Il., 16., 21. bis 24. an der Nordsee sowie am 28. und 29., bei sonst
heiterem Wetter, an der ganzen Küste.
‚Als heitere Tage, an denen die dreimal am Tage nach der Skala 0-bis 10
geschätzte Bewölkung im arithmetischen Mittel der Beobachtungen kleiner als
2 war, charakterisierten sich über größerem Gebiete der I. von Rügen ostwärts,
4. im Westen und Osten der Ostsee, 9. von der Weser bis zur Kieler Föhrde
und an der preußischen Küste, 10. ostwärts der Oder, Il. und 13.. ostwärts bis
Mecklenburg, 14. an der Nordsee und der 27. von der Elbe bis Mecklenburg.
Vom 1. bis 4, zog ein Minimum in nordöstlicher Richtung über dem hohen
Norden Europas vorüber, begleitet von einem Ausläufer, der von der Biscaya-
see längs der Küste nach Finnland vordrang; in. dessen Rücken folgte ein
Maximum über Irland nach Nordwestdeutschland nach. Bei schwachen über-
wiegend westlichen Winden ließen die anfangs über das ganze Gebiet verbreiteten
Niederschläge alsbald an Ausdehnung nach.
Ein am Morgen des 4. nördlich von Schottland erschienenes neues Minimum
dehnte seinen Bereich bereits an diesem Tage über unser Gebiet aus und lag
bei ostwärts gerichtetem Laufe am folgenden Morgen über Nordskandinavien,
Stärkeren Einfluß gewann ein sehr tiefes Minimum, das sein Heraunahen schon
am Nachmittag des 5. durch starkes Fallen des Barometers über dem Westen
der Britischen Inseln andeutete und bis zum 8. über den Skagerrak nach Nord-
westrußland schritt. In seinem Rücken erschien am’Morgen des 7, ein Teil-
minimum über Nordfrankreich, das durch ein schnell vom Ozean her vordringendes
Hochdruckgebiet südostwärts verlagert wurde. Diese Tage brachten bei nörd-
licher drehenden Winden Sinken der Temperatur und nach einem Wiedereinsetzen
der Regenfälle an der westdeutschen Küste am 4. solche über dem ganzen
Gebiete am 5. bis 8. Im Bereiche des genannten Minimums traten an der
ganzen Küste stürmische, aus dem SW- nach dem NW-Quadranten drehende
Winde, die stärksten Stürme dieses. Monats, ein, die am 6. ostwärts bis Kiel
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